Bruno Gröning-Freundeskreis

Anderer Name: Freundeskreis Bruno Gröning

Der Bruno Gröning-Freundeskreis verspricht Heilung durch die Heilkraft des verstorbenen deutschen Wunderheilers Bruno Gröning, geht aber weit darüber hinaus: Aus Worten Grönings wird eine eigene Weltanschauung zusammengestellt und den Mitgliedern in einem stets wachsenden Schrifttum propagiert. Ausgangspunkt des Freundeskreises ist die Person Grönings selbst.

Bruno Gröning wurde am 30. Mai 1906 in Danzig unter dem Namen Bruno Grönkowski als Kind eines katholischen Handwerkers geboren, besuchte bloss fünf Jahre die Schule und begann zwei Berufsausbildungen, die aber zu keinem Abschluss führten. In der Folge arbeitete Gröning in wechselnden Stellungen, meist als Hilfsarbeiter.

Nach dem 2. Weltkrieg, in welchem er an der Ostfront diente und verletzt wurde, kam Gröning nach Dillenburg/D. Dort begann man an ihm Heilkräfte wahrzunehmen, die er 1949 in Herford zur Heilung eines an Muskelschwund leidenden Jungen einsetzte. Dessen Zustand stabilisierte sich zwischenzeitlich, was bei Muskelschwund nicht selten ist. Später starb der Junge allerdings an seiner Krankheit. Gröning erlangte durch die «Heilung» in einer breiteren Öffentlichkeit den Ruf eines «Wunderdoktors». Von März bis Juni 1949 strömten Tausende von Menschen zu ihm nach Herford.

Nachdem ihm die Regierung Nordrhein-Westfalens eine öffentliche Wirksamkeit verboten hatte, wich Gröning auf den Traberhof in Rosenheim/D aus, wo fortan die Massenveranstaltungen stattfanden. Menschen, die nicht nach Rosenheim reisen konnten oder Grönings Heilkraft mit nach Hause nehmen wollten, wurden die sog. Gröning-Kugeln verabreicht. Es handelte sich hierbei um Kugeln aus Stanniolfolie von Zigarettenpackungen – Gröning war Kettenraucher –, in die er eigene Körpersubstanzen zur Übertragung seiner Heilkraft einwickelte.

Heilungsberichte häuften sich, Gröning selbst profitierte davon allerdings nicht: 1949 starb ein Sohn an einer Brustfellentzündung, im selben Jahr trennte sich Gröning von seiner Frau. Zunehmende Kritik erntete Gröning von Seiten der Ärzteschaft und von Teilen der Presse, die vor Scharlatanerie warnte. Verbote staatlicherseits folgten. 1958 wurde Gröning angeklagt, den Tod eines lungenkranken Mädchens verursacht zu haben, indem er die Patientin der ärztlichen Behandlung entzog. Erstinstanzlich wurde er zu Busse und Haft auf Bewährung verurteilt. Das Berufungsverfahren blieb unbeendet: Gröning starb 1959 in Paris an Magenkrebs.

Gröning hinterliess als Organisation den «Verein zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland», von welchem sich 1979 der Freundeskreis Bruno Gröning unter der Leittung von Grete Häusler (1922-2007) abspaltete. Seit dem Tod von Grete Häusler wird der Freundeskreis von deren Sohn Dieter Häusler geleitet.

Un die eigene Botschaft auch für Nichtchristen attraktiv zu machen, ist der Freundeskreis dazu übergegangen, Aussagen von Bruno Gröning zu Jesus Christus aus seinen Werken zu streichen. Dies hat zu einer Abspaltung unter dem Schwiegersohn von Grete Häusler, Thomas Busse geführt, welcher in der Folge den „Informationskreis: Leben und Lehre Bruno Grönings“ begründet hat.

Wie Gröning ist es dem Freundeskreis in erster Linie um Heilung von Krankheiten zu tun. Diese geschieht durch den «Heilstrom», der von Gröning ausging und heute vom jenseitigen Gröning vermittelt wird. Zur Übertragung desselben braucht es zweierlei: erstens «Antennen», das können Gröning-Kugeln sein, oder, weil diese knapp werden, auch Fotos von Gröning; zweitens braucht es das «Einstellen», eine Besinnung auf den Heilstrom, die üblicherweise in nicht überkreuzter, sitzender Haltung durchgeführt wird. Für die Heilung gilt Grönings Motto «Es gibt kein unheilbar», im Grunde ist jedes Leiden heilbar.

Dazu kommen Elemente positiven Denkens: Von Krankheit und Leiden darf nicht gesprochen werden. Anhaltende Beschwerden werden nicht als Zeichen des Ausbleibens der Heilung gedeutet, sondern als sog. «Regelungsschmerzen», die für die Heilung nützlich und durchzustehen sind. Jederzeit möglich ist ein Verlust der Heilung, insbesondere durch Kontakt mit Kritikern. Diese werden deshalb «satanische Menschen» genannt und sind zu meiden.

Gröning und der Freundeskreis behaupten gegen aussen, in jeder Hinsicht mit kirchlicher Lehre verträglich zu sein, dagegen spricht jedoch die enorme Bedeutung der Person Grönings. Er ist nicht nur Heiler, sondern Vermittler zwischen Gott und den Menschen, insofern er «die Brücke» zwischen ihnen, die vor Tausenden von Jahren eingerissen worden sei, wieder aufgerichtet hat. Ebenso ist die Heilwirkung Grönings nicht auf den Menschen beschränkt, sondern betrifft die ganze Erde, was im Schrifttum des Freundeskreises kommentiert wird mit «Bruno rettet die Erde». Ihm werden an Allmacht grenzende paranormale Fähigke ten zugeschrieben und sein Leben ist von Legenden umrankt.

Intern wird auch Reinkarnation gelehrt, so gilt Bruno Göning manchen Freunden als Inkarnation von Jesus und Grete Häusler als Verkörperung der Maria. In den letzten Jahren vermuteten manche Gröning-Freunde, dass sich Bruno Gröning im kroatischen Heiler Josip Grbavac alias Braco reinkarniert habe.

Mitglieder des Freundeskreises treffen sich alle drei Wochen zu Gemeinschaftsstunden, wo Erfolgsberichte vorgetragen und das «Einstellen» ausgeübt wird. Daneben werden u.a. Lieder gesungen, die das Heilswerk Brunos schildern. Zugelassen zu Gemeinschaftsstunden wird allerdings nur, wer vorher eine Einführung in die Lehre Bruno Grönings besucht hat und dort auf die Bedeutung seiner Person vorbereitet wurde. Geworben wird insbesondere an esoterischen und alternativmedizinischen Messen. Zur Sammlung von Heilungsberichten besteht eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgruppe.

Die Hinweise für die praktische Lebensgestaltung sind von konservativem Geist geprägt, abgelehnt werden Rockmusik, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Alkoholkonsum und Rauchen.

 

Ums Jahr 2000 herum wurden weltweit rund 700 Gemeinschaften mit insgesamt 30’000 Gröning-Freunden angegeben, für die Schweiz rund 30 Gemeinschaften mit 1’200 Freunden.

Inzwischen ist die Zahl der Gemeinschaften und Freunde in der Schweiz deutlich zurückgegangen. In den grösseren Städten bestehen noch Gemeinschaften, aber Adressen werden keine mehr bekannt gegeben.

Es existiert keine Website der Bruno-Gröning-Freunde in der Schweiz, sondern lediglich eine zentrale internationale Seite:
https://www.bruno-groening.org

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