Kornkreise

Kornkreise sind Formen in Getreidefeldern, die durch das Umknicken, Biegen oder Abmähen von Halmen entstehen.

Als eine der frühesten Quellen, die auf Kornkreise hinweisen könnte, wird oft auf das Pamphlet «The Mowing Devil» verwiesen. Dieses Flugblatt wurde im August 1678 in Hertfordshire, England, veröffentlicht. Darin wird eine Geschichte von einem Bauern erzählt, dessen Felder vom Teufel gemäht worden seien. Dazu ist ein Holzschnitt eines ovalförmig gemähten Feldes abgedruckt.

Es gibt aber auch Stimmen aus der sogenannten Cereologie (Kornkreisforschung), die das Phänomen der Kornkreise als viel älter einstufen. Laut Werner Anderhub und Andreas Müller sollen Legenden des indigenen Anishinabe Volkes angeblich von einem schwebenden, runden Schiff erzählen, das sich auf einer Lichtung niederlässt. Nach der Landung seien zehn Jungfrauen ausgestiegen und um das Schiff getanzt. Anderhub und Müller sehen darin eine «detaillierte Beschreibung des ‘niedergetanzten’ Musters, das sich als kreisförmiger Abdruck mit Aussenring – also als nahezu klassisches Kornkreismuster – darzustellen scheint». In anderen Sagen und Märchen wird von Feen-, Hexen- oder Elfenringen gesprochen.

Teils wird sogar behauptet, dass Kornkreise als Vorbild für prähistorische Steinkreise, wie Stonehenge oder Avebury dienten.

1880 nahm die englischsprachige, wissenschaftliche Fachzeitschrift «Nature» das Thema der Kornkreise auf, und seit dem 19. Jh. ist das Phänomen auch in Deutschland bekannt.

Im 20. Jh. häuften sich die Kornkreis Meldungen und in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nahm die mediale Berichterstattung darüber zu. Woraufhin in den 1980er Jahren immer häufiger Kornkreise entstanden und gesichtet wurden. Ein Grossteil der Kreise trat in Südengland auf, aber auch in Deutschland, insbesondere im damaligen Nordvorpommern, in Nordhessen und in Schleswig-Holstein, wurden sie gemeldet.

2001 wurde in Wiltshire, England, der bisher flächengrösste Kornkreis entdeckt. Er bestand aus 409 Teilkreisen und mass einen Durchmesser von 240 Metern.

Die Kornkreise treten nicht nur in Getreide-, sondern auch in anderen Feldern auf. Meist beträgt ihr Durchmesser 10 bis 100 Meter. Kornkreise sind nicht immer rund, sondern bestehen aus diversen geometrischen Formen, oder teils auch Symbolen. Mittlerweile wurden mehr als 6000 Kornkreise in über 50 verschiedenen Ländern gemeldet.

Aus wissenschaftlicher Sicht gelten Kornkreise als menschengemacht. Es gibt auch einige Personen, die sich selbst als Kornkreisemacherinnen und Kornkreisemacher bezeichnen. Florian Brunner und Harald Hoos beschreiben in ihrem Buch «Kornkreise – Der größte Streich seit Max und Moritz» ihr nächtliches, arbeitsaufwendiges Vorgehen. Zum Einsatz kommen dabei selbstgebaute Werkzeuge und Walzen sowie Seile und Pfähle. Eine genaue Planung und Koordination sei für jeden Kornkreis notwendig.

Als Reiz an der Sache, wird teilweise die mögliche Interpretation als übernatürliches Phänomen genannt. Die Motive für das Anlegen von Kornkreisen sind jedoch unterschiedlich. 1991 erklärten beispielsweise die Künstler Doug Bower und Dave Chorley, dass sie in den vorherigen Jahren aus Spass über 250 Kornkreise kreiert hätten.

Einige Kornkreise gehen mit angeblichen UFO-Sichtungen einher. Es gibt also auch übernatürliche Entstehungstheorien, oft in Verbindung mit Esoterik oder UFO-Bewegungen. Diese Erklärungsversuche werden von der Wissenschaft aufgrund von mangelnder Nachweisbarkeit abgelehnt.

Diese Auflistung ist eine Auswahl an Erklärungsversuchen:

  • Kornkreise als Botschaften oder Warnungen von übernatürlichen/ausserirdischen Wesen
  • Kornkreise als Mitteilungen der Erde
  • Kornkreise als Ausdruck kollektiver Intelligenz von Pflanzen
  • Kornkreise als magnetische Anomalien, wobei das Korn durch Magnete beeinflussbar sei
  • Kornkreise als Wegweiser für menschliche Zeitreisende

Ein weiterer, vieldiskutierter Erklärungsversuch ist die «Plasma-Vortex-Wolken»-Theorie von Terence Meaden. Dabei sollen ionisierte Gase eine Form von Wolken bilden, die sich durch den Einfluss von Wind zu drehenden Kugeln wandeln sollen. Beim Sinken dieser Wirbelwinde besteht laut Meaden die Möglichkeit, dass Kornkreise entstehen.

Auch Tiere werden teils als Ursache für Kornkreise verdächtigt. Es gibt sogenannte Brunftringe, die in der Paarungszeit von Rehen entstehen. Dabei trabt der Rehbock paarungsbereit, teils stundenlang, um die Rehgeiss herum, wodurch das Feld kreisförmig niedergetrampelt wird.

Kreisförmige Trampelflächen sind in Australien auch durch Kängurus verursacht worden. Diese haben Schlafmohn gefressen, woraufhin sie im Rausch bis zum Umfallen Kreise zu laufen begannen.

Diese durch Tiere verursachten Kreise erklären aber nicht die Entstehung von komplexer geformten Kornkreisen.

Durch Kornkreise werden teilweise landwirtschaftliche Felder zerstört, wodurch erhebliche Ernteverluste entstehen können. Die flachgedrückten Halme können nicht mehr maschinell geerntet werden, was für die Inhabenden der Felder grosse finanzielle Folgen mit sich bringen kann.

2018 erstellte das Team des Online-Magazins «Izzy» als Scherz einen Kornkreis, um den Hype und die unkritische Berichterstattung aufzuzeigen. Der sogenannte Kornkreis-Experte Peter Keller behauptet, dass der Kreis von Ausserirdischen stammt. An dieser übernatürlichen Erklärung hält er auch fest, nachdem «Izzy», durch Videomaterial bestätigt, den Kornkreis erschaffen zu haben.

Mittlerweile wurden mehr als 6000 Kornkreise in über 50 verschiedenen Ländern gemeldet. Jährlich kommen weltweit etwa 150 bis 300 neue Kreise dazu. Die Zahlen und Schätzungen variieren jedoch, je nach Kornkreis-Definition.

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