Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (STA)


Zwei Monate nach der grossen Enttäuschung Tausender von Amerikanern über die nicht stattgefundene Wiederkunft Christi am 22. Okt. 1844 – von William Miller so vorausberechnet – hatte Ellen G. Harmon (1827–1915) ihre erste einer langen Reihe von Visionen, mit denen Gott oder die Seele der jungen Frau den Gläubigen einen Weg aus der grossen Enttäuschung bahnte. Sie sah, wie die Adventgläubigen – die trotz der grossen Enttäuschung immer noch an Jesu Wiederkunft Glaubenden – auf einem schmalen Pfad hoch über der Erde von Christus geleitet in die hellerleuchtete ewige Stadt geführt wurden.

In einer zweiten Vision wurde die Siebzehnjährige aufgefordert, ihre Visionen den Adventgläubigen mitzuteilen. Ellen Harmon begann nun zusammen mit Gleichgesinnten in intensivem, für Aussenstehende etwas intuitivem Bibelstudium nach dem Willen Christi für die Gläubigen ihrer Zeit zu forschen. Zusammen mit James White, den sie am 30. Aug. 1846 heiratete, mit Hiram Edson, der den 22. Okt. 1844 als Anfang der Reinigung des Himmels durch Jesus umdeutete, und mit Joseph Bates, der von den Siebenten-Tags-Baptisten die Sabbatheiligung als wesentliches Zeichen des wahren Christentums übernommen hatte, sammelte Ellen White-Harmon eine kleine, aber ständig wachsende Zahl von Adventgläubigen um sich.

Mit ihren Gesinnungsgenossen «judaisierte» sie das Christentum, d.h. sie glich ihr Christentum – in wahlweiser Beachtung dessen, was sie als alttestamentliche Vorschriften verstand – dem Judentum an. Die STA expandierten in der Folge mit zahlreichen Schulen, vielseitigen Sozialwerken, eigenen Zeitungen und Radiostationen über die halbe Erde.
 Ellen White gilt noch heute in ihren Schriften und Visionen als von Gott in spezieller Weise geführt. In neuerer Zeit haben Kritiker aber erkannt, dass sie in ihrem grossen Schrifttum zahlreiche andere nichtadventistische Publikationen ohne Quellenverweis paraphrasiert hat (Vgl. Walter T. Rea, The White Lie – die harmlose Lüge, Bad Aibling 1983). Offenbar ist nicht alles, was sie lehrte, von Gott direkt inspiriert.

In jüngster Zeit hat die Gemeinschaft der STA in zahlreichen ökumenischen Gremien und innerkirchlichen Organisationen Mitgliedschaft oder Gastrecht angestrebt und erhalten. Diese Gesprächsbereitschaft darf aber – dies betont die amerikanische Leitung der STA mit ungenierter Penetranz – nicht als ökumenische Offenheit missverstanden werden. Die Weltzentrale der STA will nicht mit anderen Kirchen reden, um von anderen etwas zu lernen oder sich anderen anzugleichen.

Noch immer sieht die Zentrale die Gemeinschaft der STA als Volk Gottes der Endzeit, das in dieser Zeit des grossen Abfalls vom wahren Glauben die unverfälschte Heils- und Gnadenbotschaft der Menschheit auszurichten hat. Das Christsein in anderen Kirchen, grundsätzlich zugestanden, ist immer von Verrat, Verfremdung oder Verfälschung bedroht. Wenn nach offizieller Lesart die STA Gespräche mit anderen Kirchen führt, so dienen diese offenbar nur dem gegenseitigen Sich-kennen-Lernen. Mehr darf nicht angestrebt werden. Trotz dieser offiziellen Reserven hat sich in Europa an vielen Orten ein Gesprächsklima eingestellt, in dem STA-Mitglieder in den Augen anderer Kirchen ebenso überraschende wie überzeugende Offenheit an den Tag legen.

Schweiz: 56 Gemeinden

Adventistischer Pressedienst APD
Postfach
CH-4020 Basel
E-Mail: apd-ch@apd.info

www.adventisten.ch

www.stanet.ch

Zurück zu Adventisten