Siddha Yoga

Siddha Yoga wurde in den 70er Jahren durch den Inder Swami Muktananda (1908– 1982) auf Geheiss seines Siddha-Meisters Bhagavan Nityananda in den Westen gebracht. Bereits früher besuchten viele Schüler aus der ganzen Welt Muktanandas Ashram und Nityanandas Grab in Ganeshpuri (nördlich von Mumbai, früher: Bombay, Maharastra, Indien). Swami Muktananda bereiste viele Länder und verbreitete seine Lehren vom Siddha Yoga nicht zuletzt mit Hilfe seines amerikanischen Schülers Ram Dass. Nach seinem Ableben im Oktober 1982 übernahm nach seiner Bestimmung eine junge Frau, der er den Namen Swami Chidvilasananda gegeben hatte, zusammen mit ihrem Bruder die Nachfolge. Der Bruder zog sich nach drei Jahren zurück und Swami Chidvilasananda, Gurumayi genannt, ist nun das alleinige Oberhaupt. Die Zentrale der weltweit tätigen SYDA Foundation befindet sich in South Fallsburg im Staat New York/USA.

Siddha Yoga ist ein spiritueller Weg auf der Grundlage des indischen Yoga, wie er seinerzeit vor allem in Kashmir gelehrt wurde. Wie viele Schulen indischer Mystik beruft er sich auf eine Folge von selbstrealisierten Meistern, hier «Siddhas» (Vollkommene) genannt. Die Siddha Yoga Meditation lehrt, dass in jedem Menschen eine spirituelle Energie oder Shakti in einem schlafenden Zustand bereit liegt (die Kundalini-Kraft). Durch die «Shaktipat» (Energieübertragung) genannte Einweihung kann der Siddha-Meister diese Energie erwecken, wodurch die Suchenden tiefe und erfüllende Meditationen erleben, welche ihr Leben im Innersten wandeln. Diese Wandlung erlebt der direkt Betroffene als grossartige mystische Erfahrung (dem kritisch beobachtenden Aussenstehenden erscheint sie oft eher als Verlust der autonomen Persönlichkeit), in jedem Fall aber wird sie als «Weg des inneren Erwachens» beschrieben. D

ieser Weg verbindet sich – in der Perspektive des kritischen westlichen Besuchers der Zentren – mit einer bedingungslosen Guruverehrung. Der Guru und die Gurumayi – die entsprechenden Selbstaussagen des Meisters und der Meisterin und die Verehrungsliturgie der Schüler lassen diesbezüglich keinen Zweifel offen – können im Siddha Yoga gar nicht überschätzt werden. Sie sind «Vater, Mutter, Gott.» Ihre reine göttliche Liebe dient in der Perspektive der Bewegung dazu, den Schüler an die göttliche Potenz in sich selbst zu erinnern. Das Erwecken der Kundalini-Kraft, der in mystische Energie zu verwandelnden Sexualkraft, verwischt aber auch – dem Meister und dem Schüler wahrscheinlich nur selten bewusst – Grenzen zwischen mystischer Schulung und erotischer oder gar sexueller Bindung.

Hinweise auf erotisch-mystische Beziehungen des Meisters Muktananda zumal zu Schülerinnen verstärken den Eindruck einer guruorientierten Meditationsbewegung, der es nicht vollständig gelingt, sexuelle Energie in mystische Erleuchtung zu verwandeln. Zahlreiche Bücher von Swami Muktananda und Swami Chidvilasananda sind in deutscher Sprache im Aurum Verlag Freiburg und im Siddha Yoga Verlag München erschienen.

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