Zum Tod von Uriella (Erika Bertschinger-Eicke, 1929-2019)

Nachruf von Prof. Georg Schmid

Uriella war für Fiat Lux Mitglieder die Lichtgestalt in unserer apokalyptisch gedeuteten Gegenwart. Sie versprach den Übergang aus dieser gegenwärtigen dunkeln Welt in die gereinigte neue Welt. Sie genoss als Heilerin und als Sprachrohr Gottes unendliches Vertrauen.

Für Aussenstehende, die sie lose kennen lernten, war sie eine harmlose Märchenfee, oft auch eine mit Augen zwinkernde Lachnummer, geschmückt wie ein Christbaum. Wer sich intensiver mit ihr beschäftigte, stiess auch auf die Schattenseiten ihrer Bewegung. Uriella hatte ihre Gemeinschaft fest im Griff. Ihre Essensvorschriften und anderen Regeln waren göttliches Gebot. Uriella wurde nicht nur geliebt, sondern auch gefürchtet. Man schrieb ihr auch fast magische Kräfte zu, vor denen Austrittswillige sich fürchteten.

Persönlich empfand ich Uriella immer als tragische Figur. Nach einer Hirnerschütterung entdeckte sie die Gabe, in Trance himmlische Botschaften zu empfangen. Das eröffnete ihr die Karriere als Ordensgründerin und Lichtgestalt. Diese Rolle, die sie damit übernahm, wurde allmählich stärker als sie selbst. Sie lebte diese Rolle trotz aller misslungenen Heilungen und Prophezeiungen. Sie verlor in ihrer Rolle völlig die Realität. Menschen, denen die Realität abhanden kommt, sind eigentlich zu bedauern.

Georg Schmid, 25. Februar 2019

Uriella gestorben

Wie der Orden Fiat Lux mitteilt, ist dessen Leiterin Uriella alias Erika Bertschinger-Eicke, geborene Gessler, am gestrigen Sonntag, 24. Februar 2019, vier Tage nach ihrem neunzigsten Geburtstag gestorben.

Uriella wurde am 20. Februar 1929 als Erika Hedwig Gessler in Zürich geboren und wuchs in einem konservativ-katholischen Elternhaus auf. Ihre Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin führte sie nach England und in die USA, wo sie mit spritistischen Medien in Kontakt kam. In der Schweiz schloss sich Erika Gessler für ein paar Jahre der Geistigen Loge Zürich an und heiratete nach einer ersten Ehe, über welche wenig bekannt ist, als zweiten Ehemann den Unternehmer Max Bertschinger. Durch einen Reitunfall im Jahr 1973 soll sie selbst zum Channeling befähigt worden sein und nahm den Gesitnamen Uriella an. Nach dem Tod ihres Mannes gründete Uriella im Jahr 1980 dessen Haus in Egg ZH den Orden Fiat Lux.

Für den Orden prägend wurde der ehemalige katholische Priester Kurt Warter, der sich im Jahr 1983 dem Orden Fiat Lux anschloss und 1984 als Uriello zu Uriellas drittem Ehemann wurde. Uriello prägte die Lehrentwicklung des Ordens entscheidend mit und veranlasste dessen Umzug in den Schwarzwald mit Zentren in Strittmatt und Ibach. Nach Kurt Warters Tod bei einem Autounfall im Jahr 1988 heiratete Uriella im Jahr 1991 ihren letzten Ehemann, Eberhard Eicke alias Icordo.

In den Achtzigerjahren warb Uriella intensiv im Rahmen der damals trendigen Esoterik-Welle, etwa durch Stände an der Esoterik-Messe Lebenskraft in Zürich, ab 1982 auch durch öffentliche Gottesdienste im Kasino Zürichhorn in Zürich. Der Orden wuchs bis zu seinem zahlenmässigen Höhepunkt ums Jahr 1990 herum auf gegen 1’000 Mitglieder an.

Im Jahr 1988 prognostizierte Uriella apokalyptische Ereignisse, die Reinigung dieser Erde und deren Verwandlung ins Paradies Amora, innerhalb von drei Jahren. Als sich 1991 zeigte, dass sich diese Erwartungen nicht erfüllen, führte dies zu Abgängen beim Orden. Weitere Endzeittermine in den Neunzigerjahren folgten, wiederum mit Rückzügen enttäuschter Mitglieder. Dazu kamen Verfahren um Uriellas Heilmittel und Heilpraktiker-Zulassungen. Teilweise konnte Uriella die Abgänge mit ihren Medienauftritten kompensieren, für welche sie in den Neunzigerjahren bekannt war.

Seit dem Jahr 2010 litt Uriella an einer Krankheit, die zunehmende Lähmungen verursachte, und an welcher sie nun starb.

Offener Brief zu Uriellas 90. Geburtstag

Am 20. Februar 2019 feiert Uriella alias Erika Bertschinger-Eicke, geborene Gessler, ihren 90. Geburtstag. Uriella ist infolge einer Erkrankung seit neun Jahren bettlägerig, leitet aber – gemeinsam mit ihrem Ehemann Icordo alias Eberhard Bertschinger-Eicke – immer noch ihren Orden Fiat Lux, dessen Mitgliederzahl inzwischen auf ein paar Dutzend Personen geschrumpft ist.

Zu Uriellas 90. Geburtstag hat der ehemalige Leiter von Relinfo, Prof. Georg Schmid, der Jubilarin einen offenen Brief geschrieben:

Liebe Uriella

Wir haben vor Jahren mehr als einmal in öffentlichen Debatten heftig miteinander gestritten. Das soll mich heute nicht davon abhalten, Dir zu Deinem 90. Geburtstag herzlich zu gratulieren und Dir in den schwierigsten gesundheitlichen Umständen den Mut und die Kraft des Glaubens zu wünschen, die der Psalm 23 besingt: «Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürcht ich kein Unglück. Denn Du bist bei mir».

Erlaube Deinem alten Kritiker noch drei Fragen. (Wenn Du nicht antworten kannst, lass bitte Icordo an Deiner Stelle schreiben):

1. Hast Du nie an Deiner Rolle als Sprachrohr Gottes gezweifelt? So viele Deiner Prophezeiungen sind nicht in Erfüllung gegangen. Und viele Deiner Geistheilungen blieben wirkungslos. Da wäre es doch nahe liegend, dass Du Dir und uns sagst: Sorry, ich habe mir vieles nur eingebildet. Ich war nicht (oder nicht immer) das Sprachrohr Gottes.

2. Manche Menschen in schwierigen Lebenslagen haben sich seinerzeit Dir und Deinem Orden hundertprozentig anvertraut. Nicht wenige fühlten sich nachher bitter enttäuscht. Kannst Du Ihnen heute etwas sagen, was ihnen hilft, ihre Enttäuschung zu verarbeiten?

3. Wenn Du zurückblickst, was war etwas vom Schönsten und etwas vom Schwierigsten in Deinem langen Leben?

Du nanntest mich in unseren Debatten immer Jörgli. Erlaube mir – lieber spät als nie – diesen Irrtum zu berichtigen. Bekannte nennen mich Jöri. Das tönt weniger niedlich, aber bündnerisch.

Mit  den besten Wünschen für ein friedliches neues Lebensjahr

Jöri (Georg) Schmid

Vetopedia – das neueste Projekt der Familie Sasek (OCG)

Unter dem Namen «Vetopedia» findet sich seit Kurzem das neueste Webprojekt der Familie Sasek, welche die Gemeinschaft Organische Christus-Generation OCG leitet.

Vetopedia ist optisch Wikipedia nachempfunden und will eine «Freie Enzyklopädie der Gegenstimmen» sein, die «ultimativ neutrale Gegendarstellungsplattform für jedermann». Inhaltlich geht es aber vor allem um einen Mann: Ivo Sasek. Die Mehrheit der bisher überschaubaren Zahl an Seiten gibt Saseks Sichtweise zu kritischen Medienberichten über die OCG, deren Aktivitäten und die von Sasek bis in die 2000er-Jahre hinein gelehrte Praxis der köperlichen Züchtigung der Kinder wieder. Auch Saseks Kritiker werden thematisiert.

In diesem Zusammenhang finden sich auf «Vetopedia» bezeichnende Fake-News, so wird in einem Text zur Lehre der körperlichen Züchtigung der Leiter von Relinfo zum «Sektenbeauftragten der Schweiz» befördert und um ein paar Jährchen gealtert: «Seit Georg Otto Schmid (Sektenbeauftragter der Schweiz) in den 80er Jahren die Erziehungsmethoden von Sasek unablässig im Verbund mit Hugo Stamm und weitern Sektenexperten verunglimpfte, breitet sich seither wie ein Steppenbrand die Meldung aus, dass Sasek die Eltern auffordere die Kinder mit der Rute zu züchtigen und sie blutig zu prügeln.» Tatsächlich arbeitet Georg O. Schmid seit dem Jahr 1993 für Relinfo. In den Achtzigerjahren war er mit Gymnasium und Studium beschäftigt.

Richtig ist aber, dass Saseks Aussagen zur körperlichen Züchtigung in der Öffentlichkeit kritischen Widerhall fanden, und dies mit gutem Grund: Sasek hat bis in die 2000er Jahre hinein die körperliche Züchtigung der Kinder mit der Rute verteidigt und in einem Vortrag aus den Achtzigerjahren auch eingeräumt, dass seine Züchtigung an seinem Sohn zu körperlich sichtbaren Spuren geführt hat. Auch wenn Sasek die Lehre der körperlichen Züchtigung seit einigen Jahren nicht mehr öffentlich wiederholt, hat er sich doch niemals explizit davon distanziert.

Im Weiteren wird bei «Vetopedia» das von Sasek-nahen Websiten öfters vorgebrachte Argument wiederholt, dass Sasek in der Schweiz niemals wegen «Kindesmisshandlung» verurteilt wurde – ohne zu erwähnen, dass die körperliche Züchtigung durch die Eltern in der Schweiz nach wie vor legal ist, und dass die Grenze zur strafbaren Kindesmisshandlung dem Ermessen der Justiz unterliegt.

Als verantwortliche Person von Vetopedia erscheint Ivo Saseks Sohn Elias Sasek, als Adresse diejenige der OCG-Zentrale Nord 33 in Walzenhausen.

«Vetopedia» tritt damit neben die schon zahlreichen anderen Aktivitäten von Ivo Sasek und seiner OCG, zu denken etwa an die Kongresse der sog. «Anti-Zensur-Koalition (AZK)», den Online-Sender «Kla.tv», die Zeitschrift «Stimme und Gegenstimme» (S&G), die PanoramaFilm, welche Ivo Saseks cineastisches Schaffen produziert, und – als älteste der genannten Institutionen – den Elaion-Verlag, der Ivo Saseks Werke verlegt.

Zu Vetopedia:
https://www.vetopedia.org/

Vetopedia über Sasek und die Kindererziehung:
https://www.vetopedia.org/index.php?title=ORF2_%22Sasek_-_der_letzte_Apostel%3F%22_und_Saseks_%22Kindererziehungs-Methoden%22

Informationen von Relinfo zu Ivo Sasek und zur OCG:
http://www.relinfo.ch/lexikon/christentum/aeltere-und-evangelikale-freikirche/neuere-fundamentalistische-sondergruppen/organische-christus-generation-ocg/

Christina von Dreien plant Schule für Menschen und «andere Wesen»

Die mittlerweile 17-jährige Toggenburgerin Christina Meier, die unter dem Pseudonym «Christina von Dreien» als Trend-Esoterikerin unserer Tage auftritt, plant schon seit einiger Zeit, einen Teil ihrer Einkünfte aus Buchverkäufen und Vortragseintritten in verschiedene Projekte und Aktivitäten zu investieren.

So möchte Christina von Dreien, welche ihre eigene Schulzeit an der öffentlichen Schule in Mosnang SG dem Vernehmen nach mit durchzogenem Erfolg absolviert hat, unter dem Namen «Christinas Raum» ein eigenes Schulkonzept etablieren, welches sie auf ihrer Website vorstellt.

Das Schulprojekt «Christinas Raum» zeigt offentlichtliche Parallelen zu den Lais-Schulen, welche aus der russischen Anastasia-Bewegung hervorgegangen sind. Nicht umsonst wird Christina von Dreien von ihrem deutschen Buchversand als «Anastasia 2.0» bezeichnet. Wie die Anastasia-Bewegung glaubt Christina von Dreien, dass die Lernenden das Wissen bereits in sich tragen, und dass dieses nur wieder erinnert werden muss: «Wir in Christinas Raum sind uns bewusst, das wir als göttliche, vollbewusste Wesen Erfahrungen als Menschen machen wollten und möchten und wir darum über vieles eine Art Schleier des Vergessens gelegt haben, dieses Wissen jedoch in uns gespeichert ist. In Christinas Raum lassen wir das Erkennen von unserem Ursprung in einem individuellen Tempo geschehen und helfen diese Prozesse zu verstehen.»

Wie in den Lais-Schulen soll es keinen vorgegebenen Lehrplan geben: «Es gibt weder Lernziele (ausser der Lernende setzt sich diese nach Wunsch selbst), noch vorgegebene Gruppen oder erzwungene Tests.»

Im Gegensatz zu den Lais-Schulen ist das Schulprojekt «Christinas Raum» nicht auf menschliche Lernende beschränkt: «Die Schule ist nicht nur für ‚irdische Menschen’ offen, sondern auch für andere Wesen. Menschen und Wesen können voneinander lernen.»

Um welche «anderen Wesen» es sich handelt, und auf welche Weise diese am Schulalltag partizipieren sollen, wird nicht erwähnt.

Zum Schulprojekt «Christinas Raum»:
https://christinavondreien.ch/schulprojekt

Informationen von Relinfo zu Christina von Dreien:
http://www.relinfo.ch/lexikon/theosophie-und-esoterik/esoterik/christina-von-dreien/

Neue Facebook-Gruppe für OCG-Betroffene

Unter dem Namen «Gebrannte Kinder. Erfahrungen mit Obadia, OCG, AZK Etc…» existiert neu eine Facebook-Gruppe für Menschen, welche von den von Ivo Sasek begründeten Gemeinschaften Obadja, Organische Christus-Generation OCG, Anti-Zensur-Koalition AZK und anderen betroffen sind. Zum Schutz der Privatsphäre der Beteiligten handelt es sich um eine geschlossene Gruppe, zu welcher eine Anmeldung bei der Administration erforderlich ist.

Die Facebook-Gruppe findet sich unter folgendem Link:
https://www.facebook.com/groups/GKinder

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen João de Deus

Gegen den brasilianischen Heiler und Psycho-Chirurgen João Teixeira de Faria alias João de Deus (geb. 1942), sind neue Missbrauchsvorwürfe erhoben worden.

Bereits vor ein paar Jahren haben Frauen, welche bei João de Deus in Behandlung waren, von sexuellen Übergriffen berichtet, allerdings verlief das Verfahren damals im Sande.

Nun sollen in der jüngsten Zeit hunderte Frauen den brasilianischen Behörden von Erfahrungen sexueller Übergriffe mit  João de Deus berichtet haben. Der inzwischen 76-jährige João de Deus soll von meist jungen Patientinnen verlangt haben, ihn sexuell zu berühren, und dies als notwendigen Teil der Behandlung gerechtfertigt haben – ein Vorgehen, wie es von übergriffigen Heilern leider nur allzu bekannt ist.

João de Deus, der im Jahr 2012 auf Einladung des Basler PSI-Vereins in der Eulach-Halle in Winterthur eine mehrtägige Veranstaltung durchführen konnte, bestreitet die Vorwürfe. Wenn es zu einer Verurteilung käme, wäre dies wohl das Ende von Farias Tätigkeit als Heiler und Psycho-Chirurg und das Aus für sein Heilzentrum in Abadiânia, das auch von Schweizerinnen und Schweizern in den vergangenen Jahren oft aufgesucht wurde.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ist-brasiliens-heiler-jo-o-de-deus-ein-vergewaltiger-15938229.html

Wirbel um Via Cordis

In Deutschland ist der Verein Via Cordis ins Interesse einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Anlass dafür ist die Tatsache, dass ein Mitglied dieser Organisation, der Musiker Jan-Hendrik Behnken (46), der neue Partner von Bettina Wulff ist. Bettina Wulff ihrerseits ist bekannt als Ex-Frau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Nun diskutieren deutsche Medien die Frage, wie der Verein Via Cordis einzuschätzen ist. So fragt etwa RTL Online: «Bettina Wulff: Ist ihr Partner Mitglied einer Sekte?»

Der «Verein Via Cordis zur Förderung der christlichen Kontemplation in Europa» begleitet spirituell bewegte Menschen auf dem Weg des Herzensgebets. Die Website der Organisation www.viacordis.net beschriebt dies so: «Das Herzensgebet ist ein spiritueller Übungs- und Erfahrungsweg. Ziel ist es, in die eigene Wesensmitte zu kommen und den Urgrund allen Seins zu entdecken. … Der Weg des Herzens ist ein mantrischer Weg, d.h. ein Herzenswort (z.B. ein Wort aus den heiligen Schriften, ein Gottesname, usw.) wird wiederholt, bis dieses Wiederholen in ein wortloses Gebet des Schweigens hinein verklingt. Daher wird das Herzensgebet auch ‚Schweigegebet‘ oder ‚Ruhegebet genannt.» (http://www.viacordis.net/herzensgebet/).

Anderen Meditationswegen gegenüber pflegen die Übenden auf diesem christlichen «mantrischen Pfad» im Allgemeinen eine grosse Offenheit. Parallelen zu spirituellen Impulsen aus pantheistischen östlichen Traditionen werden gerne betont. Immer wieder wird aber auf christliche Traditionen zurückgegriffen, besonders auf die christlichen Wüstenväter und auf die Mystik des Niklaus von Flüe. Im Flüeli Ranft OW, in der Heimat von Bruder Klaus, trifft sich die Bewegung Via Cordis bis heute zu Schulungstagen. Der Verein Via Cordis hat seine Geschäftstelle in Sarnen. Gut 50 Meditationsgruppen, vor allem in Deutschland und in der Schweiz, vereinzelt auch in Österreich, sammeln Via-Cordis-Freunde zu regelmässigem gemeinsamen Üben.

Wer eine gute Zahl der Lehrenden und Lernenden kennen lernte, stellt dankbar fest, dass von einer festgefügten Via-Cordis-Doktrin nicht die Rede sein kann. Die eigene Erfahrung zählt mehr als jedes Dogma. Franz-Xaver Jans-Scheidegger, der Initiator der Bewegung, ist katholischer Theologe und analytischer Psychologe, war Dozent am C.G.Jung-Institut und interpretiert auch gerne Symbole der Alchemie und der Kabbala. Hie und da fehlt ihm eine gesunde kritische Distanz zu esoterischen Eingebungen (vgl. Leta Vonzun / Franz-Xaver Jans-Scheidegger: Tore zum Licht. Engel sprechen, 1996)

Das heisst aber nicht, dass alle Lehrenden und Lernenden auf dem Via-Cordis-Pfad die Vorlieben des Gründers einfach übernehmen. Ganz im Gegenteil. Dem Initiator wird bei Via Cordis bei aller Dankbarkeit auch heftig widersprochen. Und er selbst versucht nicht, seinen Weg anderen aufzudrängen. Der Weg in die Mitte des eigenen Wesens und der Weg wieder aus der Mitte heraus in die eigene Welt kann in Begleitung, aber nie einfach in Nachahmung gefunden werden. Dieser Wille, den je persönlich stimmigen spirituellen Pfad für jedes Gruppenmitglied zu finden, prägt die Arbeit der Via-Cordis-Gruppen.

http://www.viacordis.net
Forum, Zeitschrift für Herzensgebet, Kontemplation und Mystik , erscheint zweimal jährlich, Redaktion: u.zwimpfer@bluewin.ch
Verein Via Cordis, Geschäftsstelle: Kernserstrasse 29, 6060 Sarnen

Tagung Verschwörungstheorien

Am kommenden Freitag, 9. November 2018, bietet die Kommission Neue Religiöse Bewegugen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds eine Tagung an zum Thema:

Verschwörungstheorien
Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, Staatsverweigerer als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft.

Die Tagung findet statt in der Kirche Hard, Bullingerstrasse 10, 8004 Zürich, und dauert von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Über das Programm und die Referierenden informiert unser Flyer:
Flyer im pdf-Format zum Download

Für die Anmeldung kann unser Online-Formular verwendet werden:
Anmeldungsformular

Tätlicher Angriff auf St. Galler Pastor

Am Sonntag, 30. September, abends um ca. 20.00 Uhr wurde der Pastor der schweizerisch-brasilianischen Freikirche «Gott weiss es», Patrick Altendorfer, vor seinem Haus in Uttwil TG von einem unbekannten Täter angegriffen und mit Pfefferspray, Schlagstock und Messer mittelschwer verletzt.

Patrick Altendorfer, heute 43, entstammt offenbar einem reformierten Elternhaus aus der Ostschweiz, jedenfalls wurde er 1991 in Lütisburg konfirmiert, wie sein Konfbild belegt, dass er auf der Facebook-Seite der Gemeinde publiziert hat.

Vor fünf Jahren hat sich Altendorfer zu einem freikirchlichen Christentum bekehrt, die Bibel studiert und die Freikirche «Gott weiss es» begründet. Die Gemeindeleitung liegt in den Händen von Patrick Altendorfer als Pastor und seiner Frau Marcia als Pastorin. Daneben ist Patrick Altendorfer noch als selbständiger Kurier tätig.

Gottesdienste finden statt jeweils Dienstag- und Samstagabend in den Räumen der brasilianischen Gemeinde Ministério Leão da Tribo de Judá an der Rorschacherstrasse 294 in St. Gallen und am Sonntagabend im Saal der FEG Stadtmission Altstätten an der Rorschacherstrasse 41A in Altstätten.

Die Zahl der Besuchenden ist bisher überschaubar geblieben und dürfte drei vier Dutzend nicht überschreiten.

Weit nachhaltiger gewirkt hat die Online-Tätigkeit der Gemeinde auf deren Youtube-Kanal. Hier hat Patrick Altendorfer regelmässig Online-Predigten durchgeführt, die auch in Deutschland Beachtung fanden.

So ist Altendorfer mit Personen in Kontakt gekommen, welche mit dem freikirchlichen Leiter des christlichen Motorradclubs «True Life» mit Sitz in Freudenstadt im Schwarzwald, Turgay Yazar, zusammengerabeitet haben und gegen diesen nun Vorwürfe erheben.

Turgay Yazar ist muslimisch aufgewachsen, war als junger Mann im kriminellem Milieu aktiv, konvertierte aber während einer knapp zehnjährigen Gefängnisstrafe zum Christentum, nahm nach seiner Haftentlassung den Titel «Apostel» an und gründete «True Life» sowie ein «Turgay Yazar Ministry». Die Organisationen sind tätig in der Evangelisation in Gefängnissen, im Rotlichtmilieu und unter Motorradclubs. Seinen Werdegang hat Yazar in einer im Betulius-Verlag erschienenen Autobiographie beschrieben, die den Titel trägt: «Radikale Veränderung. Im Islam aufgewachsen – dann kriminelle Karriere – heute Jesus nachfolgend … eine bewegende Lebensgeschichte».

Turgay Yazar werden sexuelle Beziehungen mit Mitarbeiterinnen vorgeworfen. Turgay Yazar räumt einvernehmliche sexuelle Kontakte ein, weist aber Vorwürfe des Missbrauchs zurück.

Patrick Altendorfer hat die Aussagen von ehemaligen Mitstreiterinnen Yazars auf seinem Youtube-Kanal verbreitet, wogegen Yazar klagte und im Rahmen einer superprovisorischen Verfügung seitens des Bezirksgerichts Arbon Recht erhielt. Altendorfer musste einige seiner Videos entfernen. Das Hauptverfahren steht noch aus.

Ob der Angriff auf Altendorfer vom 30. September mit der Auseinandersetzung um Yazar in Zusammenhang steht, ist Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen.