Frank Willy Ludwig
Frank Willy Ludwig (geb. 1965) begründete die neopagane-braunesoterische Bewegung mit dem Namen «Urahnenerbe Germania». Auf ihrer Webseite steht, dass sie sich mit «Planung, Förderung und [dem] Aufbau natürlicher Stammeslandsitze in Siedlungen mit Wirtschaft (Mutterhof) und Schulen durch das Erforschen und Praktizieren der Lebensweisen unserer Urahnen der wedischen Hochkultur von Slawen und Ariern» beschäftigen. Urahnenerbe Germania beruft sich auf die «slawisch-arischen Weden» von Alexander Hinewitsch (geb. 1961), sowie auf die Anastasia Bücher von Wladimir Megre (geb. 1950).
Frank Willy Ludwig lebt in Brandenburg (Deutschland) mit seiner Frau und seinen vier Kindern auf einem Familienlandsitz in Liepe, auf den sie Ende 2000 zogen. Bevor er sich 2000 mit den Anastasia Büchern zu beschäftigen begann, arbeitete er als Manager bei einem Baukonzern. Nach eigenen Angaben ist Ludwig seit 2006 alkoholfrei und seit 2010 drogen- und rauchfrei. Den Familiensitz schufen sie in zehn bis zwölf Jahren und leben jetzt von eigenem Wasser und eigenen Plantagen, sie besitzen ein ganz eigenes System. Um den Familiensitz herum, der von der Fläche her einen Hektar beträgt, hat es einen grünen Zaun mit Gebüsch und Bäumen, der das Gebiet nach aussen abgrenzt. So wird die ideale Lebensweise auch in den Anastasia Büchern dargestellt.
Die schwarzen Bücher
Die Bewegung «Urahnenerbe Germania» beruft sich auf die schwarzen und grünen Bücher. Erstere sind fünf Bücher von Alexander Hinewitsch, «slawisch-arische Weden». Die darin enthaltenen Texte sollen 40’000 Jahre alt sein und dem Autor auf Goldplatten, Baumrinden und Papyrusrollen gezeichnet überlassen worden sein. Die Texte handeln von der grossen, weissen «Rasse», den Slawen und den Ariern. Diese sollen vor ca. 600’000 Jahren als Ausserirdische auf die Mitgard-Erde vor kosmischen Parasiten geflüchtet sein. Diese Menschen mit der weissen Hautfarbe, die Da’ Arier, Cha’Arier, die Swjatorussen und die Rassenen waren verschiedene Stämme, von anderen Sternensystemen. Sie sollen vom Grossen Bären, dem kleinen Bären, Orion und dem Beta Löwen kommen. Deshalb haben diese Menschen auch verschiedene Augenfarben, die der Farbe ihrer Heimatssonne entsprechen: silbergrau, blau, grün und braun. Die weiteren Stämme, die Menschen mit «schwarzer, roter oder gelber» Hautfarbe, kämen von anderen Sonnensystemen und flüchteten ebenfalls. In den Büchern wird beschrieben, dass diese von den weissen Stämmen vor ca. 100’000 – 130’000 Jahren auf die Erde geholt wurden. Die weissen «Fölker» waren die Ältesten und walteten deshalb über die kosmischen Räume der drei Welten – Jaw’, Naw’ und Praw. Die Bücher enthalten starke rassistische Gedankengüter, da sie die weisse «Rasa» oder Rasse in den Vordergrund stellen und den anderen überordnen. Der Autor dieser Bücher ist der Begründer der Ynglism-Bewegung (Ancient Russian Ynglist Church of the Orthodox Old Believers – Ynglings), die eine neopagane russische problematische Gemeinschaft ist.
Die grünen Bücher
Die zehn Bände von Wladimir Megre, die Anastasia Bücher, sind die Grundlage der Anastasia-Bewegung. In den Büchern handelt es von einer jungen Frau, Anastasia, die halbnackt im Wald lebt und heilerische sowie hellseherische Fähigkeiten besitzt. Sie wird als die Vertreterin der «Wedrussen» dargestellt. In den Büchern gibt es Empfehlungen, wie man leben sollte.
Familienlandsitze
Eine der Empfehlungen, die Ludwig sehr unterstützt, sind die Familienlandsitze. Jede Familie sollte sich auf einem Hektar niederlassen. Auf diesem Hektar sollen sie einen Sitz haben und das Land bewirtschaften. Abgegrenzt wird der Familienlandsitz durch einen «lebendigen», grünen Zaun, also durch Pflanzen. Den Begriff der Familienlandsitze ersetzte er nun durch Stammeslandsitze.
Schulen
Unser staatliches Schulsystem lehnt Ludwig ab. In seinem Buch «Stammeslandsitze Siedlung & Schule» schreibt er (S. 191): «Der beste Meister ist immer noch das Leben und auf dieser Spielwiese sollten wir wieder damit beginnen, das wir befreit von Lehrplänen und Stundenklingel agieren. Die „Unterrichtsstunden“ wie wir sie kennen, sind im wahrsten Sinne des Wortes, Stunden unter dem Richter. Da gibt es also eine richterliche Kraft, welche uns unten halten will. Damit wir dort unten bleiben und es keiner merkt, macht sie uns noch etwas vor, wir werden unterhalten.» Seiner Meinung nach sollte es auch keine Lehrpersonen geben, denn jeder könne in seinem Lieblingsfach der Lehrer und in anderen Fächern der Schüler sein. Im Podcast «Urwedische Kultur Vorstellung» auf Okitalk vergleicht Ludwig uns mit Eichen (min 10:50): «Die tausendjährige Eiche wächst, wenn wir sie wachsen lassen, ohne, dass sie eine Schule braucht. Sie weiss, bei welchen Temperaturen sie irgendetwas machen muss, bei welchen Witterungsverhältnissen, bei welchen Fressfeinden, bei Raubtieren produziert sie ein bestimmtes Gegenmittel, die braucht nie eine Schule. Und bei der Krone der Schöpfung soll das dann anders sein, das ist natürlich Blödsinn. Das heisst, alles ist uns gegeben von der Geburt an.» Ludwig glaubt, dass wir das Wissen in uns wieder finden müssen aber wir es alle besitzen. Ludwig besitzt andere Vorstellungen einer Schule, wie die meisten Menschen sie kennen. Sein Vorbild ist dabei die Waldschule Tekos in Russland.
Weden
Die Weden seien die Vorfahren der «weissen Menschen», deren Wissen in unserem Innersten verborgen sein solle. Ludwig möchte dieses Wissen bei allen wieder erwecken. Im selben Podcast erklärt Ludwig, dass es bei den Weden nicht um eine Lehre oder eine Religion gehe, sondern um eine Lebensart, eine Kultur, eine Lebensweise.
Das Wichtigste für Ludwig ist die Liebe. Für ihn ist ein Leben ohne Liebe nicht mehr möglich. Die Weden besitzen auch das Wissen über die Liebe, wie man ein Leben führen kann, sodass die Liebe immer präsent ist. Dies sei die grosse Kunst der Weden. Das Wissen der Weden sollte man nur von Angesicht zu Angesicht weitererzählen, denn kein Buch und kein Film reiche für dieses grosse Wissen aus. Ludwig sieht es als seine Aufgabe, Unwissenden dieses Wissen zu vermitteln.
Alkohol und Autos
Ludwig lehnt Alkohol, sowie Drogen und Zigaretten strikt ab, obwohl er selbst für lange Zeit getrunken, geraucht und Drogen genommen hatte. Nach eigenen Angaben ist er seit 2006 alkoholfrei und seit 2010 drogen- und rauchfrei. Er ist der Ansicht, dass gesamte Völker durch den Konsum von Alkohol aussterben können und kritisiert Deutschland für den übermässigen Konsum.
Obwohl Ludwig selbst eines besitzt, lehnt er neben dem Alkohol auch Autos ab. Mit Autos seien wir parasitär unterwegs, weil es im Auto Metalle hat, die wir der Erde gewaltvoll entrissen hätten. Da die Erde ein lebender Organismus sei, schmerze ihr das und dieser Schmerz sei in den Autos zu finden. Deshalb würden wir auch «Karma» erleben, damit alles im Gleichgewicht bliebe. Ludwig glaubt aufgrund einer angeblichen WHO-Studie, dass alle Menschen von Parasiten befallen sind und dass 90% der Menschen, die aufgrund einer Krankheit unter 100 Jahren starben, aufgrund von Parasiten starben.
Ludwig ist davon überzeugt, dass wir Menschen keine Autos zur Fortbewegung brauchen. Er ist der Ansicht, dass wir mit Telepathie und Teleportation mit und ohne Körper reisen können, weil es für die Menschen keine Grenzen gebe. In den Anastasia Büchern ist beschrieben, wie man das bewerkstelligen kann.
Kunst
Ludwig sieht sein Urahnenerbe auch in den Bildern des russischen Malers Konstantin Wasilyew (1942-1976), die für ihn eine starke wedische Ausdruckskraft besitzen. Diese Bilder sowie eine gesamte Biografie über den Künstler sind auf seiner Webseite zu finden.
Rodismus
Ludwig verbreitete vor allem auf Telegram Bücher und Schriften aus der Anastasia-Bewegung. Seit einiger Zeit begann er auch Textstellen aus Büchern aus dem Rodismus zu verbreiten und sich mit diesen Inhalten zu beschäftigen.
Auf seiner Webseite von Urahnenerbe Germania schreibt er aber, dass sie keiner Religion, Kirche, Sekte, Bruderschaft, Geheimgesellschaft, Partei oder sonstigen Vereinigungen angehören würden. Wenn man sie frage, dann würden sie nur antworten können, dass sie nach der Wahrheit über ihre Herkunft suchen würden.
Ludwig lebt mit seiner Familie auf einem Familienlandsitz und bewirtschaftet dieses Land. Er trinkt keinen Alkohol.
Auf YouTube besitzt er einen Kanal, auf dem er Filme und Interviews passend zu seiner Weltanschauung hochlädt. Auf seinem zweiten Social-Media-Kanal auf Telegram verlinkt er auch Filme und Interviews. Dazu lädt er komplette russische Filme hoch, die er mit einem Team selbst auf Deutsch übersetzt hat. Er postet zahlreich Seiten aus bedeutenden Büchern von der Anastasia-Bewegung, der Ynglism-Bewegung oder aus dem Rodismus. Alle diese Inhalte beinhalten äusserst problematisches Gedankengut.
Ludwig hat eine eigene Webseite namens Urahnenerbe Germania, auf der er seine Glaubensinhalte verbreitet und Bücher verkauft. Zudem sind auch die Bilder von Konstantin Wasilyew zu sehen und alle seine Podcasts von Okitalk.
Ludwig hält Vorträge und leitet Seminare, oft finden die Vorträge auch in der Schweiz statt. Dabei kann man ihm auch Anfragen schicken. Dazu leitet er auch Ahnenreisen zum Beispiel zur Insel Rügen. Für diese Ahnenreisen hat er auch die «Adlerschule ARKON» ins Leben gerufen.
Er ist der Autor vom Buch «Stammeslandsitze Siedlung & Schule» und weiterer Bücher, die er verkauft. Zudem übersetzte er auch weitere Bücher und Filme auf Deutsch, die seiner Meinung entsprechen und von den Lebensweisen der Weden handeln.
Anastasia-Bewegung, Ynglism-Bewegung
Da die Ideengebung zur Gründung von Urahnenerbe Germania bei den Büchern der Anastasia-Bewegung und der Ynglism-Bewegung liegt, ist Ludwig auch mit diesen Bewegungen vernetzt und über die Glaubensinhalte bestens informiert.
Königreich Deutschland
Urahnenerbe Germania ist ein «Betrieb» im Gemeinwohlstaat Königreich Deutschland. So müssen Geschäftspartner, wie diejenigen, die Ludwig Anfragen für Vorträge schicken, für die Dauer der Geschäftsbeziehung (Anbahnung, Abschluss, Lieferung, Rechnungslegung, Bezahlung) eine temporäre Zugehörigkeit zum Gemeinwohlstaat Königreich Deutschland (KRD) vorweisen. Diese brauchen sie, damit sie die Verfassung, Gesetze und die Gerichtsbarkeit des KRD benutzen können, die sie auch bei rechtlichen Streitigkeiten zu wählen haben.
Honigmanntreffen, Recht und Wahrheit
Frank Willy Ludwig ist mit vielen Personen vernetzt, die rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Inhalte verbreiten. So trat Ludwig mehrmals bei Veranstaltungen des Holocaust-Leugner Netzwerks «Recht und Wahrheit» und auch bei den Honigmanntreffen von Ernst König auf.
Cine12
Wie die Solothurner Zeitung am 15.06.2017 mitteilte, gab es eine Auseinandersetzung mit der Gruppe Cine12, die sich regelmässig in einer Genossenschaftsbeiz in Thun trafen. Grund dafür war der geplante Vortrag von Frank Willy Ludwig. Als die Genossenschaft Wind davon bekam, wer diesen Vortrag halten sollte, dass er einen problematischen Hintergrund besitzt und auch schon an Veranstaltungen von Holocaust-Leugnern aufgetreten war, erteilten sie Cine12 einen Hausverbot. Kurz darauf suchten sich die Mitglieder von Cine12 einen anderen Standort. Auch an anderen Orten in der Schweiz wurden Cine12 von Veranstaltern ausgeladen, weil sie Ludwig als Referenten gehabt hätten.
Problematische Inhalte
Die Anastasia-Bücher und die schwarzen Bücher, die Ludwig verbreitet, haben äusserst frauenfeindliche, antisemitische und rassistische Inhalte. Auch die anderen Bücher und Filme, die Ludwig verbreitet und teilweise auch selbst übersetzte, vertreten problematische Gedankengüter. Ludwig selbst teilt diese Ansichten und gibt sie durch seine Vorträge auch weiter, dies ist äusserst prekär. Seine Webseite urahnenerbe.de wurde im Mai 2023 gesperrt, nun ist sie wieder verfügbar.
Hakenkreuze
Auf dem Logo von Urahnenerbe Germania, auf der Webseite, sowie in den Büchern von Ludwig sind leicht verfremdete Hakenkreuze zu finden, die an die Nazizeit erinnern. Auch weitere Merkmale auf seiner Internetseite mit den typischen Ausdrücken wie «Folk», «fölkisch» und «Rasa» erinnern an die rechts-nationale Szene. Die Hakenkreuze wurden von Heinrich Himmler inspiriert. Auf seiner Website schreibt Ludwig: «Es gab ja schon die bezeichnung im 3. Reich als Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V. Diese wurde 1935 als Forschungseinrichtung von Heinrich Himmler (Reichsführer SS) und dem niederländischen Privatgelehrten Herman Wirth als Studiengesellschaft für Geistesurgeschichte gegründet. Sie firmierte danach als Forschungs- und Lehrgemeinschaft „Das Ahnenerbe“. Hier wollen wir keine Verwechselungen mit uns, denn einerseits wurden die Erkenntnisse des deutschen Ahnenerbes politisiert und andererseits liegt es uns, wegen unserer beschränkten Einsicht und Möglichkeiten fern, dass wir überhaupt Maßregeln an die damaligen Handlungen anlegen dürfen.»
Angaben zu den Social-Media-Kanälen:
Telegram: URAHNENERBE; 1084 Mitglieder
YouTube: @siegreich; 6600 Abonnenten, 122 Videos
Angaben von Franz Willy Ludwig zu der Anzahl Menschen, die nach der wedischen Kultur leben:
Die Anhänger der Anastasia-Bewegung leben nach der wedischen Kultur. Es gibt geheime Siedlungen, sowie ungefähr 300 Siedlungen mit Familiensitzen östlich von Deutschland im Gebiet der damaligen Sowjetunion. Genaue Zahlen sind unbekannt.
www.urahnenerbe.de
Telegram: URAHNENERBE
YouTube: @siegreich