Kurzer Bericht zur Esoterikmesse

Fachvortrag «Lichtarbeit und wie man die Probleme des Lebens beseitigen kann»

Zu Beginn der Messe besuchte ich ein Seminar über die zehn Chakrapunkte, das von Matthias
Heimberger geleitet wurde. Er berichtete zunächst über seine schamanistische Grundausbildung,
die er im Rückblick kritisch sieht – insbesondere, was die damaligen Heilmethoden betrifft, die er
inzwischen als unzureichend empfindet. Aus dieser Erfahrung heraus habe er im Laufe der Jahre
seine eigene Methode entwickelt, die er heute in seiner Arbeit mit Klientinnen und Klienten
anwendet. Im ersten Teil des Seminars stellte Heimberger die zehn wichtigsten Chakrapunkte vor.
Diese beschrieb er als zentrale Punkte im Energiefeld des Körpers, die jeweils bestimmte
physische und emotionale Bereiche beeinflussen sollen. Anschliessend fragte er in die Runde, ob
jemand ein konkretes Anliegen habe und bereit wäre, seine Methode zur Lösung von
Energieblockaden vor Publikum auszuprobieren. Eine Frau meldete sich und schilderte, dass sie
Schwierigkeiten habe, sich zu öffnen und auszudrücken. Sie vermutete, dass dies mit dem zehnten
Chakra im Nackenbereich zusammenhängen könnte. Laut Heimberger sei dieses Chakra
besonders sensibel und werde nur in Ausnahmefällen direkt behandelt, da es mit allen anderen
Chakren verknüpft sei. Dennoch entschied er sich, eine „Öffnung“ vorzunehmen. Die Frau setzte
sich auf einen Stuhl, während Heimberger sich hinter sie stellte, die Augen schloss, seine Hände
rieb und dann etwa eine Minute lang mit geschlossenen Augen Bewegungen in der Luft ausführte
– offenbar, um ihre Energie zu reinigen. Dieses Ritual wirkte auf mich eher skurril und hatte für
mich etwas Performatives. Dennoch wirkte die Frau im Anschluss bewegt. Sie beschrieb, dass ihr
plötzlich warm geworden sei und sie gespürt habe, wie sich eine „Energiebahn gelöst“ habe.

Handlesen bei Maria Magdalena

Am Stand von Maria Magdalena, die sich selbst als „mediales Energie-Medium“ bezeichnet, liess
ich mir die Hand lesen. Sie fragte mich zunächst, ob ich ein konkretes Anliegen habe. Als ich dies
verneinte, bat ich sie einfach zu sagen, was sie in meinen Händen sehe. Sie betrachtete meine
Handflächen kurz und erklärte dann, meine Handlinien seien sehr klar und ausgeprägt – laut ihr
ein Zeichen für ein langes Leben ohne schlimme Schicksalsschläge. Diese Aussage klang zunächst
positiv, liess aber wenig individuellen Bezug erkennen, besonders als ich dann im Austausch mit
meiner Relinfo-Kollegin erfuhr, dass Maria Magdalena ihr dasselbe sagte. Im weiteren Gespräch
geriet Magdalena dann etwas ins Stocken. Um das Gespräch wieder in Gang zu bringen, fragte sie,
ob es aktuell ein Thema gebe, das mich beschäftige. Aus Interesse an ihrer Reaktion antwortete
ich testweise, dass mich meine Beziehungen gerade besonders interessieren würden. Daraufhin
sagte sie dann direkt, dass man auch tatsächlich an meiner Beziehungsader erkenne, dass ich mich
in Beziehungen häufig nicht gesehen fühle. Als ich zustimmte, ging sie sichtlich ermutigt weiter in
die Tiefe und erkundigte sich nach meiner Beziehung zu meiner Mutter. Ich beschrieb sie als gut,
worauf sie direkt zur Beziehung meiner Eltern überging, ohne einen klaren Zusammenhang zu
erläutern. In der Folge sprach sie fast durchgehend, ohne dass ich viele Rückfragen stellen konnte.
Ihre Aussagen blieben jedoch vage und allgemein formuliert. Sie sprach von «alten Mustern» und
«blockierter Energie». Konkrete Beispiele oder nachvollziehbare Erklärungen fehlten weitgehend.
Gegen Ende des Gesprächs meinte sie schliesslich, ich müsse emotionale Blockaden lösen, um
künftig erfüllte Beziehungen führen zu können. Als ich neugierig nachhakte, wie ich solche
Blockaden denn auflösen könne, erklärte sie, dass dies ausschliesslich durch die Hilfe eines
Mediums möglich sei, also konkret: durch sie selbst. Eigenständiges Arbeiten an diesen Themen
sei nicht ausreichend. Das wirkte auf mich wie eine gezielte Strategie, um mich als Klientin zu
gewinnen. Die Verantwortung für persönliche Entwicklung wurde mir quasi abgesprochen und
gleichzeitig ein kostenpflichtiger Lösungsweg angeboten.

Aurafotografie mit Reinhild Brieger

Für die Aurafotografie setzte ich mich auf einen Stuhl und legte meine Hände auf zwei Sensoren,
die über Kabel mit einer Kamera verbunden waren. Auf meine Nachfrage, wie genau dieses
System funktioniere, blieb der Betreuer, Sohn der Auraberaterin Reinhild Brieger, vage. Er
erklärte lediglich, dass die Technik meine Aura sichtbar mache, konnte aber keine physikalischen
Hintergründe nennen. Mein entstandenes Aurabild zeigte im unteren Bereich ein dunkles Violet,
während über meinem Kopf ein rötlich-orangenes Licht erschien. Brieger interpretierte die
violette Farbe als Ausdruck von Authentizität. Sie meinte, ich würde mich der Welt so zeigen, wie
ich in meinem tiefsten Innern wirklich bin. Das orange Licht über meinem Kopf stehe für heilende
Kräfte. Laut ihr würden andere Menschen diese Energie spüren, weshalb sie sich mir oft
anvertrauen würden. Und hier erwähnte sie plötzlich den Satz, dass «nicht nur der Patient dem
Heiler, sondern auch der Heiler dem Patienten vertrauen müsse». Wieso sie das erwähnte und
wie das genau zu meinem Aurabild passen würde erläuterte sie nicht weiter und liess es rätselhaft
im Raum stehen. Anschliessend durfte ich zwei Zettel mit spirituellen Botschaften ziehen. Auf
dem ersten stand: «Ich löse alle Ängste auf und wandle sie in Schaffensfreude!» und im zweiten
«Der Himmel ist in dir». Nachdem ich «Der Himmel ist in dir» gezogen hatte, meinte sie, das
würde perfekt zu meiner Aura passen. Als ich nachfragte, wie genau es zusammenhänge,
antwortete Brieger lediglich: «Der Himmel ist in dir, wo soll er sonst sein?». Auf einen Versuch
meinerseits, inhaltlich mehr Verbindung zwischen Zitat und Aurafarben herzustellen, meinte sie
nur, das könne «jetzt nicht weiter vertieft» werden.

Laura Meyer, 05. September 2025