Zum Tod von Papst Franziskus

Die Reaktionen in der Presse zeigen, wie sehr die schlichte Menschlichkeit des verstorbenen Papstes viele beeindruckte. Prunk und Prestige standen nicht auf seiner Agenda, umso mehr aber Begegnungen mit Menschen, denen beides oder alles fehlte.

Im Geist seines Namenspatrons Franz von Assisi dem Frieden unter allen Menschen zugetan versuchte Papst Franziskus zwischen den aktuellsten Kriegsparteien zu vermitteln, meistens leider, doch wenig überraschend, ohne Erfolg.

Etwas kontroverser wird die Rolle von Papst Franziskus in der Debatte um innerkirchliche Reformen besprochen. Seine Spontaneität liess die Reformkräfte innerhalb der Kirche ab und zu aufhorchen. Wurde es unter seiner Leitung möglich, Frauendiakonat und sogar Frauenpriestertum ernsthaft zu erwägen und das obligatorische Priesterzölibat zu hinterfragen? Ein Hauch von moderner Humanität wehte phasenweise wieder durch die ehrwürdigen Räume der katholischen Kirche, aber nur, um sogleich wieder zu verebben. Franziskus selber beendete mit einem neuen Votum zur scheinbar irreversiblen Tradition alle Hoffnungen der Reformkräfte.

Warum dies Nein nach allen angestossenen Hoffnungen? Hatte der Papst Angst vor der eigenen Courage? Oder musste vatikankonform sein Ordnungssinn seine Spontaneität besiegen?

Peter von Sury, bis vor kurzem Abt von Mariastein, wird ein hartes Zitat zugeschrieben: «Die katholische Kirche ist nicht reformierbar». Es macht den Anschein, dass das Pontifikat von Papst Franziskus diese Ansicht bestätigte. Ein Nachfolger könnte sie allerdings widerlegen.

Prof. Georg Schmid, 23. April 2025