Theosophische Gesellschaften

Die verschiedenen im deutschen Sprachraum tätigen Theosophischen Gesellschaften führen sich alle zurück auf die ursprüngliche, von Helena Petrowna Blavatsky (1831–1891) im Jahr 1875 in New York gegründete Theosophical Society. Grundschriften sind Blavatskys Werke: «Isis entschleiert» (1877) und, vor allem, «Die Geheimlehre» (1888). Die Theosophischen Gesellschaften vertreten die im Einleitungskapitel zur Theosophie dargestellten Lehren. Schon bald nach dem Tod von H.P. Blavatsky kam es zur Spaltung der theosophischen Bewegung: 1895 trennte sich die amerikanische Sektion der Theosophischen Gesellschaft unter ihrem Präsidenten, dem Blavatsky-Mitstreiter William Quan Judge, von der internationalen Zentrale der Theosophischen Bewegung in Adyar bei Madras in Indien, welche damals von Annie Besant dominiert wurde.

Im deutschen Sprachraum entstanden schon bald nach dem Erscheinen von Blavatskys Werken theosophische Gruppen, die von den beiden genannten Flügeln der Theosophischen Gesellschaft unabhängig waren. Bis in die Gegenwart hielt sich die von Franz Hartmann 1897 ins Leben gerufene «Theosophische Gesellschaft in Deutschland».

Im Jahr 1902 fasste auch die Theosophische Gesellschaft Adyar in Deutschland Fuss, wo Rudolf Steiner ihr Generalsekretär wurde. Im Jahr 1910 wurde die Tätigkeit in der Schweiz aufgenommen. In den Jahren 1913/ 1914 verkleinerte sich die Theosophische Gesellschaft Adyar im deutschen Sprach- raum ganz erheblich, da Rudolf Steiner mit einem Grossteil der lokalen Logen die Bewegung verliess und die Anthroposophische Gesellschaft begründete. Streitpunkte waren die Betonung östlicher Anschauungen in der Adyar-Theosophie, im Gegensatz zum bewusst «westlichen Weg» Steiners und der Seinen, und insbesondere die Ausrufung Krishnamurtis zum neuen Christus durch Annie Besant und ihren Mitstreiter Charles Webster Leadbeater. Dies konnte Steiner nicht akzeptieren, da für ihn das «Christus-Ereignis» eine einmalige Sache darstellte. V

on diesem Aderlass konnte sich die theosophische Bewegung im deutschen Sprachraum nie mehr erholen, sie blieb bis heute weit kleiner als die Anthroposophie. Gegenwärtig zeigt die theosophische Bewegung im deutschen Sprachraum ein organisatorisch vielseitiges Bild. Neben der Theosophischen Gesellschaft Adyar als der an Mitgliedern weitaus grössten Gemeinschaft und der von Franz Hartmann gegründeten Theosophischen Gesellschaft in Deutschland sind vertreten die Theosophische Gesellschaft Point Loma Covina und die Theosophische Gesellschaft Pasadena, die auf die unter William Quan Judge 1895 verselbständigte amerikanische Sektion der Theosophischen Gesellschaft zurückgehen, sowie lokale Abspaltungen im deutschen Sprachraum. Eine Zusammenarbeit der einzelnen Gemeinschaften ist aber von Fall zu Fall möglich, die Lehrunterschiede sind gering.

Zeitschrift

Theosophie Adyar

Statistik (nur Adyar)
D: 7 G, 200 M
A: 3 G
CH: 3 G, 100–200 M

 

Theosophische Gesellschaft in Deutschland
Bahnhofstr. 15
D-69115 Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221 16 93 91

Theosopische Gesellschaft Pasadena
Klenzestr. 16
D-80469 München
Tel.: +49 (0)89 26 02 31 80

Stiftung der Theosophischen Gesellschaft Pasadena
Böhmreute 9
D- 71735 Eberdingen
Tel.: +49 (0)7042 7 88 29

Verlag der Theosophischen Gesellschaft Pasadena
Brunnenstr.11
D- 56414 Hundsangen
Tel.: +49 (0)6435 960 33

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