Erich von Däniken
Erich von Däniken wurde am 14. April 1935 als Erich Anton Paul von Däniken in Zofingen geboren. Er wurde katholisch erzogen und verbrachte mehrere Jahre in einem Jesuiteninternat in Fribourg. Während seiner Schulzeit interessierte er sich sehr für Philosophie, Theologie und Archäologie. In dieser Zeit soll er erkannt haben, dass in der Bibel Verweise auf Auserirdische zu finden seien (so sei beispielsweise der Prophet Henoch von Ausserirdischen aufgegriffen worden). Nachdem von Däniken die Versetzung nicht schaffte, verliess er 1954 das Internat und begann eine Lehre.
Nach einer Lehre als Koch bildete er sich zum Hotelfachmann aus. 1954 reiste Däniken zum ersten Mal nach Ägypten, wobei er sich für antike Texte zu interessieren begann.
Nachdem er zwei Jahre in der Suppenfabrik Knorr arbeitete, wurde er Geschäftsführer des Restaurants Mirabeau (Bern) und übernahm 1064 das Hotel Rosenhügel in Davos.
1968 erschien sein Buch «Erinnerungen an die Zukunft», mit dem er international grosse Bekanntheit erlangte.
Ende 1968 wurde er wegen Betrug, Urkundenfälschung und Veruntreuung von Kurtaxen in Österreich verhaftet. Es folgte die Veröffentlichung seines zweiten Buches, «Zurück zu den Sternen – Argumente für das Unmögliche» und die Verfilmung des ersten Buches.
1973 wurde die A.A.S. gegründet, welche die Theorien von Däniken vertritt. 1976 folgte der zweite Film und Däniken gab seine Hotelpacht auf, um sich mehr mit seiner Leidenschaft, der Prä-Astronautik, zu befassen.
Er schrieb weitere Bücher, die wobei er nicht nur Sachliteratur, sondern auch Romane verfasste. Seine Bücher landen aber alle eher im Stil «narrativer Sachbücher» (da wissenschaftlich nicht bewiesen, kein Peer-Review fand statt). Däniken beteiligte sich an der Fernsehserie «Auf den Spuren der All-Mächtigen» für Sat.1 und an Dokumentationen.
Im Jahre 1987 soll er zum ersten Mal Kontakt mit Ausserirdischen aufgenommen haben.
1991 wurde ihm der Ig-Nobelpreis der Literatur verliehen, ein satirischer Preis für seine «Erklärungen, wie die menschliche Zivilisation durch urzeitliche Astronauten aus dem Weltall beeinflusst wurde».
Für von Däniken standt schon lange fest, dass die Ausserirdischen wiederkommen werden und er orientierte sich dabei am Maya-Kalender, der für das Jahr 2012 eine Niederkunft des Gottes Bolon Yokte (und damit für von Däniken der Ausserirdischen) vorsah. Jedoch erklärte er, insbesondere nach der ausbleibenden Rückkehr der Ausserirdischen, dass die menschlichen Berechnungen fehlerhaft seien und das genaue Datum daher nicht klar bestimmbar sei. Jedoch stand für ihn ausser Frage, dass die Ausserirdischen zurückkehren werden.
2012 erhielt er für seine Theorien das «Goldene Brett vorm Kopf» für den «erstaunlichsten pseudo-wissenschaftlichen Unfug des Jahres».
Erich von Däniken war Ehrendoktor des Dachverbandes La Universidad Boliviana und war Ehrenbürger von Peru, da er sich für die Erhaltung der Nazca-Linien einsetzte. Diese Linien sind gigantische Merkmale in Peru, die in den Boden gezeichnete Wesen darstellen (z.B. Vögel, Affen etc.). Laut ihm entstanden diese durch ausserirdisches Einwirken.
Am 10. Januar 2026 verstarb Erich von Däniken im Spital Interlaken im Alter von 90 Jahren.
Däniken vertrat die Ansicht der Prä-Astronautik, die in vielen Kreisen als Pseudowissenschaft angesehen wird. Ausserirdische hätten seiner Meinung nach zu Beginn der Zeit Trillionen von DNS ins Universum geschickt, die auf alle möglichen Planenten gelandet sei und dabei auch die Evolution auf der Erde beeinflusst habe. Ausserdem seien diese Ausserirdischen von den menschlichen Vorfahren irrtümlicherweise als Götter betrachtet worden.
Als Beispiele und Beweise für die Einflüsse der Ausserirdischen auf die Welt zählte laut Däniken u.a. Stonehenge, die Pyramiden, die Moai (kolossale Steinstatuen) auf der Osterinsel sowie einige Reliefs, Einkerbungen und Höhlenmalereien, auf denen UFOs, Aliens und technische Unmöglichkeiten wie Computer dargestellt würden. Ausserdem nahm er das erste Kapitel des Buches Ezechiel (auch Hesekiel) als Beispiel für eine UFO-Beobachtung.
Die Aliens seien in der Vergangenheit als Götter oder übermächtige Wesen gesehen und somit verehrt worden. In Legenden, Schriften und der Kunst sah Däniken der Beweis für seine Theorie. Auch in der Mythologie (u.a. Gilgamesh-Epos, altindische, -chinesische und australische Schöpfungsmythen) seien einige Götter als Ausserirdische zu interpretieren. Diese sollten u.a. beim Erbauen von den Pyramiden geholfen, mysteriöse Skulpturen aufgestellt und den Menschen die Sprache und das Technologiewissen weitergegeben haben.
2003 wurde der von Däniken geplante «Mystery-Park» in Interlaken auf einem ehemaligen Militärflugplatz eröffnet. In diesem Freizeitpark konnten Besucher sieben «Mysterien-Themenbereiche» beobachten, bei denen u.a. multimediale Inszenierungen gezeigt wurden. Jeder Themenbereich handelte von einem anderen Land und einer anderen Mysterium. Der Themenpark musste im Winter 2006 wegen zu wenig Eintritte Konkurs anmelden. 2009 wurde er zu Jungfrau-Park umbenannt. Seit 2021 ist er ein Event-Lokal, das man mieten kann.
Erich von Däniken schrieb zahlreich Bücher. Nach seinen Angaben sind diese in 32 Sprachen erhältlich. Ausserdem erschien ein Magazin, «Sagenhafte Zeiten» unter seiner Führung und er bietet regelmässig Vorträge, Podcasts sowie Reisen zu archäologischen Stätten mit seiner persönlichen Begleitung an. Die A.A.S. (Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI) operiert basierend auf seinen Forschungsideen.
Auf seinem Youtube-Kanal fand man multi-media-Vorträge, die Details seiner Theorien genauer erklären. Ausserdem wurden Panels und Podcasts aufgeführt.
Die häufigste Kritik an Däniken betrifft die Unhaltbarkeit seiner Behauptungen.
Während einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seine Theorien als fantastische Konstrukte abtun, so werden sie gleichzeitig von vielen Wissenschaftszweigen wie der Archäologie, der Anthropologie oder der Geschichtswissenschaft weitgehend ignoriert.
Von Däniken sah sich immer wieder dem Vorwurf konfrontiert, die Quellen manipuliert zu haben. Insbesondere die Tatsache wird kritisiert, dass von Däniken Bilder, Bauwerke und Kunstwerke losgelöst von ihrem historischen und kulturellen Kontext besprach.
Allgemein kann bei Däniken eine Ablehnung der Wissenschaft (beispielsweise Datierungen von archäologischen Funden) und der Religion (keine Götter, sondern Ausserirdische) beobachtet werden. Seine Theorien können gemäss Fachleuten als Einstieg ins Verschwörungsdenken dienen, was durch ein Überlegenheitsgefühl über Nicht-Wissende attraktiv wirken kann.
Auch der Exklusivitätsgedanke ist bei von Däniken stark vertreten. Während diejenigen, die seinen Theorien folgen zu den von ihm bezeichneten«Intelligenten» gehören, so würden die anderen ein Problem bekommen, sobald die Ausserirdischen zurückkehren. Er bezeichnete dies auch als «Götterschock».
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