Fokolar-Bewegung

Die Fokolar-Bewegung ist eine katholische Laienbewegung und als solche direkt dem Laienrat der katholischen Kirche unterstellt und ist heute in 182 Ländern vertreten. Ihr Ziel sieht sie darin, das Christentum zu verwirklichen und es in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineinzutragen. Grundlage bildet dabei allein die Bibel, und hier insbesondere die Worte Jesu, nach denen der Alltag gelebt werden soll. Im Zentrum der Lehre steht die Liebe zu Gott und damit verbunden die Nächstenliebe.

Gründerin der Bewegung ist Chiara Lubich. Sie wurde am 22. Januar 1920 in Trient als zweites von vier Kindern einer Arbeiterfamilie geboren, ergriff den Beruf der Primarlehrerin und studierte nebenher Philosophie. 1939 glaubte sie in Loreto ihre Berufung zu erfahren, worauf sie 1943 beschloss, ihr ganzes Leben Gott zu widmen. Ein paar andere junge Frauen hatten sich ihr mittlerweile angeschlossen, und zusammen gelobten sie lebenslängliche Keuschheit, um ganz für Gott zu leben. Am 14. März 2008 starb Chiara Lubich. Am 11. Juli 2008 wurde Maria Voce (geb. 1937) zur neuen Präsidentin der Fokolarbewegung gewählt. Co-Präsident wurde Ciancarlo Faletti, der im Jahr 2014 durch Jésus Morán abgelöst wurde.

Der Name «focolare» wurde den entstehenden Gruppen von der einheimischen Bevölkerung verliehen: Als «focolare» bezeichnet man in der Region um Trient die Feuerstellen in den alten Bauernhäusern, um die sich die Familie versammelt. Ähnlich scheinen die Gruppen um Chiara Lubich auf das Volk zu wirken: als Orte der Versammlung und der gegenseitigen Wärme.

Die Bewegung dehnte sich von Europa nach Südamerika und von dort über die anderen Kontinente aus. Es entstand die Idee der jährlichen Sommertreffen, «Mariapoli» genannt, an denen sich Menschen jeden Alters, unabhängig von sozialer Schicht, geographischer Herkunft und Konfession treffen und zusammen Ferien verbringen. 1959 fanden sich am «Mariapoli»-Treffen in den Dolomiten bereits 10 000 Menschen ein.

Im Zentrum der Fokolar-Bewegung stehen Jesus, dessen Worte und der Wille, seine Botschaft täglich zu leben. Dabei kommt dem Begriff der «Einheit» ein besonderer Wert zu. Mit «Einheit» ist zum einen die Verbindung der individuellen Nachfolge Jesu mit der Beziehung zu den Mitmenschen gemeint, zum anderen aber auch das Streben nach Einheit unter den Menschen und in der Kirche und somit auch in der Ökumene.

Für diese Einheit, so die Spiritualität der Bewegung, hat Jesus sein Leben hingegeben. Und so wie Jesus für die Einheit leiden musste, so führt auch für die Fokolare der Weg zur Einheit über Schmerz und Leiden. Hierin liegt die Grundbotschaft der Fokolar-Bewegung: Wer Jesus in seinem Leiden liebt, der findet seinen Weg zu Einheit und innerer Zufriedenheit.

Unter den Fokolaren gibt es zwei Gruppen: Die ehelos Lebenden und die Verheirateten. Die ehelos Lebenden bilden eine Wohngemeinschaft innerhalb der Gemeinschaft, der sie angehören (stets nach Geschlechtern getrennt). Sie geloben lebenslänglich Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Die verheirateten Fokolaren versprechen dasselbe – Keuschheit, soweit in einer Ehe möglich – und sind ebenfalls einer der Fokolar-Gemeinschaften zugeordnet, wohnen aber mit ihrer Familie. Sie verbringen so viel Zeit als möglich in ihrer Gemeinschaft, in der Regel ein bis zwei Abende pro Woche.

Oberstes Organ der Fokolar-Bewegung ist die Generalversammlung, die alle sechs Jahre zusammentritt. Sie wählt die Präsidentin – die immer eine Frau ist – und den Co-Präsidenten jeweils auf sechs Jahre.

Neben den Aufgaben für die Bewegung gehen die Ehelosen ihrem normalen Beruf nach, geben ihr Gehalt aber gänzlich in die gemeinsame Kasse ihrer Gemeinschaft ab. Behalten wird nur das Geld, das die Wohngemeinschaft zu ihrem Lebensunterhalt benötigt; das restliche Geld fliesst über die nationale Kasse der Bewegung in die Zentralkasse in Rom, von wo aus es verteilt wird an Orte, wo das Lebensnotwendige fehlt. Auch die Verheirateten geben Geld an die Bewegung ab. Wie viel sie abgeben, ist eigenes Ermessen – auf jeden Fall behalten sie nicht mehr als sie zum Unterhalt der Familie benötigen. Die Gemeinde finanziert sich ebenfalls über Spenden.

In der Schweiz existieren zurzeit folgende Gemeinschaften und Treffpunkte der Fokolar-Bewegung:

Fokolar-Gemeinschaft Baar (Frauen)
Deinikonerstrasse 12b
6340 Baar

Fokolar-Gemeinschaft Siedlung „Eckstein“ (Männer)
Heidengasse 5
6340 Baar

Treffpunkt Basel (Familien)
Lindenfeld 29
4106 Therwil

Fokolar-Gemeinschaft Bern (Frauen)
Ensingerstr. 27
3006 Bern

Focolare féminin Genève
Chemin David-Brolliet 13
1213 Onex

Focolare masculin Genève
Chemin du Barbolet 5
1213 Onex

Focolare femminile Lugano
Via Nava 2
6963 Pregassona

Focolare maschile Lugano
Via Landriani 6
6900 Lugano

Centre de rencontre – Montet (Broye)
Au village 13
1483 Montet (Broye)

Treffpunkt St. Gallen
Bruggwaldstrasse 23
9008 St. Gallen

Fokolar-Gemeinschaft Zürich (Frauen)
Feldblumenstr. 146
8134 Adliswil

Fokolar-Gemeinschaft Zürich (Männer)
Wegackerstr. 41
8041 Zürich

Fokolar-Gemeinschaft Zürich (Männer)
Köschenrütistr. 109
8052 Zürich

Fokolar-Gemeinschaft Zürich (Frauen)
Rötelstr. 90
8057 Zürich

Weltweit: in 182 Ländern, ca. 141 400 Mitglieder

Schweiz: ca. 900 Mitglieder, ca. 20 000 Freunde

Fokolar-Bewegung
Köschenrütistrasse 109
8052 Zürich
https://www.fokolar-bewegung.ch/

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