Internationaler Sufi-Orden

Der Internationale Sufi-Orden wurde nach 1920 vom Inder Hazrat (=«göttliche Gegenwart») Inayat Khan (1882–1927) in Amerika gegründet. Er selbst liess sich Pir-o-Murschid («geistlicher Meister und rechter Führer») nennen. Der Orden kennt zahlreiche Grade und Titel: Murschid, Munir, Murid u.a. Seit dem Tod Khans wird der Orden von Angehörigen seiner Familie geleitet. Geistiges Haupt ist zurzeit der Sohn des Gründers, Pir Vilayat Inayat Khan. Die administrative Leitung liegt in den Händen eines «Cooperative Council».

Der musikalisch und dichterisch begabte Hazrat Inayat Khan stammt aus Baroda/Indien und trat in den Chischtiyya-Orden ein, der Musik als sufische Technik ausübt. (Von seinem Scheikh – d.i. Oberhaupt des Ordens – erhielt er den Meistergrad.) 1910 folgte er dem göttlichen Ruf, seine Erkenntnisse der westlichen Welt weiterzugeben und lebte fortan in Amerika oder Europa. Während des 1. Weltkrieges schuf er in London mit ein paar Schülern die ersten Grundlagen des Sufi-Ordens. 1923 fand er anlässlich eines Aufenthaltes erste Anhänger in der Schweiz. Seine Sprache ist poetisch, reich an Bildern und enthält viele Ausdrücke aus dem Hinduismus (z.B. maya, das Weltenspiel). Sein umfangreiches Schrifttum ist in dreizehn Bänden gesammelt.

Nach Auffassung des Internationalen Sufi-Ordens ist Sufismus eine Weisheit, die so alt wie die Menschheit ist. Abraham kannte sie, denn er wurde in Ägypten in die alte Mysterienweisheit eingeweiht (Gen.12,10ff). Diese innere Weisheit aller Religionen kann über verschiedene Erkenntnis- und Übungsstufen erreicht werden und ereignet sich als vollkommene, mystische Vereinigung mit dem Absoluten. Diese Weisheit wird aus den esoterischen Schulen der verschiedenen Weltreligionen zusammengetragen. Zum Beispiel werden Yoga-Übungen und Praktiken des Buddhismus, der Kabbala und der christlichen Mystik übernommen. Ziel des Ordens ist die Schaffung einer menschlichen Bruderschaft, in der alle Menschen die Weisheit des Sufismus kennen und die Vollkommenheit erlangen.

Sifat (Sufi-Zeitschrift), erscheint dreimal jährlich in Basel.

Verschiedene Zentren in Europa. Zentralsekretariat in Holland (Den Haag).

Sufi-Zentrum Zürich, Monika und Joachim Grieger, Milchbuckstr. 50, CH-8057 Zürich.

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