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Karma Kagyü Lama Ole Nydahl |
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Uebersicht |
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Eine schillernde Persönlichkeit
aus: Leben & Glauben Nr 38/1999 |
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| Frage |
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| Unlängst sprach in Tele 24 Lama Ole Nydahl über seinen Weg zum Buddhismus und seine persönlichen Erfahrungen. Was halten Sie von eiem buddhistischen Lama (Mönch), der stolz erzählt, dass er bisher sexuelle Erfahrungen mit ca. 500 Frauen gesammelt hat?
G.W. in G. |
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| Antwort |
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| Lama Ole Nydahl ist wahrscheinlich der aktivste buddhistische Missionar der Gegenwart. Er bereist die ganze Welt und gründet und betreut überall seine "Diamantweggemeinschaften." Auf mich wirkt der erleuchtete Däne ausgesprochen schillernd: halb Wikinger, halb Buddha, halb Himalayaasket, halb trantristischer Sexprotz, halb rassisitsicher Sprücheklopfer, halb buddhistischer Friedensapostel, halb treuer Schüler seiner asiatischen Meister, halb europäischer Querkopf, halb Mystiker und halb Zirkusnummer, halb Philosoph und halb Medienspektakel. Lama Ole spielt hundert Rollen - und ich habe keine Ahnung, wann und wo er wirklich echter Lama Ole Nydahl ist. Nur in zwei Rollen bleibt er sich selber wahrscheinlich immer treu: als Guru seiner ihn grenzenlos bewundernden weltweiten Gemeinschaft und als elitärer Verkünder der besten Religion für die besten Menschen. Dass eine Gestalt wie Ole Nydahl mit besonderer Inbrunst einen Buddhismus pflegt, der auf höchster Stufe sexuelle Abenteuer nicht aussschliesst, sondern als Zeichen angeblicher mystischer Reife die sprituellen Eliten zu solchen Abentuern geradzu ermutigt, ist leicht zu verstehen. Können wir es ihm verargen, wenn er den Fünfer, das Weggli und das Retourgeld, das Mönchtum, die Frauen und den Ruhm liebt? Solange sich Menschen finden, die ihm alles geben, was er sich wünscht, wird er seinem Weg treu bleiben. Auch dass ihm soviel Medienpräsenz und Gratiswerbung für seinen Diamantbuddhismus in der westlichen Welt geschenkt wird, ist ihm nicht zu verübeln. Er verdankt dies unserer Naivitiät und seiner selbstgewählten Zugehörigkeit zur angeblich friedlichsten und weisesten Religion der Welt, zum Buddhismus tibetischer Prägung. Wäre Ole Nydahl ein christlicher Prediger, stünde er bei Kritikern schon lange unter Sektenverdacht Aber er geniesst in der westlichen Oeffentlichkeit immer noch die "Narrenfreiheit" des buddhistischen Meisters. Seine Organisation gehört immer noch den buddhistischen Dachorganisationen der Schweiz und Deutschlands an. Kritische Beobachter entdecken in seinen Reden entsetzt "nazistische" Auesserungen, abwertende Urteile über Schwarze, Moslems und Mischlinge. Die Buddhisten Mitteleuropas spüren das Aergernis. Aber sie wagten bisher noch nicht, sich eindeutig zu Lama Ole Nydahl zu äussern. So ist Lama Ole Nydahl, wie die Kritiker festhalten immer noch "der grosse braune Fleck auf den sauberen Gebetsfähnlein der Deutschen Buddhistischen Union". Dass Ole Nydahl manche seiner rassismusnahen Aeuserungen ausgerechnet während seiner Vorträge in Zürich von sich gab, würde uns Schweizer zu ähnlich klarer Stellungnahme verpflichten. Aber von dieser Klarheit war in der Sendung von Tele 24 noch nichts zu spüren. Der Zuschauer gewann den Eindruck, dass Roger Schawinsky seinen Gesprächspartner Ole Nydahl offen bewundert. Schade! Sektenkritik darf keine Religion und keinen Kulturkreis auslassen. Denn die pseudoreligiöse Selbstüberschätzung entwickelt unter Buddhisten ebensoviele Guruneurosen und Starallüren und ebensoviel Verachtung anderer, wie unter Moslems oder unter Christen. |
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| Georg Schmid, 1999 |
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| Letzte Aenderung 1999, © L&G 1999, Infostelle 2000 |
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