Church of Satan (CoS)

Die Kirche Satans wurde 1966 in Kalifornien vom ehemaligen Musiker, Privatdetektiv und Zirkusdompteur Howard Leve begründet, der sich als Schriftsteller, Schauspieler und Begründer der Satanskirche «Anton Szandor LaVey» nennt. In Roman Polanskis berühmtem Film «Rosmaries Baby» spielte er den Teufel, der die weibliche Hauptfigur schwängert. (Ein Jahr nach Fertigstellung des Films wurde Polanskis Frau Sharon Tate ein Opfer der satanistischen Charles Mansons-Clique.) Obwohl oder gerade weil LaVey weder an einen Teufel noch an einen Gott als Person glaubt und sich geleitet von der Chiffre «Sqtan» nur für das absolute, göttliche Ich engagiert, lesen sich seine Empfehlungen fürs menschliche Verhalten wie eine Aufforderung zu rücksichtslosem Kampf gegenüber dem, der die eigenen Bedürfnisse einschränkt. Vielleicht weil LaVey den im Grunde doch mystischmetaphysischen Crowley-Satanismus auf harte Empfehlungen und beinah brutal nüchterne Riten reduzierte, fand die Satanskirche – nach Schätzungen – zeitweilig weltweit bis zu 20 000 Mitglieder. Unter diesen vielen Mitgliedern finden sich allerdings auch manche, die sich nie mit anderen zu gemeinsamen Riten versammeln. Beitreten kann jeder, der ein Aufnahmegesuch und das entsprechende Entgelt an die Zentrale in San Francisco sendet. Unbestreitbar ist der Einfluss LaVeys auf die satanistisch interessierte Jugend. Die «Satanic Bible» LaVeys wurde neben dem «Liber Al vel Legis» von Crowley beinahe zum satanistischen Standard-Werk.