«The Book of Mormon»: ein unverfrorenes Musical

Ich würde mich nicht unbedingt als Musicalfan bezeichnen. Mein letzter Musicalbesuch liegt einige Jahre zurück, als ich in London den König der Löwen (ein fantastisches Erlebnis!) besucht habe. In meiner Kindheit war meine Faszination für diese Art der Unterhaltung noch deutlich grösser. Dennoch mag ich es, mich heute zwischendurch einmal von mitreissender Musik in Kombination mit einer guten Geschichte begeistern zu lassen. Das Musical «Book of Mormon» habe ich im Rahmen eines Praktikums an einer Kantonsschule mit einer Abschlussklasse besucht. Zuvor haben wir im Fach Religion eine Unterrichtseinheit zum Thema «Mormonismus» eingebettet. Die Schüler:innen waren somit thematisch bestens vorbereitet und konnten sich auf einen Semesterabschluss der etwas anderen Art freuen. Wie anders dieser sein würde, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. 

Kontext

Das Musical «Book of Mormon» wird vom 4. bis zum 23. Februar im Theater 11 in Zürich Oerlikon aufgeführt. Als «The funniest Musical» oder «die unverschämte Musical-Komödie» ausgeschrieben zieht der 9-fache Tony-Award-Gewinner ein grosses Publikum an. Das Musical wurde von Trey Parker, Matt Stone und Robert Lopez kreiert und im Jahre 2011 uraufgeführt. Die drei sind durch die Produktion der Fernsehserie South Park bekannt, in der alle möglichen Randgruppen auf die Schippe genommen werden. Die Faszination für Musicals und das Mormonentum führte zur Produktion. Dabei bekommen sowohl das Mormonentum als auch andere Buchreligionen ihr Fett weg. Der typische South Park Humor prägt die Geschichte und Szenerie ungemein. Wenn man sich mit dem Hintergrund auseinandergesetzt hat, kann man sich die Stossrichtung der Geschichte sehr gut vorstellen. Ein dickes Fell und eine gute Portion satirischer Humor sind gefragt. 

Der erste Eindruck

Das Musical ist nicht komplett ausgebucht, aber gut besucht. Unsere nicht ganz günstigen Plätze sind im oberen Balkon, was auch Einfluss auf den Hörgenuss haben wird. Das Musical aus den USA wird in der Originalsprache aufgeführt, was meist die bessere Lösung ist, da die Dialoge und Songtexte nicht an ihrer Originalität einbüssen. Musik erklingt, der Vorhang wird aufgezogen und die erste Szene mit dem Song «Hello» wird aufgeführt. Der Auftakt bilden mormonische Missionare (nur Männer), die vom hochnäsigen Elder Price angeleitet werden, wie man richtig an die Türe klopft und mit «Hello» die mormonische Lehre übermittelt. Als Zuschauer:in wird man schnell mitgerissen. Die Szenerie ist witzig, die Lieder sind eingängig und erinnern an andere bekannte Stücke. Schon jetzt wird jedoch klar, dass die Tonqualität nicht besonders gut ist. Während die Instrumente in den Ohren dröhnen, muss man sich sehr konzentrieren, um das Gesungene zu verstehen. Dank der einfachen Songtexte fällt es jedoch nicht schwer, dem Geschehen zu folgen. Die Stimmung ist ausgelassen. Zwei Frauen in der Reihe vor uns wippen mit den Körpern im Takt mit. Das Bühnenbild ist einfach aber effektvoll. Eine weisse Leinwand, auf der jeweils unterschiedliche Hintergründe, wie beispielsweise der Tempel in Salt Lake City, zu sehen sind und auf der Bühne davor einzelne Objekte und Einrichtungsgegenstände.

Die Geschichte

Im Zentrum der Geschichte stehen zwei amerikanische Missionare, die zusammen mit anderen Missionaren für ihre 2-jährige Missionstätigkeit in alle Teile der Welt geschickt werden. Elder Price, der «Vorzeige-Mormone» und einer der Hauptdarsteller, hofft darauf, in Orlando eingeteilt zu werden. Für ihn stellt dies, seit einem Besuch in seiner Kindheit, das Paradies auf Erden dar. Sehr zu seinem Missfallen wird er aber nicht nur in Uganda eingeteilt, sondern auch noch mit Elder Cunningham losgeschickt, der gegensätzlicher nicht sein könnte. Während Elder Price wenig Begeisterung zeigt, ist der kleine und aufgestellte Elder Cunnigham hin und weg und hofft, in Elder Price den Freund fürs Leben zu finden. Am Flughafen verabschieden sie sich von der Familie. Während der Vater von Elder Price Grosses von seinem Sohn erwartet, warnt der Vater von Elder (Arnold) Cunnigham seinen Sohn, nicht von seinem speziellen «Talent» Gebrauch zu machen. Schnell wird klar, dass der kleine, lustige Elder eine stark ausgeprägte Fantasie besitzt. Er neigt zu «Ausschmückungen» der Realität und lügt im Verlaufe des Abends das Blaue vom Himmel herunter. Für Elder Price wird dies eine wahre Herausforderung, da er nun an diesen jungen Mann gekettet ist. Gemäss mormonischer Vorschrift sollten die beiden nämlich alles zusammen erledigen – abgesehen vom Toilettengang. 

Der Plot greift unterschiedliche Themen auf, die auch über das Thema Mormonismus hinausreichen. Als Vorbotin für die anstehende Reise nach Afrika erscheint am Flughafen eine schwarze Frau mit traditionellem afrikanischem Kostüm auf der Bühne und singt ein Lied, das aus «König der Löwen» stammen könnte. Am Ende der Szene nimmt Mrs. Brown ihre Maske ab und wünscht den beiden Missionaren in breitem Weststaaten-Dialekt eine gute Reise und meint, sie selbst sei auch noch nie in Afrika gewesen. Diese herrliche Darstellung von Stereotypen lädt das Publikum zum Lachen ein.

Ankunft in Uganda

Als Zuschauer:in wird man nach der Ankunft der beiden Missionaren mit jeglichen Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert, die zu Afrika vorherrschen. Bereits bei der Ankunft in Uganda treffen die beiden Missionare auf eine gegensätzliche Welt. Die beiden Gruppen unterscheiden sich in Sprache (derb vs. gehoben), Aussehen (einfach vs. adrett) und Weltbild (gottlos vs. religiös). Die dargestellte Stereotypisierung, die klar als Kritik am Eurozentrismus gesehen werden kann, schmerzt, wenn sie bis zum Schluss so klar vor Augen geführt wird. Kaum im Dorf angekommen, werden die beiden Missionare vom Schreckensbaron Butt F***ing Naked und seinen Leuten umzingelt und bestohlen. Diese Figur des Generals ist eine Anspielung auf den liberianischen Warlord Joshua Milton Blahyi, der als General Butt Naked für seine Grausamkeit bekannt ist und dabei auch nicht vor Kannibalismus zurückschreckte. In Uganda treffen die beiden Missionare auf eine Bevölkerung, die stereotyper nicht sein könnte. Arm, ungebildet, «gottlos» und von HIV und Gewalt geprägt. So empfangen sie die beiden Neuankömmlinge mit einem Lied, das diese sogleich enthusiastisch mitsingen. Am Ende will Elder Price dann doch wissen, was denn der Refrain «Hasa Diga Eebowai» übersetzt bedeutet und erfährt zu seinem Entsetzen, dass es so viel wie «F**k dich, Gott» bedeutet. Entsetzt über diese Gotteslästerung und sein eigenes Mitsingen zieht er sich mit Elder Cunnigham in ihre neue Behausung zurück. Die Themen Gewalt, Aids oder Genitalverstümmelung werden – als Witze verpackt – im Verlauf des Abends immer wieder eine Rolle spielen und meine Nerven auf die Folter spannen. Die sehr übertriebene und meiner Meinung nach teilweise auch geschmackslose Art und Weise, in der diese doch sehr ernsten Themen ausgeschmückt werden, fordern heraus. Nichts anderes kann man von einer guten Satire erwarten. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen. An einigen Stellen stellt sich aber – wohl nicht nur mir – die Frage: Soll man lachen? Darf man lachen?

Religionen im Kreuzfeuer

Die Geschichte ist durchzogen von Witzen, ober- und unterhalb der Gürtellinie. Teilweise erscheint der Humor derb und baut auf verschiedenen Rassismen, Sexismen und Stereotypen auf, die das ganze Stück durchziehen und damit Gesellschaftskritik vom Feinsten üben. Das Musical kritisiert auch religiöse Dogmen aufs Äusserste. Schnell wird klar, dass institutionalisierte Religion als Übel angesehen wird, das Menschen einengt und ihrer Selbstermächtigung im Wege steht. Das Offenbarungserlebnis von Joseph Smith wird als wenig glaubwürdiges Ereignis in einer der Rückblenden dargestellt, welche der Geschichte immer wieder einen Kontext-Teil vermitteln wollen. Natürlich handelt es sich dabei um eine vereinfachte Wiedergabe der Ereignisse mit klar gesetztem Fokus. So erfährt man, wie Joseph Smith die Goldplatten gefunden hat, diese wieder zurückgeben musste, die erste Kirche gründete und schliesslich umgebracht wurde. Die Szene ist satirisch gestaltet und nimmt dabei nicht nur die mormonische, sondern jegliche in den Buchreligionen beschriebenen Offenbarungen aufs Korn. Damit wagen sich die Musicalmacher tief in die Religionskritik hinein.

Umgang mit Problemen

Die bereits versammelte Gemeinde der Missionare in Uganda ist begeistert über die Ankunft von Elder Price, von dem sie sich so viel erhoffen. Mit seiner Hilfe, davon sind sie und auch Elder Cunningham überzeugt, werden sie endlich einige der Leute im Dorf zur Taufe bewegen können. Bereits vor den Mormonen sind katholische Missionare nach Uganda gekommen, scheinen aber wenig Eindruck auf die Gemeinde gemacht zu haben. Die mormonischen Missionare sind zwar enttäuscht, haben aber einen einfachen Weg gefunden, mit solchen negativen Gefühlen umzugehen. Tanzend und singend erklären sie den beiden Neuankömmlingen: «turn it off». Elder McKinleys, einer der anwesenden Missionare, erklärt, dass er das auch mit seinen homosexuellen Gefühlen so mache. Damit wird auf den im Mormonentum bekannte Umgang mit Homosexualität hingewiesen, wobei dies nicht als verboten gilt, man es jedoch nicht ausleben darf. Die beiden Missionare machen sich an die Arbeit und Elder Price kommt an seine Grenzen, als er merkt, dass er mit seinen Lehren im Dorf auf taube Ohren stösst. Seine viel beachtete Person scheint in Uganda nicht das gleiche Gewicht zu haben. Als schliesslich General Butt F***ing Naked das Dorf mit der Forderung der Beschneidung aller Mädchen in Rage versetzt und er vor den Augen des Dorfs und Elder Price und Cunnigham einen Mann erschiesst, hat Price genug und verabschiedet sich von seinen mormonischen Genossen. Die Aufregung ist gross und Elder Cunnigham sieht sich angesichts des anstehenden Berichts für den Missionspräsidenten gezwungen, sein Bestes zu geben und die Menschen zur Taufe zu bewegen. 

Die Geschichte nimmt Fahrt auf

In der zweiten Hälfte nimmt die Absurdität der Geschichte zu. Cunnighams Versuch, die Menschen vom Mormonentum zu überzeugen, scheitern. Die Menschen fühlen sich nicht angesprochen. Auch das Mormonentum scheint keine Lösungen für ihre Probleme (Aids, Gewalt usw.) bereit zu haben. Da macht Elder Cunnigham von seinem geheimen und sehr unmormonischen «Talent» Gebrauch und beginnt, die Geschichte des Buch Mormons auszuschmücken. Da er selbst das Buch nie gelesen hat (schliesslich sei es zu langweilig) stellt sich die Aufgabe als weniger schwer dar als gedacht. Einem Dorfbewohner, der ankündigt, Geschlechtsverkehr mit einem Baby zu haben, um sich von Aids zu befreien (Anspielung auf die Vorstellung, dass die Vereinigung mit einer Jungfrau Aids heilen soll) erklärt er, dass dies gemäss dem Buch Mormon verboten ist und «zitiert» die fragliche Stelle. Seine Geschichte nimmt Fahrt auf und zieht die Menschen mit seinen Marvel-Helden, Figuren aus Herr der Ringe und Star Trek in den Bann. Die Szene zeigt auf, dass die «Heilige Schrift» den Menschen mit ihren echten Problemen nicht zu helfen vermag. 

Nicht ganz jugendfrei

An etlichen Stellen der Geschichte bin ich froh, dass wir nur volljährige Schüler:innen dabeihaben. In Anbetracht der schweren Umstände in Uganda und der drohenden Beschneidung der Mädchen, entschliesst sich Nabulungi, die hübsche und etwas naive Tochter des Dorfführers Mafala Hatimbi, sich taufen zu lassen. Elder Cunnigham ist entzückt, nicht zuletzt, weil er sich in das Mädchen verliebt hat. Es folgt eine Szene, in der er Nabulungi (deren Namen er bis zum Ende der Show nicht richtig aussprechen kann) tauft. Dabei wird die Szene so dargestellt, dass diese erste Taufe wie das «erste Mal» zwischen den beiden wirkt. Allgemein gibt es viele Anspielungen auf Sexualität, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Während einige der Gags setzt witzig sind und grosses Gelächter hervorrufen, erscheinen andere eher geschmackslos. Elder Price hat beispielsweis nach seinem Verlassen der Gemeinde einen Höllentraum, den er bereits als Kind einmal hatte, als er einen Donut in der Küche stibitzte und behauptete, sein Bruder sei es gewesen. Von dieser kindlichen Erinnerung wird man im Lied «Spooky Mormon Hell Dream» in eine groteske Ansammlung von Gestalten geworfen, die seine Träume beherrschen. So tanzt Dschingis Khan neben Jeffery Dahmer, Hitler und Johnnie Cochran. Von diesem Traum zur Besinnung gebracht, merkt Elder Price, dass es falsch war, die anderen zu verlassen und kehrt zurück. Er erwartet grosse Freude über sein Auftauchen, doch Elder Cunnigham ist noch immer verletzt und weist ihn ab. Daher begibt er sich auf die Suche nach General Butt F***ing Naked, um ihn das Buch Mormon zu überbringen. Dieser ist weniger begeistert vom Vortrag und meint, dass sich Elder Price dies buchstäblich sonst wo hinstecken könne. Es folgt eine Szene, in der das Buch Mormon operativ aus Elder Price entfernt werden muss. Details werden hier erspart. Die Bevölkerung entscheidet sich dazu, dem Missionspräsidenten, der aufgrund der hohen Zahl an Taufen einen Besuch ankündigt, eine Aufführung über die Geschichte von Joseph Smith, «dem Moses der USA», vorzubereiten. Das Drehbuch richtet sich dabei wohlweislich nach Cunnighams Version der Geschichte. Die Katastrophe ist vorprogrammiert. Das Schauspiel ist dermassen absurd, dass bereits das Zuschauen schmerzt. Es scheint die Krönung des Musicals darzustellen und alle Sexismen, Rassismen und Stereotypen in sich zu vereinen. Die als rückständig und naiv dargestellten Dorfbewohner erzählen mit toller musikalischer Begleitung ihre (verstörende) Geschichte von Joseph Smith in derber Sprache (Song: Joseph Smith American Moses). Die Geschichte spitzt sich weiter zu, soll hier aber nicht ausgeführt werden. Falls Interesse besteht, kann man den Songtext in voller Länge online nachlesen. Nicht nur der Mormonenpräsident erstarrt vor Schock, auch in unserer Reihe oberhalb der Bühne herrscht Stille. Das Stück ist nichts für schwache Nerven – und auch nichts für Starke mit weniger Sinn für Satire.

Der Schluss

Die Missionare müssen auf Befehl des Mormonenpräsidenten alle nach Hause zurückkehren und er erklärt den Bewohnern Ugandas, dass sie keine Mormonen sind. Elder Cunnigham sieht sich in der Schuld, den Leuten Leid gebracht zu haben, wird aber von Elder Price bekräftigt, zusammen mit ihm in Afrika zu bleiben und den Menschen zu helfen. Er habe nämlich erkannt, dass Elder Cunnigham Recht habe und die Schriften zwar wichtig sind, es aber viel wichtiger ist, den Menschen zu helfen, so wie das Cunnigham vorhatte. Hier spitzt sich die Religionskritik einerseits zu und legt offen, dass religiöse Dogmatik als verwerflich gilt. Andererseits wird Religion auch als Chance dargestellt, solange sie sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. 

Auch die Dorfbewohner werden beruhigt und verstehen die Botschaft Cunnighams schliesslich als Metaphern und nicht als wirkliche Geschichte. Sie werden von den Missionaren, die sich ebenfalls entschlossen haben zu bleiben, zur Missionsarbeit angeleitet. Der Schluss bildet die vom Anfang bekannte Szene «Hello», in der nun aber die Leute aus Uganda an die Türe klopfen und nicht das Buch Mormon, sondern das Buch «Arnold» verbreiten, was sich auf den Vornamen ihres als «Propheten» bezeichneten Elder Cunnigham bezieht. Sie haben dabei ihre eigene und sehr sympathische Art und Weise. Somit nimmt das Musical sowohl für die Freundschaft zwischen Elder Price und Elder Cunningham als auch für die Leute aus Uganda ein gutes Ende. Zwar haben sie die Probleme wie Aids nicht gelöst, scheinen aber durch ihren Glauben (und letztlich nur durch die mormonischen Missionare) neue Zuversicht gefunden zu haben. Der Schluss ist wunderbar geglückt. Die Geschichte bildet einen Kreis und man kann sich gut vorstellen, wie die Geschichte weitergehen könnte…

Eine Überraschung vor den Toren des Theaters

Nachdem der Vorhang gefallen ist und die Lichter im Raum wieder angehen, ist die Stimmung divers. Viele, insbesondere die beiden Frauen vor uns, sind begeistert. Andere halten sich die Ohren zu und beklagen sich über die Lautstärke. Ich blicke in einige ratlose Gesichter, inklusive einige unserer Schüler:innen. Auch ich bin etwas überrollt von der Vorstellung und werde wohl noch Zeit brauchen, um das Erlebte zu verdauen. Wir tauschen uns noch kurz über das Musical aus, brechen aber bald auf. Die Lehrperson wird das Thema nach den Ferien noch einmal aufgreifen und insbesondere auch kritisch beleuchten. Vor den Türen des Theaters treten sogleich zwei junge Missionare auf uns zu. Die anfängliche Verwirrung über die Situation (wir denken im ersten Moment, es handle sich um die Schauspieler) weicht der Erkenntnis, dass es sich tatsächlich um mormonische Missionare handelt, die das Theater als Werbefläche für ihren Missionsdienst nutzen. Ein freundlicher, adrett gekleideter junger Elder aus Texas überreicht uns sogleich ein Exemplar vom Buch Mormon und beginnt zu erklären, was denn nun wirklich darin geschrieben steht. Wir hören aufmerksam zu, bedanken und verabschieden uns. Ein intensiver Abend mit interessantem Schluss – so viel lässt sich sagen. 

Bernadette Jacober, 21. Februar 2025


Lexikoneintrag Mormonismus