Avatar – Ein irrealer Weg ohne Ziel

Begegnung mit einer «Avatarin»

Bedingt durch meine Arbeit (ich bin Inhaber einer Werbeagentur) nahm ich vor etwa vier Jahren auf der Suche nach neuem Klientel Kontakt mit der Leiterin eines ´Therapie – und Gesundheitszentrums´ im Süden Baden Württembergs auf. Das Therapiezentrum wurde eben erst eröffnet und so sah ich hier eine Chance, die neu gegründete Praxis durch Marketingstrategien zu unterstützen. Bereits am Telefon war mir Frau K., die Inhaberin, sehr sympatisch und nachdem sie sich kurz über meine Dienstleistung informiert hatte, vereinbarten wir noch am selben Nachmittag einen Termin in ihrer Praxis.

Als mir Frau K. die Türe öffnete, war ich einigermaßen überrascht! Niemals hatte ich eine attraktive, junge Frau erwartet, wie sie nun so vor mir stand! Ihr Lächeln, ihre offensichtliche Energie und diese liebenswerte Art faszinierten mich vom ersten Augenblick an! So sprachen wir also im Laufe des Termines nicht nur über mögliche Werbemassnahmen. Das Gespräch wurde nicht nur sehr viel länger als geplant, sondern auch immer persönlicher und vertrauter. Frau K. erzählte mir von ihrer Kindheit, vom Tod ihres Vaters und dass dieser aufgrund eines Ärztepfuschs sterben musste. Dies veranlasste sie, den Beruf als Therapeutin zu ergreifen. Bereits an diesem Tag fiel zum ersten Mal, zunächst nur am Rande, der Begriff AVATAR. Nachdem mir dieser Begriff nicht geläufig war, erklärte mir Frau K., dass sie eine AVATAR – Trainerin ist und versprach, mir bei nächster Gelegenheit mehr Informationen über AVATAR zu geben. Damit drückte sie mir einige Fotokopien in die Hand, welche für AVATAR werben sollten. Wir vereinbarten einen neuen Gesprächstermin und ich verabschiedete mich.

Das Gespräch und vor allen Dingen diese Frau gingen mir nicht mehr aus dem Kopf! Seit diesem ersten Treffen sollten wir uns immer häufiger sehen und es entwickelte sich eine enge Freundschaft. Ich konnte mit Manuela (Frau K., Name geändert) über alles reden und so erzählte ich ihr auch aus meinem Leben, welches nicht immer leicht war. Immer wieder lud sie mich ein, den AVATAR – Kurs zu besuchen und ich bemerkte dazu, dass ich derzeit das Geld für diesen Kurs nicht übrig hätte, da ich viel Geld in die Firma investieren muss.

Manuela machte auf mich von Anfang an immer den Eindruck einer starken, selbsbewussten und erfolgreichen Frau und abgesehen davon sah sie auch noch blendend aus! Die Praxis war riesig, wunderschön eingerichtet in einer alten, restaurierten und modernisierten Mühle. Vor dem Haus stand ein nagelneues Auto und auf der Wiese hinter dem Haus grasten Manuelas Pferde.

Im Laufe der Zeit spürte ich, dass Manuela ein immer stärker werdendes persönliches Interesse an mir zeigte! Dabei hielt sie sich zwar dezent zurück, weil sie wusste, dass ich in einer festen Beziehung lebte, aber sie liess dennoch keine Gelegenheit ungenutzt, mich spüren zu lassen, dass ihr viel an mir lag. Während sie mich (nebenbei bemerkt: kostenlos) massierte, gab es dazu immer wieder die Gelegenheit. Da Manuela selbst auch in festen Händen war, war diese Frau für mich jedoch tabu. Während dieser Zeit versuchte Manuela, mich in langen Geprächen von AVATAR zu überzeugen und betonte immer wieder, dass sie ihren Erfolg nur dem zu verdanken habe, was sie bei AVATAR lernen durfte. Sie sagte mir oft, dass in ihrem Leben nur diese Dinge passieren, die sie selbst zulässt. Da meine Agentur zu dieser Zeit nicht besonders gut lief, nahm sie dies als Ansatz, mich verschiedenen anderen AVATAREN vorzustellen, nachdem sie mich von Harry Palmers Weisheiten nicht überzeugen konnte.

Nach einigen Monaten ließ der Kontakt zusehends nach, da ich geschäftlich viel auf Reisen war. Wir sahen uns über den Zeitraum eines halben Jahres überhaupt nicht mehr, bis ich während einer Geschäftsreise den Wunsch verspürte, Manuela mal wieder anzurufen. Inzwischen lebte ich wieder alleine, Manuela hatte sich, soweit ich informiert war, auch von ihrem Freund getrennt und ich musste mir eingestehen, dass ich mich schon bei unserem ersten Treffen in Manuela verliebt hatte. Ausserdem, so überlegte ich, könne sie mich wieder einmal massieren, da ich aufgrund meiner überwiegend sitzenden Tätigkeit unter starken Rückenverspannungen litt. Manuela war eine hervorragende, gelernte Masseurin und ich hatte mich schon oft in der Vergangenheit unter ihre Fittiche begeben. Durch APM – Therapien half sie mir erfolgreich, dass ich nach einem Bänderriss verhätnismässig schnell ohne Krücken laufen konnte. Also nahm ich das Telefon und wählte ihre Nummer. Der Ansagetext auf dem AB verwirrte mich dann allerdings. Hier war die Rede von einem Bildungszentrum für Manager, allerdings war es Manuelas Stimme. Ich bat sie um Rückruf.

Noch am selben Abend rief mich Manuela an und wir vereinbarten ein Treffen am folgenden Wochenende. Dieses Wochenende war der Anfang vom Ende. Manuela war inzwischen umgezogen und als sie mir die Türe öffnete, sah sie strahlender und schöner aus denn je. Das wunderte mich, denn sie hatte erst vor kurzem ihre Praxis verloren. Laut ihrer Aussage musste sie die Praxis wegen feuchten Wänden und Materialermüdung an der Mühle aufgeben, da sie bedingt durch die anhaltenden Bauarbeiten alle ihre Patienten verlor. Ich glaubte ihr. Sie sagte mir, dass sie nun verschiedene Kurse geben würde, einerseits für Manager, andererseits für Masseure. Auch das glaubte ich ihr.

Wir gingen also an besagtem Wochenende gemeinsam mit ihrem 5-jährigen Sohn zum Stadtfest, unterhielten uns herzlicher als je zuvor und sie lud mich zum Abendessen zu sich nach Hause ein. Wir kochten gemeinsam, lachten und gestanden uns irgendwann gegenseitig, dass wir beide schon länger Gefühle füreinander empfinden. So war es also kein Wunder, dass ich bereits in dieser Nacht bei Manuela schlief und ich genoss Ihre Nähe, diese Liebe und Wärme. So eine Frau wie Manuela hatte ich noch nie erlebt! Sie war sehr leidenschaftlich, sinnlich, erotisch, spontan und sehr, sehr zärtlich. Ich hatte eine kaputte Ehe hinter mir, meine Frau war Alkoholikerin und so genoss ich diese Frau an meiner Seite wie eine ausgetrocknete Pflanze das Wasser.

Nach einer Woche fragte mich Manuela, ob ich sie am Wochenende nicht nach Augsburg begleiten würde. Sie war zu einem Geburtstag eingeladen und so wollte sie mich bei dieser Gelegenheit ihren Freunden vorstellen. Hätte ich damals gewusst, was mich auf dieser Geburtstagsfeier erwartet, wäre ich ganz sicher zuhause geblieben. Bei der Feier war ich nun von etwa dreißig AVATAREN umgeben und ich verspürte nach einer Stunde den zwingenden Drang, die Feier verlassen zu müssen. Doch war das nicht möglich, da Manuela und ich aufgrund der langen Rückfahrt über Nacht bleiben mussten. Nicht, dass die Menschen dort unfreundlich waren, im Gegenteil. Ich hatte nur den starken Eindruck, als ob alle Anwesenden in Trance sind. So kümmerte ich mich um Manuelas Sohn und hielt mich, soweit möglich, am Rande der Gesellschaft auf. Das einzige Gesprächthema war AVATAR und man klopfte sich gegenseitig auf die Schulter.

Als ich zu fortgeschrittener Stunde die Hausherrin beobachtete, wie sie mit zwei Männern im Schlafzimmer verschwand, während sie ihrem Mann noch einmal gütig zulächelte, beschlich mich ein nicht wiederzugebendes Gefühl. Die darauf folgenden Geräusche aus dem Schlafzimmer sprachen in aller Deutlichkeit für sich und ihr Mann sass währenddessen am Tisch und unterhielt sich mit den Gästen! Ich kam mir, offen gestanden, vor wie in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Als sich dann eine AVATARIN neben mich und Manuela setzte, mir die Hand unter das Hemd schob und begann, mir den Rücken zu streicheln, stand ich auf und ging nach draussen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt und mir graute, da ich ja zu allem Überfluss in diesem Haus übernachten sollte.

Im Bett sprach ich Manuela auf den Vorfall an und sie meinte lapidar, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Jeder Mensch kann sich bei AVATAR so entwickeln, wie es gut für ihn ist, aber sie würde verstehen, dass das für mich als Aussenstehender noch nicht verständlich sein kann. Das würde sich jedoch ändern, wenn ich erstmal den Kurs besucht habe. Diese Aussage kam mir zu diesem Zeitpunkt und zu Recht vor wie eine Drohung!

Am nächsten Morgen wurde ich Zeuge einiger AVATAR – Übungen und nun war mir klar, dass diese Menschen alle ein ernsthaftes Problem haben. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Es sassen sich zwei Menschen gegenüber, während der eine sagte, was ihn belastet, und der andere versucht, ihn dann an seine eigentlich Aufgabe zu erinnern und Widersprüche gegen eventuell anfallende Bedenken zu entwickeln. Und das im ständigen Wechsel, stundenlang! Es war die Rede von ´Primarys´ und ´Secondarys´ und das ganze machte auf mich den Eindruck einer sanften Gehirnwäsche. Das Problem, welches bei der Übung zur Debatte stand, war, dass diese drei AVATAR – Damen, Manuela eingeschlossen, AVATAR – Kurse für Manager geben und diese Sache gross aufziehen wollten. Bei der Übung wurde so lange das ´Für und Wider´ angesprochen und wegdiskutiert, bis am Ende nur noch das ´Für´ stand. Zumindest für die ´Eingeweihten´ , denn für mich bestand das Problem immer noch, namentlich darin, dass kein Manager diese drei Frauen jemals für voll nehmen würde. Das also war das ´Diskreieren´, von dem Manuela immer sprach. Ich hatte plötzlich eine panische Angst um Manuela. Ich sprach sie auch auf der Heimfahrt sehr direkt darauf an, aber Manuela lachte nur und meinte, ich sollte mir mal ´in Leichtigkeit die Mühe machen´ und in höhere Dimensionen vordringen, mich von dem alten, unsinnigen und nicht funktionierenden Weltbild lösen, welches mein Leben so schwer macht! Solche und ähnliche Aussagen sollte ich in dem darauffolgenden Zeitraum unserer Partnerschaft noch sehr oft zu hören bekommen!

Die Wochen und Monate vergingen. Durch meine Tätigkeit war ich von Montag bis Freitag verreist und Manuela und ich sahen uns nur am Wochenende. So wusste ich also nicht, womit sich Manuela unter der Woche beschäftigt. Überhaupt wusste ich nur wenig von ihr, ihre Arbeit und ihre Familie. Es kam mir vor, als ob mir Manuela einige Dinge bewusst verschweigt, dennoch verdrängte ich damals diesen Gedanken, denn ich war mit Manuela noch sehr glücklich.

Jeder von uns hatte seine eigene Wohnung, aber dennoch verbrachte ich die Wochenenden meistens bei Manuela. Wir waren gemeinsam bei ihrem Pferd, ritten oft aus und ich fand so grosses Interesse an der Reiterei, dass ich mir selbst ein Pferd kaufte. Nun hatten wir das gleiche Hobby und so vergingen wunderschöne Stunden mit den Pferden in freier Natur. Wir unternahmen viel, kochten gemeinsam und sassen an den Samstagen und Sonntagen stundenlang am Frühstückstisch und redeten über Gott und die Welt. Alles war in Ordnung, solange keine Probleme diskutiert wurden. Ein Gespräch über Probleme brachte ihrerseits umgehend das Thema AVATAR auf den Tisch und Manuela rannte wie von Sinnen mit Harry Palmers Buch ´Die Kunst befreit zu leben´ durch die Wohnung. Immer häufiger und innerhalb weniger Augenblicke änderte sich Manuelas Stimmung gravierend, von Wutausbrüchen bis zur Depression. Und am meisten machte es sie wütend, dass ich an AVATAR nichts finden konnte, im Gegenteil, dass ich AVATAR inzwischen für eine sehr gefährliche Sache hielt und ihre Aussagen betreffs dieser Sekte immer widerlegen konnte. Niemand durfte es sich erlauben, AVATAR zu kritisieren! Niemand durfte es sich erlauben, Manuela zu kritisieren!

Wie gefährlich AVATAR tatsächlich ist und welche Folgen eine Mitgliedschaft mit sich bringen kann, musste ich nach einem Unfall herausfinden, welcher mich zwang, einige Wochen nicht zu arbeiten. Nun war ich 7 Tage in der Woche zuhause (vielmehr bei Manuela) und ich lernte nun Manuelas wahres Leben kennen, welches ganz sicher nicht so geregelt war, wie sie immer behauptet hatte. Im Gegenteil. Manuelas ganzes Leben war ein Gerüst aus Lügen, hinter welche ich durch meine berufliche Abwesenheit nie geblickt hatte.

So erfuhr ich, oft durch puren Zufall, was sich hinter dieser, von ihr errichteten Fassade eines schönen, erfolgreichen und geregelten Lebens tatsächlich verborgen hielt. Manuela war hochverschuldet, das Geld für die Praxis bekam sie von ihrer Mutter und von der Bank. Anstatt sich ihre Praxis aufzubauen, besuchte sie jeden Psycho-Kurs, der egal in welcher Stadt Deutschlands oder der Schweiz für viel Geld, das sie nicht hatte, angeboten wurde! Nun wusste ich auch, dass Manuelas Aussage, sie würde ihr Geld damit verdienen, indem sie selbst Kurse gab, nicht stimmte. Manuela suchte in ständigem Wechsel bei unterschiedlichen MLM – Unternehmen (Direktvertrieb) ihren Erfolg, gab aber am Ende mehr Geld aus, als sie verdiente. Bei Bedarf bettelte sie den wohlhabenden Vater ihres unehelichen Sohnes an, welcher sie fälschlicherweise immer unterstützte oder sie suchte bei mir Hilfe.

Ihr Kind wurde vernachlässigt, sie schob den Kleinen regelmäßig ab, damit sie ihre Kurse besuchen konnte (der Sohn war mehr bei seiner Oma, der Tante, bei Freunden oder seinem Vater, als zuhause bei seinem Mutter). Das Kind litt sehr darunter, aber Manuela liess sich nicht in ihre Erziehungsmethoden heineinreden.

Weiterhin hatte sie massive Probleme mit ihrer Bank (weit über 100.000,00 DM Schulden, ohne Gegenwert), Probleme mit dem Gerichtsvollzieher (keine Rechnung wurde bezahlt) und mit dem Gericht. Ihr Telefon wurde mehrmals gesperrt. Man wollte ihren Wagen, der geleast war (der Vater ihres Sohnes hatte gebürgt) bereits abholen lassen, aber in letzter Instanz sprang immer wieder ein Familienmitglied oder ich ein. Ich wollte Manuela helfen, verschaffte ihr einen Termin bei der Schuldnerberatung, einen Arbeitsplatz und erledigte, neben meiner eigenen Verantwortung für das Geschäft und mich selbst, ihre Post, wodurch noch mehr Lügen zum Vorschein kamen. Ich sorgte mich darum, dass es bei Manuela nicht bis zum Schlimmsten kam.

Meine Hilfe war Manuela zweifellos willkommen, auch die Hilfe ihrer Familie und insbesondere die Hilfe des Kindsvaters, aber ansonsten behandelte Manuela die Menschen, die ihr halfen, wie kleine, unwissende und lebensunfähige Dummköpfe. Manuela lächelte ins Leben, nichts konnte sie aus der Ruhe bringen, während über ihr eine gewaltige Lawine zusammenbrach.

Immer wieder kam es zwischen uns zum Streit, wenn ich Manuela die Realität vor Augen führte. Sie nahm von keinem Menschen Ratschläge an. Mehrmals warf sie mich aus ihrer Wohnung oder sie brachte mich dazu, dass ich freiwillig ging. Es war oft nicht mehr zu ertragen. Aber Manuela holte mich nach wenigen Tagen wieder zurück, versicherte mir, wie sehr sie mich doch lieben und brauchen würde und dass wir eine wunderschöne, gemeinsame Zukunft haben werden. Ich suchte Gespräche mit ihrer Familie, bat um Hilfe, doch die Familie wusste nichts von AVATAR. Manuelas Mutter war nur sehr traurig, dass sie bei aller finanziellen Hilfe, die sie ihrer Tochter gegeben hatte, von ihr so schlecht behandelt wurde. Ihre Schwester hatte Manuela bereits aufgegeben. Der Kindsvater wollte seine Ruhe, zückte bei Bedarf den Geldbeutel oder liess Manuela mal wieder für ein paar Wochen in seinem Hotel arbeiten. Immer mehr Menschen lernte ich kennen, die von Manuela Geld zu bekommen hatten, manche warnten mich vor ihr. Aber ich war blind vor Liebe und war bereit, alles für diese Frau zu tun. Ich nahm innerhalb eines halben Jahres fast 20 Kilogramm ab, war kaum noch in der Lage, zu arbeiten.

Aber es wurde noch schlimmer! So erfuhr ich, dass Manuela hinter meinem Rücken regelmässigen, sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatte. Gewusst hatte ich es nicht, aber gefühlt. Die Bestätigung dafür kam erst, als es zu spät war. Jeder schien es zu wissen, keiner hat geredet, da Manuela durch ihre liebenswerte und hilfsbereite Art alle in ihren Bann zog. Da war der Typ, der sich während meiner geschäftlichen Abwesenheit um meine Stute gekümmert hatte. Der ganze Stall sprach davon, nur mir sagte man nichts. Abgesehen davon: Die Stallbesitzerin ist ebenfalls ein AVATAR! Da war ihr Chef bei einer Versicherungsagentur, für die sie kurze Zeit arbeitete, mit dem sie sich heimlich traf! Da war ein Kollege der Firma Nikken, bei welcher sie ihr Glück versuchte. Mit ihm hatte sie sogar eine Reise gebucht, welche sie mir als Fortbildungslehrgang verkaufen wollte. Ich kam durch Zufall hinter die Wahrheit.

Ihr Sohn schlief auf dem Fussboden, weil das Bett kaputt war. Doch anstatt ein neues Bett zu kaufen, gab sie das wenige Geld für sündhaft teuere Schuhe, Schmuck und Kleidung sowie für ihre lebensnotwendigen Psycho-Kurse aus. Auf ihrem Wohnzimmerschrank hatte sie symbolisch eine Art Altar aufgebaut. Dort lagen, unter dem ´Lebensplan´ einige Münzen, das Modell eines Mercedes Cabriolet, das Foto eines Schiffes, Ansichtskarten aus der Karibik … alles Dinge, die Symbole für Manuelas Träume waren und die sie sich durch AVATAR zu bekommen erhoffte. Gab es Probleme oder etwas, was ihren Träumen gefährlich wurde, so wurden diese Dinge nach der AVATAR – Methode einfach ´diskreiert´ und damit hatte sich dann die Sache für Manuela erledigt.

Sie belog mich, erzählte mir von Fortbildungskursen, während sie andere Männer oder ihre Gurus von AVATAR traf. In der Regel durchschaute ich ihre Lügen und sprach sie darauf an. Das Ergebnis war eine Manuela, die mich geifernd und tobend aus der Wohnung warf, da sie die Wahrheit nicht mehr vertragen konnte. Sie war zu keinem Zeitpunkt unserer Beziehung mehr zu rationellem Denken fähig. Aber ich liebte diese Frau.

Im Dezember 2001, eine Woche vor Weihnachten, warf sie mich zum letzten Mal aus ihrer Wohnung. Es war das traurigste Weihnachtsfest, das ich jemals erlebt hatte. Ich verbrachte Heiligabend im Stall bei meiner Stute. Sie war alles, was mir von der grossen Liebe noch geblieben war. Sie und die Frage, was hier geschehen ist. Erst jetzt, knapp ein Jahr danach, habe ich mich wieder erholt und zu mir zurückgefunden, aber diese fast zweijährige Partnerschaft mit allen ihren AVATAR – geprägten Umständen, hat in mir eine gewisse Leere hinterlassen. Manche Liebe scheitert am Vertrauen der Menschen zueinander, eine andere Liebe scheitert an der örtichen Distanz oder am mangelnden Verständnis. Doch unsere Liebe scheiterte an einer Psycho-Sekte, die statt dem befreiten Leben, welches von Harry Palmer versprochen wird, die Betroffenen ins Chaos stürzt, sodass am Ende ausser einem riesigen Scherbenhaufen nichts übrig bleibt!

Ich habe erlebt, wie ein wunderbarer Mensch durch AVATAR mehr und mehr zugrunde ging und alles in seinem Umfeld wie ein schwarzes Loch mit sich gerissen hat. Die AVATARE bestechen nach aussen durch eine schimmernde Fassade, hinter welcher sich der Schimmel der Katastrophe ausbreitet. Ich wünsche allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, in der ich mich befand, dass Gott ihnen sehr viel Kraft und Trost gibt, aber auch die Erkenntnis, dass sie einem Menschen, der in den Fängen von AVATAR ist, nicht helfen können. Und ich hoffe für alle die, die diesen Erfahrungsbericht lesen, dass ihnen unser Schicksal eine Warnung vor den Machenschaften dieser Psycho – Sekte ist!

SIE finden alle Antworten auf alle Fragen IN SICH SELBST, niemals bei selbsternannten Gurus, welchen IHR Leben und IHR Schicksal trotz aller leeren Versprechungen am Ende völlig egal ist!!

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