Sedisvakantismus

Der Sedisvakantismus geht davon aus, dass der aktuelle Papst sein Amt nicht rechtmässig ausübe, dass also dessen Sitz (lat. sedis) vakant ist.

Sedisvakantismus entstand nach dem zweiten Vatikanum als Reaktion auf die Konzilsbeschlüsse, vor allem auf die Erklärung über Religionsfreiheit und die Liturgiereform.

Der Sedisvakantismus geht davon aus, dass der aktuelle Papst sein Amt nicht rechtmässig ausübe. In aller Regel wird diese Vorstellung auf eine Mehrzahl der letzten Päpste bezogen, wobei die Frage, welcher der letzte legitime Papst war, sehr unterschiedlich gesehen wird, die Positionen divergieren zwischen Pius XI. und Benedikt XVI. Häufiger genannt als letzte legitime Päpste werden Pius XII. und Johannes XXIII.

Unterschiedlich gesehen werden auch die Gründe, weshalb der erste der als illegitim gesehenen Päpste nicht rechtmässig im Amt gewesen sei, genannt werden etwa:

– Pius XII: Liturgiereform
– Johannes XXIII: Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils
– Paul VI: Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, Liturgiereform
– Johannes Paul II: Interreligiöse Veranstaltungen
– Franziskus: Unwirksamkeit des Rücktritts von Benedikt XVI.

Dazu können Verschwörungstheorien kommen, z.B. antimasonische Konspirationsthesen, die Päpsten unterstellen, Mitglieder und/oder Agenten der Freimaurer-Bewegung zu sein.

Ebenso unterscheidet sich der Sedisvakantismus in seinem Verhältnis zur heutigen römisch-katholischen Kirche. Während manche diese anerkennen, sind andere der Überzeugung, dass die heutige römisch-katholische Kirche vom Glauben abgefallen sei oder eine Sekte darstelle.

Durch seine Verweigerung der Gemeinschaft mit dem aktuellen Papst zieht sich der Sedisvakantismus die Exkommunikation als Tatstrafe zu. Bei manchen Sedisvakantisten wurde diese vom Dikasterium für die Glaubenslehre auch ausdrücklich festgehalten (Erzbischof Carlo Maria Viganò 2024).

Der Sedisvakantismus stellt keine einheitliche Strömung dar, sondern besteht aus unterschiedlichen Vertretenden und Gruppen.

Über die zahlenmässige Verbreitung sedisvakantistischer Thesen existieren keine verlässlichen Angaben.

In der Schweiz ist z.B. die Organisation Katholiken SOS in Teufen aktiv.

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