Prälatur vom Heiligen Kreuz und Opus Dei

Josemaría Escrivá wurde am 9. Januar 1902 in Barbastro in Nordspanien geboren. In einem christlichen Umfeld erzogen, verspürte Escrivá bereits mit fünfzehn Jahren erste Vorahnungen seiner Berufung durch Gott, allerdings ohne deren Inhalt bereits erfassen zu können. Er verwarf daher seinen Plan, Architektur zu studieren. Stattdessen wollte der junge Escrivá Priester werden. Zu diesem Zweck studierte er von 1918 bis 1925 Philosophie, Theologie und Jura in Logroño und Saragossa, wo er 1925 die Priesterweihe empfing. In den folgenden zwei Jahren arbeitete er als Aushilfspfarrer und ging verschiedenen seelsorgerlichen Tätigkeiten nach.

Am 2. Oktober 1928 gründete Escrivá das Opus Dei aufgrund einer Vision, welche ihn das Werk „sehen“ liess. Ziel war die Schaffung eines Werks, welches für Christen aller Berufe und Schichten offen ist, um einen „Weg der Heiligung“ mitten im Alltag und insbesondere in der beruflichen Arbeit zu fördern.

Die Ausbreitung des Opus Dei erfolgte in raschen Zügen. Sie begann 1945 in Portugal, von wo aus sie bald ganz Europa erreichte und dann auf alle Kontinente übergriff. Um die Universalität des Opus Dei zu unterstreichen, siedelte Escrivá 1946 nach Rom über. Der Papst verlieh dem Opus Dei bereits 1947 den Status eines Säkularinstitutes. Ab 1950 durfte das Opus Dei als erste katholische Institution nichtkatholische Mitarbeiter aufnehmen. 1983 wurde es als Personalprälatur mit internationalem Wirkungskreis errichtet, um dem Laiencharakter der Mitglieder auch rechtlich vollumfänglich Rechnung zu tragen.

Escrivá starb am 26. Juni 1975. Escrivás Nachfolger als Prälat und damit Leiter des Opus Dei wurde Alvaro del Portillo (1914-1994), nach seinem Tod gefolgt von Javier Echevarría (1932-2016). Dessen Nachfolger seit 2017 und heutiger Prälat ist Fernando Ocáriz (geb. 1944).

Im Jahr 2002 wurde Josemaría Escrivá heiliggesprochen.

Im Jahr 1956 wurde in Zürich das erste Zentrum des Opus Dei in der Schweiz begründet. Weitere Zentren folgten in Freiburg (1966), Genf (1975), Lausanne (1991) und Lugano (1997). Seit 1961 existiert die Kulturgemeinschaft Arbor, welche für Studierendenhäuser und das Tagungshaus Tschudiwiese in Flumserberg zuständig ist. Im Jahr 1972 wurde in Zürich die Limmat-Stiftung gegründet, die soziale und Bildungsprojekte trägt. Deren erster Leiter Toni Zweifel (1938-1989) ist zurzeit Gegenstand eines von Opus Dei Schweiz geförderten Heiligsprechungsverfahrens.

Die Mitglieder pflegen eine konstante Glaubenspraxis.

Am frühen Morgen soll, die Stirn auf den Fussboden gesenkt, «serviam» – d.h. «Ich will (Gott) dienen» – gesprochen und verinnerlicht werden.

Täglich wird die Messe besucht, eine Zeit des betrachtenden Gebetes gehalten sowie im Neuen Testament und einem geistlichen Buch gelesen. Am Tagesende steht eine kurze Gewissenserforschung. Tagsüber bemühen sich die Mitglieder, die Arbeit möglichst gut zu verrichten und sie Gott als Opfer darzubringen. Das Opus Dei kennt auch eine Askese, die sich als Teilhabe am Kreuz Jesu Christi versteht. Sie besteht hauptsächlich in kleinen, alltäglichen Selbstüberwindungen. Einige Mitglieder tragen an Werktagen während zweier Stunden einen Bussgürtel und benützen einmal die Woche für die Dauer eines «Salve Regina» eine Bussgeissel. Jüngeren wird auch das wöchentliche Schlafen auf dem Fussboden erlaubt.

Regelmässig wird gebeichtet.

Monatlich besuchen die Mitglieder und sonstige Interessierte Besinnungsstunden mit Betrachtungen, einem Vortrag und Zeiten der Stille.

Dem Opus Dei können erwachsene Katholikinnen und Katholiken jeglichen Alters, Berufes und Bildungsstandes angehören.

Unter den Mitgliedern gibt es zum einen die Supernumerarierinnen und Supernumerarier, die meistens verheiratet sind oder eine Ehe anstreben und deshalb mit ihrer Familie leben, die sie als ihre erste Lebensaufgabe ansehen.

Die Assoziierten leben ehelos, seien es bei ihrer Familie oder wo es ihren beruflichen Umständen am besten entspricht.

Die Numerarierinnen und Numerarier schließlich sind auf Grund ihrer Ehelosigkeit und ihrer Bildungssituation in der permanenten Lage, die von der Prälatur gewährleistete Bildung zu erteilen und apostolische Initiativen zu betreiben. Sie wohnen meistens in kleineren Gruppen, den sog. Zentren, zusammen.

Unter den Erneuerungsbewegungen innerhalb der katholischen Kirche, den Movimenti, gehört das Opus Dei zu den umstritteneren.

Über die Jahre sind verschiedene Berichte ehemaliger Mitglieder in Buchform erschienen, die von einer rückhaltlosen Gehorsamspflicht gegenüber den Vorgesetzten, von einer Neigung der Mitglieder zum Selbsthass und zur Körperfeindschaft, von einer ungesunden Leidensbereitschaft, von einer zwanghaften Moral und einem elitären Gruppenbewusstsein berichten.

Immer wieder wurde gegenüber dem Opus Dei der Vorwurf eines klandestinen und geheimbündlerischen Vorgehens laut. Das Opus Dei hat diese Anschuldigungen stets dementiert und darauf verwiesen, dass seine Statuten es ihm verbieten, in politischen und wirtschaftlichen Fragen Anweisungen zu erteilen.

In den letzten Jahren ist es um das Opus Dei ruhiger geworden.

Weltweit: in 69 Ländern, ca. 92 000 Mitglieder.  98 % der Mitglieder sind Laien, 2 % Priester.

Schweiz: ca. 200 Mitglieder

Informationsdienst der Prälatur Opus Dei in der Schweiz
Birmensdorferstrasse 190
8003 Zürich
https://opusdei.org/de-ch/

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