Jesusfirstviral

Jesusfirstviral ist eine Organisation, die vor allem über Tiktok, aber auch über andere soziale Medien für einen evangelikalen Glauben wirbt. Ziel ist es, Jesus Christus «viral» zu machen, d.h. seine Botschaft in den sozialen Medien zu verbreiten.

Gründer und Gesicht von Jesusfirstviral ist Johny Wäfler (geb. 1991). Johny Wäfler ist nach eigenen Angaben nicht religiös aufgewachsen, bekehrte sich aber im Jahr 2013 in einem evangelikalen Sinn und wurde Mitglied einer Gemeinschaft, welche er im Rückblick als Sekte bezeichnet, und von der er sich später wieder distanzierte.

Beruflich konnte Johny Wäfler in Bern ein kleines Informatik-Geschäft übernehmen. 2017 bis 2021 absolvierte er eine Lehre als Montage-Elektriker.

Im Jahr 2019 wandte sich Johny Wäfler wieder intensiver dem Glauben zu und wirkte bei der umstrittenen Bewegung  «Christian Fellowships Ministries Worldwide» resp. deren Berner Gemeinde «Christian Fellowship (CF) Bern» mit. Im Frühling 2021 distanzierte sich Johny Wäfler von CF Bern und besuchte in der Folge Gemeinden der Vineyard-Bewegung.

Im Mai 2020 wurde Johny Wäfler mit seinem Konto «Jesusfirstviral» auf der Plattform Tiktok tätig, es folgten Accounts bei Instagram, Facebook, Youtube und eine eigene Website. Das Domizil von Jesusfirstviral war an der Belpstrasse 24 in 3007 Bern.

Im Juli 2021 übernahm Johny Wäfler eine Arbeitsstelle in Zürich, wo heute auch der Sitz von Jesusfirstviral liegt. Seither besuchte Johny Wäfler Gottesdienste von ICF Zürich und machte auch Werbung dafür.

Im Frühjahr 2021 wurde ein Glaubenskurs über Zoom angeboten. Für die Zukunft sind weitere Glaubenskurse und ein Taufkurs mit Taufe geplant. In einem Interview erwähnte Johny Wäfler auch die Gründung einer eigenen Gemeinde als Möglichkeit.

Jesusfirstviral vertritt einen evangelikalen Glauben.

Öfter betont werden drei Grundlagen für ein christliches Leben: Lektüre der Bibel, Gebet und Mitwirkung in einer Gemeinde.

Jesusfirstviral vertritt die Überzeugung, in der Endzeit zu leben.

Hauptaktivität von Jesusfirstviral sind kurze, fürs Christentum in einem evangelikalen Sinn werbende Videos bei Tiktok, die von Johny Wäfler gesprochen und fast immer mit dem Wunsch «Sei gesegnet» abgeschlossen werden. Thema ist jeweils eine Tagesaktualität oder eine Glaubensfrage, oft aber auch Kritik und Hassbotschaften von Dritten, die Johny Wäfler aufgreift und als Anlass für seine Botschaft verwendet.

Ein Beispiel vom Juni 2021:

Aufgegriffen wird ein Kommentar aus dem Publikum, der lautet: «Glaubst du diesen Scheiss wirklich?»

Johny Wäfler antwortet im Video (original in Berndeutsch): «Danke vielmals für deinen Kommentar, für deine Nachricht, ob ich diesen Scheiss glaube? Erstens ist es kein Scheiss, und zweitens, ja ich glaube, dass Jesus Christus für mich am Kreuz auf Golgatha gestorben ist, für meine Sünden, für meine Fehler. Die Frage ist: Glaubst es du? In Römer 10,10 heisst es: Wer im Herzen glaubt, und mit dem Mund bekennt, dass Jesus Christus Herr ist, der hat das ewige Leben. Und das ist der Grund, warum ich an Gott und an Jesus glaube, weil ich gerne das ewige Leben haben möchte, und nicht in die Hölle kommen möchte, so wie es in Offenbarung 20,15 steht, dass wer nicht im Buch des Lebens drin steht, der wird verloren gehen. In diesem Sinne wünsche ich Gottes Segen, sei gesegnet!»

Neben den Kurzvideos auf Tiktok werden auch längere Predigten zu Glaubensthemen produziert, die auf Instagram und Youtube publiziert werden.

Auf der Website von Jesusfirstviral kann eine Bibel bestellt werden, die kostenlos zugesandt wird.

Für die Zukunft sind Glaubenskurse, ein Taufkurs und ggf. die Gründung einer eigenen Gemeinde geplant.

Das Tiktok-Konto von Jesusfirstviral verfügt zurzeit über 17’900 followers und kommt auf 348’600 likes. Mit seinen Videos erreicht Jesusfirstviral potenziell beinahe jede Person, welche Tiktok nutzt, und ist damit zu einer der bekanntesten evangelikalen Organisationen unter jungen Menschen in der Schweiz avanciert.

Auf anderen sozialen Medien ist der Zuspruch geringer, der Instagram-Account wurde von 850 Personen abonniert, der Youtube-Kanal von 127 und die Facebook-Seite von 25 Menschen.

Das Angebot einer Gratisbibel wurde bisher von einigen Hundert Personen in Anspruch genommen.

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