Neue Germanen

Die grosse Zahl neugermanischer Zirkel und Gruppen in Deutschland und das unklare Verhältnis mancher Gruppierung zum Neonazitum könnten den Eindruck erwecken, rassistische oder nationalistische Formen neuheidnischer Religiosität fänden sich gehäuft in der BRD. Dieser Eindruck entspricht nicht unbedingt der neuheidnischen Wirklichkeit. Eine gewisse Einseitigkeit in der Beurteilung der neuheidnischen Gruppen ist aber bereits derart zur Gewohnheit geworden, dass sie sich auch in der nun folgenden Präsentation nicht vermeiden lässt: Die deutschen Gruppierungen werden fast durchs Band in Sachen Rassismus, Nationalismus und Nazinähe mit einem viel strengeren Mass gemessen als ähnliche Gruppierungen in anderen westeuropäischen Ländern. Das heisst nicht, dass in der BRD die Rechtslastigkeit auch religiöser Gruppierun- gen weniger rigoros geprüft werden sollte, oder dass die anderen westeuropäischen Staaten sich in ihrem Umgang mit z.T. schwierigen oder gar extremen Gruppierungen der deutschen Gangart anpassen müssten. Man kann als kritischer Beobachter der rechtslastigen Szene mit guten Gründen die Meinung vertreten, dass ein zu forsches Rufen nach Verboten die Szene anheizt. Der Hinweis auf die unterschiedliche Beurteilung soll nur der sonst leicht aufkommenden Meinung wehren, auf den Heiden des deutschen neuen Heidentums würden sich lauter schwarze Schafe tummeln, währenddem im französischen, belgischen, holländischen, dänischem und schweizerischen oder US-amerikanischen Heidenland lauter weisse Lämmer harmlos vor sich hindösten.

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