Eckankar

1965
 «Eckankar-Religion von Licht und Ton Gottes» versteht sich gleichzeitig als «natürlichen Weg zurück zu Gott» und als «uralte genaue Wissenschaft der Seelenreise», als «die älteste aller Lehren» und als «ursprünglicher Quell, aus dem alle Glaubensrichtungen entstammen.» Dieses dem Hinduismus entlehnte Konzept von der noch unveränderten Urwahrheit, die durch alle Jahrtausende hindurch jeweils von einem lebenden Meister auf den nächsten übertragen wird, fand ins Bewusstsein von Eckankar auf dem Umweg über die Self-Realization-Fellowship und über Kirpal Singhs Ruhani Satsang (s.o.), zu denen der Begründer von Eckankar, der Amerikaner Paul Twitchel zeitweilig gehört hatte. Später verstand sich Twitchell als der 971. Meister in einer ununterbrochenen Reihe von ECK-Meistern. Mit dieser Einordung in eine andere, fiktive, uralte Meister-Schülerreihe distanzierte sich Twitchell augenfällig von den ihn früher bestimmenden indischen Traditionen. Das Phantasiewort ECK – Anhänger halten es für ein Urwort – bezeichnet den «göttlichen Geist», den «Heiligen Geist», «den hörbaren Lebensstrom, die Lebenskraft». Licht und Ton sind die zwei Aspekte, in denen sich diese göttliche Lebenskraft in den niederen Welten offenbart. Die Seele des einzelnen Menschen, selbst ein Funke aus der göttlichen Urkraft, sucht durch Seelenreisen «Selbst- und Gottrealisation». Sie sucht – Christen würden von einem gnostischen Erlösungsmodell sprechen – den Weg zurück in ihren Ursprung. Seelenreisen lernt die Seele vor allem in den täglichen spirituellen Übungen, in Kursen von Eckankar, in der Hingabe an den lebenden ECK-Meister und im Studium der Eckankar-Literatur. Die in der Literatur dargelegten Beispiele eindrücklicher Seelenreisen werden in der Eckankar-Theorie als Reisen durch spirituelle Ebenen deutlich von gewöhnlichen Imaginationen und Träumen abgehoben, erinnern aber trotzdem an Tagträume oder an Phantasiereisen zu Therapiezwecken. Der Visionär findet durch verschiedene, vor allem lichtvolle Bilder und tröstliche Ereignisse zu einem Symbol göttlichen Lichts, z.B. zu einem Leuchtturm. Angeregt werden diese imaginären Reisen durch Klangmeditationen, etwa durch das wiederholte Singen des Sufi-Gottesnamens HU (ausgesprochen: hjuu). Nach minutenlangem Singen an stillem Ort mit geschlossenen Augen stellen sich nicht selten innere Bilder oder Auditionen ein – man hört z.B. ein himmlisches Brausen, das wie ein Meer das Ohr umbrandet. All diese inneren Erahrungen werden dann selbstverständlich als Seelenreisen und Begegnungen mit dem göttlichen ECK, dem «Heiligen Geist», verstanden. Ziel aller spirituellen Übungen ist die Gottrealisation der Seele, ein Zustand völliger Freiheit jenseits aller karmischen Beschränkungen. Zu diesem Ziel geleitet den ECK-Schüler der lebende ECK-Meister, der aber nicht körperlich anwesend zu sein braucht. Er führt ihn als Traummeister auch durch Träume. Träume dienen dazu, «den einzelnen näher an Licht und Ton Gottes zu bringen.» Ohne dass der Träumer dies spürt, sind seine Träume so etwas wie der erste Schritt auf dem Eckankar-Weg. Dem ECK-Schüler wird empfohlen, seine Träume aufzuschreiben und sich so Rechenschaft zu geben über seinen spirituellen Weg. Der ECK-Meister wird respektiert, aber – so will es die Theorie – nicht verehrt. Von 1971 bis 1981 war lebender ECK-Meister Sri Darwin Gross. Ihm folgte der Amerikaner Sri Harold Klemp. Unter seiner Leitung wurde auch das ECK-Heiligtum in Chanhassen, Minnesota, USA errichtet: «Der ECK-Tempel ist der Startplatz für den Traum der Seele, die Gott erreichen will.» (Sri Harold Klemp). Die Seele braucht geeignete Orte und Lehrmeister, wenn sie auf Seelenreise gehen will.

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