Ortsgemeinden

andere Namen: Kleine Herde-Gemeinden, «Die Gemeinde»

Die «Ortsgemeinde» führt ihre Entstehung auf die Tätigkeit des China-Evangelisten Watchman Nee (1903 1972) und auf die von ihm gegründeten Gemeinden zurück. Nach Nees Gefangennahme (1952) gelangte Witness Lee, Leiter der «Gemeinde» in Taiwan, 1960 in die USA. Er gründete weitere Gemeinden, entwickelte die überkommenen Lehren fort und wurde bald der einflussreiche Führer der Bewegung. Seit 1970 sind auch in Deutschland und seit 1976/77 in der Schweiz einige «Ortsgemeinden» gegründet worden. Seit sich 1983/84 bei Witness Lee vermehrt zentralistische Tendenzen zeigen, haben sich vor allem in Europa aber auch in Singapur, Hongkong und Bangkok zahlreiche «Ortsgemeinden» von ihm distanziert und getrennt. Sein Autoritätsanspruch wurde nicht mehr von allen akzeptiert. Die Gemeinden um Witness Lee sind vereint in «Living Stream Ministry». Witness Lee war, wie vor ihm Watchman Nee, zuerst eine Zeitlang Mitglied einer «Christlichen Versammlung» (Geschlossene Brüder, Darbysten) gewesen. Von J.N. Darby übernahm er den Glauben an die eine, von Christus gegründete, universale, alle wahren Gläubigen umschliessende Kirche. In ihr gelten alle Gläubigen, welcher Denomination sie sonst auch angehören, als Geschwister im Herrn. Diese Gläubigen sollen sich an einem Ort versammeln, sich jedoch nicht in verschiedene Denominationen oder Gruppen aufteilen, sondern als sichtbaren Ausdruck der Einheit eine Ortsgemeinde bilden. Die «Ortsgemeinde» sieht in der Heiligen Schrift Gottes Wort und die durch den Heiligen Geist inspirierte vollständige göttliche Offenbarung. Sie glaubt an den dreieinigen Gott und den Erlösungstod Jesu Christi. Dem «Beten-Lesen», einem Sprechen von Bibelstellen, das Aussenstehenden in seiner Art auffällt, soll, nach Angaben der «Ortsgemeinde », keine prägende Rolle zukommen. Die «Ortsgemeinde» spricht vom Innewohnen des dreieinigen Gottes im Gläubigen sowie vom In-Gott-Sein und verweist dazu z.B. auf Gal. 2,20. Der Mensch wird dadurch nicht zum Gott. Durch Christi Tat ist er aber auch nicht mehr «Schuldner des Fleisches». Zum Tageslauf der Mitglieder in den Familien- und Wohngemeinschaften gehören gemeinsames Singen und Loben. Die gelegentlich aufkommende Kritik, das Beten-Lesen gleiche der Mantra-Rezitation in asiatisch-religiösen Gruppen, wird von der «Ortsgemeinde» zurückgewiesen. Die Fragezeichen zur Lehre vom gleichsam substanzhaften Innewohnen des dreieinigen Gottes im Gläubigen (im Unterschied zur Gemeinschaft des Glaubens zwischen dem Menschen und Gott) sucht sie mit dem Hinweis auf Bibelstellen zu entkräften. Verneint wird auch die Neigung zum Perfektionismus.

Weltweit: 200 000 Mitglieder
CH: 2 Gemeinden, ca. 50 Mitglieder
D: 9 Gemeinden, ca. 400 Mitglieder

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