Fraternitas Saturni (FS)

Die Fraternitas Saturni (FS) wurde 1926 in Deutschland vom Buchhändler Eugen Grosche nach Meinungsverschiedenheiten innerhalb von Heinrich Tränkers O.T.O. gegründet.

1951 versuchte Grosche seine FS erfolglos mit dem Schweizer O.T.O. zu verschmelzen.

Nach Grosches Tod 1964 kam es zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fraternitas Saturni, zum Austritt hochgradiger Mitglieder und zu Abspaltungen kleinerer Kreise. Aus diesem Umfeld wuchsen neue Gruppierungen, z.B. der Ordo Saturni und die Communitas Saturni.

In den 1980er Jahren wurde die Fraternitas Saturni wiederbelebt vom deutschen Okkultisten, Buchhändler und Autor Ralph Tegtmeier, der sich mit ein paar Fraternitas-Saturni-Mitgliedern niederen Grades zusammentat, die noch den alten Namen Fraternitas Saturni verwendeten. Die bisherigen Ideen der Gemeinschaft wurden nun kombiniert mit Tegtmeiers Eis-Magie und der Chaos-Magie. Das führte zu einer Vermischung verschiedener magischer Lehren und Praktiken, die vor allem das Führungsmitglied des Temple of Set, Stephen Flowers, interessierte. 1990 erschien Flowers Buch „Fire and Ice“, das auch im deutschsprachigen Raume die heutige Fraternitas Saturni mit Ideen versorgt.

Die Fraternitas Saturni sieht im Prinzip des Saturn den Luzifer, den gefallenen Engel und Morgenstern, der als dunklen Lichtbringer durch Leid Reife schafft und als Bruder von Christus gilt. In der Sicht der Fraternitas Saturni schafft der Gang durchs dunkle Tor des Saturn die Erlösung:

«Der bewusste Dienst am höheren Saturnprinzip… bringt tiefste Erkenntnis. ‹Luzifer› als Morgenstern… ist nicht nur der gefallene grosse Engel Luzifer, sondern auch der Bruder von Christus. Saturn in seiner höheren Oktave ist verkörpertes tiefstes Wissen um die Reife durch das Leid. Auch hinter seinem dunklen Tore steht die Erlösung. Saturnus – der Hüter der Schwelle – leuchtet dann im milden Lichte – verzeihender, jupiterhafter Güte, denn sein Symbol hat sich dann gedreht im Spiegelbild.» (Grosche, Blätter 48, 1954).

Ziel des Einweihungsweges der Fraternitas Saturni ist das Erleben der eigenen Göttlichkeit, «die Verehrung und Anbetung des Göttlichen Ich».

Die heutige Fraternitas Saturni verbindet diese Weltanschauung mit moderneren Entwicklungen auf dem Bereich des Okkultismus, etwa der Chaos-Magie.

Der Adept kann sich über 33 Grade, die alle mit entsprechenden Vorleistungen, Übungen und ritueller Einweihung verbunden sind, auf der Logenhierarchie hocharbeiten. Mitgliedschaft ist ein lebenslanger Aufstiegsprozess. Die eigene Entwicklung wird von stufenhöheren Mitgliedern kontrolliert und begutachtet.

Sexualmagie kommt vor, steht aber nicht im Zentrum der Aktivitäten der Fraternitas Saturni.

Mitgliederzahl höchstens 50, zuzüglich eine grössere Anzahl an Sympathisanten für die Ideen der Fraternitas Saturni. Es bestehen Doppelmitgliedschaften mit anderen okkulten Organisationen, etwa dem amerikanischen O.T.O.

In der Schweiz einzelne Mitglieder und Sympathisanten.

Fraternitas Saturni e.V.
10203 Berlin
http://fraternitas.de/

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