Christian Science

1866/1879
 Andere Namen: Christliche Wissenschaft; First Church of Christ, Scientist; Erste Kirche Christi, Wissenschafter

Die Amerikanerin Mary Baker Eddy, geb. 1821 auf einer Farm in Bow, New Hampshire, in puritanischem Milieu erzogen, teilte mit ihrem Vater die Liebe zu theologischen Spekulationen. Psychosomatisch bedingte Leiden weckten in ihr die Frage nach Gesundheit und Heilung. Ihr Gatte G. W. Glover starb ein halbes Jahr nach der Heirat 1843. Ihren Sohn, drei Monate nach dem Tod des Mannes geboren, musste sie aus gesundheitlichen Gründen ihrer Familie überlassen. Nach einer zweiten unglücklichen Ehe begegnete sie dem Hypnotiseur P. P. Quimby, der positiven Gedanken heilende Kräfte zuschrieb.

Nach einem Sturz verletzt, erlebte sie bei der Lektüre des NT eine Spontanheilung, für sie ein Beweis des unauflösbaren Zusammenhangs von christlichem Glauben und Heilung. Sie verstand die Heilungswunder Jesu nicht als Ausnahmen, sondern als Bestätigung eines göttlichen Gesetzes. Dieses neue Verständnis des Evangeliums und der Heilungsprozesse erläuterte sie 1875 in ihrem Buch «Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift» («Science and Health»).

1877 verheiratete sie sich in dritter Ehe mit A. S. Eddy, einem ihrer Schüler. 1879 gründete sie in Boston die Church of Christ, Scientist, die sie 1892 neu als The First Church of Christ, Scientist, organisierte. Die neugegründete Kirche sollte die in den übrigen Kirchen verloren gegangene Heilkraft des Glaubens wieder entdecken und pflegen. Sie warb intensiv für ihre Ideen, zuerst im «Christian Science Journal», später im «Christian Science Monitor», der sich weit über den Kreis ihrer Schüler hinaus zu einer viel beachteten Tageszeitung entwickelte. Sie starb am 3. Dezember 1910 in Boston.

Wer Gott als alles umfassendes Prinzip, als Liebe richtig denkend bejaht, der durchbricht den Irrtum. Gesundbeten ist die Annahme Gottes, des heilenden Gemüts.

Die Christliche Wissenschaft kennt nur die geistige Taufe und das geistige Abendmahl ohne eigentliche Taufhandlung oder Abendmahlsfeier. In den Gottesdiensten wird aus der Bibel und aus «Wissenschaft und Gesundheit» vorgelesen (keine Predigt). Die oberste Kirchenleitung liegt in den Händen des sich selbst ergänzenden fünfköpfigen Christian Science Board of Directors (Vorstand der Christlichen Wissenschaft). Die Zweigkirchen haben ihre eigene Verwaltung. Zur Gründung einer Zweigkirche sind mindestens 16 Mitglieder, darunter ein sog. Ausüber, ein hauptamtlicher «Heiler», nötig. Kleinere Gruppen bilden eine Vereinigung.

Indem die Christliche Wissenschaft Gott, Geist, Gemüt als einzige, letztlich unpersönliche (und nur «positive») Wirklichkeit betrachtet, verliert sie die Realität des Materiellen, die Dynamik der Sünde und den Ernst der Krankheit aus den Augen. Zwar verwendet sie diese Ausdrücke ebenfalls, aber diese werden mit den Grundanschauungen der Christlichen Wissenschaft gefüllt. Das gilt auch für die Rede vom Schöpfer und von der Vergebung, bei der nicht die Heilstat Jesu Christi am Kreuz hervorgehoben wird, sondern das immerwährende Wirken von «Christus» in jedem, der Wahrheit, Heil und Rettung auf dem Weg der Christlichen Wissenschaft zu erreichen sucht.

Schweiz: 14 Gemeinden, in: Aarau, Basel, Bern, Bex, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Moutier, Neuenburg, Solothurn, Vevey, Winterthur und Zürich

 

Michel Bobillier
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