Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich (VIOZ)

Die Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich, kurz VIOZ, wurde 1995 ins Leben gerufen und hat 32 Mitgliedsorganisationen (Stand Oktober 15). In der Schweiz gibt es über 300 islamische Organisationen, welche sich meist nach ihrer ethnischen, sprachlichen oder nationalen Herkunft ausrichten. Unter anderem um dieser Zersplitterung entgegen zu wirken, wurden Vereinigungen wie die VIOZ gegründet, welche den muslimischen Gemeinschaften im Kanton Zürich als Dachverband dient. Ausschlaggebend für die Gründung der VIOZ war die Errichtung muslimischer Grabstätten. Die Behörden der Stadt Zürich brauchten einen Ansprechpartner in dieser Angelegenheit. Die Verhandlungen dauerten von 1995 bis 2004, als mit dem Bezug des Friedhofs Witikon, der lang ersehnte Wunsch erfüllt werden konnte.

In der Vereinigung wird Deutsch miteinander gesprochen. Die Vereinigung steht grundsätzlich allen muslimischen Gemeinschaften der vier grossen Rechtsschulen offen. Die VIOZ hat mehrheitlich sunnitische aber auch schiitische Mitglieder, wie zum Beispiel der Verein Ahl Beyt in Schlieren. Zudem ist die VIOZ heute der offizielle Ansprechpartner für Kirchen, Behörden und Bevölkerung im Kanton Zürich. Mit dem umstrittenen Islamischen Zentralrat Schweiz habe die VIOZ keine Kontakte und erkennt ihn nicht als Dachverband an. Teilweise verkehren Mitglieder des IZRS in Moscheen, welche Mitgliederorganisationen der VIOZ zugehörig sind. Dort würden diese allerdings nur als einfache Muslime, welche zum Gebet wollen, erscheinen und nicht im Namen des IZRS.

Finanziert wird die VIOZ durch Beiträge der Mitgliedsorganisationen sowie durch Spenden. Die Beiträge werden den jeweiligen Organisationen individuell angepasst und belaufen sich von einer kostenfreien Mitgliedschaft bis zu einem jährlichen Beitrag von 500 Franken.

In erster Linie soll die Vereinigung als eine Koordinationsstelle zwischen verschiedenen Islamischen Organisationen und Gemeinschaften im Kanton Zürich dienen, sowie mit anderen Dachorganisationen in der Schweiz die Anliegen der Muslime schweizweit vertreten. Die VIOZ pflegt intensiven Kontakt mit anderen islamischen Dachorganisationen in der Schweiz, für was einige Vorstandsmitglieder speziell verantwortlich sind. Zusammen mit anderen Organisationen werden Anlässe, wie z.B. den Tag der offenen Moscheen, organisiert. Zudem hat die VIOZ einen Informationsauftrag zu erfüllen und muss die Angst der Bevölkerung ernst nehmen und Überzeugungsarbeit leisten.

Die VIOZ ist an einem religiösen Frieden in Zürich interessiert, arbeitet mit Gemeinden und Parteien zusammen und pflegt einen offenen Dialog mit diversen Religionsgemeinschaften, die im Kanton Zürich vertreten sind. Die Vereinigung geht aktiv gegen islamfeindliche Aktionen Einzelner oder von Gruppen vor: „Ob nazistische Tweets oder diskriminierende Zeitungsartikel, VIOZ toleriert unsachliche Anfeindungen nicht und reagiert auf eine jeweils entsprechend sinnvolle Weise.“ Zu diesem Thema führt die VIOZ nicht nur Gerichtsverfahren, sondern bezieht auch die Zürcher Staatsanwaltschaft mit ein oder, insbesondere bei medialen Konflikten, den Schweizerischen Presserat. Trotz des Erfolges 2004, bei der Frage nach einem muslimischen Friedhof, ist die VIOZ weiterhin um die Errichtung weiterer muslimischer Grabstätten bemüht, da sich, nach eigenen Angaben, weiterhin nur 10% der hiesigen Muslime in der Schweiz bestatten lassen, die übrigen in ihren Herkunftsländer. Seit Juni 2015 ist ein Gräberfeld in Winterthur in Bau und man ist mit Uster, Schlieren und Dietikon im Gespräch. Auch beteiligt war die VIOZ, bei der Schaffung von Rahmenbedingungen die es muslimischen Schülerinnen und Schüler erlauben ihre Religion zu praktizieren. Dies betraf vorwiegend muslimische Feiertage oder das Tragen des Kopftuches (Hijab). Eine weitere Aktivität der VIOZ ist das Sammeln von Medienberichten, welche den Islam in der Schweiz betreffen. Diese können auf der offiziellen Website der Vereinigung eingesehen werden. Zusätzlich ist auf der offiziellen Website der VIOZ ein Veranstaltungskalender, in welchem sämtliche Ereignisse der Mitgliederorganisationen eingetragen sind. Die Vereinigung bietet auch öffentliche Moscheeführungen an. Zu den aktuellsten Aktivitäten gehört mit den Mitgliederorganisationen zusammen geschaffene Notfall-Seelsorge für Muslime. Mit Altersheimen, Spitäler, Gefängnissen usw. wurden Regelungen ausgehandelt, so dass muslimische Betreuer Muslime in Not helfen können. Mit diesem Anliegen war die VIOZ in der NZZ sowie bei SRF 2 vertreten. Zudem begrüsste die Vereinigung in der NZZ vom 22.8.15, dass an der Universität Zürich islamische Theologie durch eine Gastprofessur gelehrt werden soll.

-Zentralmoschee in Zürich:

Obwohl es, laut VIOZ, in Zürich genügend Moscheen gibt, besteht nach wie vor der Wunsch nach einer Zentralmoschee. Ob mit oder ohne Minarett, eine Zentralmoschee hat den Vorteil dass sie öffentlich und für die Bevölkerung sichtbar ist. Dies wäre transparenter als die bisherigen Hinterhofmoscheen und lässt weniger Spielraum für Misstrauen: „Hier läuft man Gefahr, sich in einer Parallelgesellschaft abzukapseln.“ Das ist aber ein langfristiges Ziel, denn es werden Bauland, Finanzen und Architekten benötigt.

-Muslimisches Parlament:

Ebenfalls ein langfristiges Ziel ist die öffentlich-rechtliche Anerkennung der Muslime in der Schweiz. Zu diesem Zweck ist eine schweizweite muslimische Dachorganisation notwendig, um der organisatorischen Zersplitterung entgegen zu wirken. Dazu schlägt die VIOZ ein muslimisches Parlament vor, damit die Muslime auf eidgenössisch Ebene geschlossen auftreten. Dieser Dachverband müsste Verbände aller muslimeschen Richtung zusammen führen, vom Forum für einen fortschrittlichen Islam bis hin zum umstrittenen Islamischen Zentralrat Schweiz. Diese beiden Anliegen sind auch heute noch aktuell. Es werden bei diesen grossen Anliegen aber nur kleine Fortschritte gemacht, da sämtliche Mitarbeiter der VIOZ nur ehrenamtlich arbeiten und nur begrenzt Zeit haben. Zurzeit ist ausserdem das öffentliche Bild von Muslimen wegen den weltweiten Geschehnissen in Verruf geraten, was einem schnellen Erfolg entgegenwirkt.

Dr. Mahmoud El Guindi                                                                            Präsident

Belkis Osman-Besler                                                                                          Vizepräsidentin

Naci Eren                                                                                                    Sekretär

Markus A. Klinkner                                                                                                Kassier

Sakib Halilovic                                                                                           Vorstandsmitglied

Dilek Ucak-Ekinci                                                                                     Vorstandsmitglied

Mexhit Ademi                                                                                            Vorstandsmitglied

Murat Ergül                                                                                                 Vorstandsmitglied

Muhammad M. Hanel                                                                               Vorstandsmitglied

Pressesprecher

Dr. Ismail Amin                                                                                         Ehrenpräsident

Dr. Hasan Taner Hatipoglu                                                                                 Ehrenpräsident

 

(Stand Sept. 2015)

 

Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich
Badenerstrasse 808
CH-8048 Zürich
Tel.: +41 (0)43 343 03 25

www.vioz.ch

www.vioz.ch, Religionsführer Zürich, NZZ: 22.8.15, TA 14.4.12