Verein CARA

Der Verein CARA (Care About Ritual Abuse) wurde begründet von der reformierten Pfarrerin Ruth Mauz.

Ruth Mauz (*1936) war zuerst als Pfarrerin in Graubünden tätig. In dieser Zeit vertrat sie ein paar Wochen lang den späteren Leiter von Relinfo, Prof. Dr. Georg Schmid (*1940), im Religionsunterricht am damaligen Bündner Lehrerseminar in Chur. Später wirkte Ruth Mauz als Pfarrerin in Kreuzlingen.

Nach ihrer Pensionierung war Ruth Mauz Mitte der 2000er-Jahre Teil des Seelsorgeteams der Stiftung Schleife. Im Jahr 2014 gründete Ruth Mauz zusammen mit einem Team von Freiwilligen den Verein CARA.

Ruth Mauz und ein Grossteil der Mitarbeitenden des Vereins CARA stehen einem pfingstlich-charismatischen Christentum nahe.

So geht Ruth Mauz von der Existenz von Dämonen aus und übt nach eigener Aussage Befreiungsdienst – die pfingstlich-charismatische Form des Exorzismus – als Teil ihrer Arbeit.

Das erste vom Verein CARA herausgegebene Werk: Schrei, wenn du kannst. Mein Weg aus dem Dunstkreis Ritueller Gewalt von Carina Joy Frieden (2014) präsentiert ein freikirchennahes Christentum als Heilung für die Traumata des Missbrauchs.

Am jüngsten Werk des Vereins CARA: Das Schweigen brechen. Rituelle Gewalt mitten in unserer Gesellschaft (2018) wirken nebst säkularen und katholischen Personen mehrere Menschen aus dem pfingstlich-charismatischen Umfeld mit.

Der Verein CARA will über rituellen Missbrauch aufklären durch Veranstaltungen, Schulungen, Filme und Buchpublikationen.

Der Verein CARA ist Ratsmitglied von „Gebet für die Schweiz“, einem Zusammenschluss verschiedener pfingstlich-charismatischer Gebetsinitiativen.

Das Thema des rituellen Missbrauchs ist seit den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts Gegenstand von wissenschaftlichen Kontroversen.

Zahlreiche Berichte, die von rituellem Missbrauch handeln, auch solche aus Publikationen des Vereins CARA, tragen in kritischer Sicht typische Merkmale von Erzählungen mit fraglicher Authentizität. Zu nennen wären etwa:
– gegenüber realen Radikalgruppen übergrosse Gemeinschaften von Hunderten oder gar Tausenden Anhängern
– Missbrauch desselben Opfers durch mehrere unterschiedliche Organisationen mit gegensätzlichen Zielrichtungen (Rechtsextreme, radikale Christen, Kinderhändler)
– hervorgehobene Bedeutung des Opfers für die Gemeinschaft
– unzutreffende Angaben zu Schriften, zu Praktiken oder zu Festen (etwa zu Beltane, zum Kristallsehen oder zur Satanic Bible)
– Voraussetzen der Wirksamkeit wissenschaftlich gesehen fragwürdiger Phänomene (Telepathie, Trigger-Implants)
– physisches Auftreten von Figuren des Glaubens (Satan, Dämonen)
– eklatanter Gegensatz zwischen der Kompetenz der Gemeinschaft in ihrer Geheimhaltung und ihrer Inkompetenz in der Verfolgung des Opfers (wer aus einer real existierenden kriminellen Organisation aussteigt, braucht Personenschutz. Bei den Zeugen des Vereins CARA ist dies offenbar nicht der Fall).
– Fantasievolle Tatorte (Burgen, Bunker, Oasen)

Aus kritischer Sicht ist es problematisch, wenn Menschen mit psychischen Problemen in Seelsorge-Settings an vermeintliche Missbrauchs-Erinnerungen herangeführt werden. Wer schon von Albträumen geplagt wurde, weiss, dass auch Bilder, die nicht auf realem Erleben beruhen, sondern von der eigenen Psyche konstruiert wurden, massiv belasten können. Aber auch bei real erlebten Traumata ist wiederholtes Nacherzählen in kritischer Sicht problematisch, weil es das Trauma verstärken kann.

Verein CARA
Jakob-Signer-Strasse 12
9050 Appenzell
www.verein-cara.ch

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