Diamant-Weg

Das Wirken und die häufigen Reisen des 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981), der wie der Dalai Lama auch 1959 aus Tibet fliehen musste und seither in seinem neuen Kloster Rumtek in Sikkim residierte, und die einzigartige «missionarische» Aktivität seines dänischen Schülers Lama Ole Nydahl hatten zur Folge, dass mittlerweile gegen 300 westliche Kagyü-Gruppen und Zentren entstanden sind. Diese immer noch anhaltende Faszination des gebildeten westlichen Publikums für die Kagyü-Spiritualität gründet nicht zuletzt in der Gestalt von Lama Ole Nydahl. In Kopenhagen aufgewachsen, früh wegen Drogendelikten in Konflikt mit dem Gesetz geraten, begegnete er auf seiner Hochzeitsreise mit seiner Frau Hannah in Nepal dem 16. Karmapa. Der wendige Intellektuelle, Draufgänger und Lebemensch machte sich in radikaler Erlebnisbereitschaft und Erleuchtungshoffnung die langwierigen Übungen und für westliches Empfinden komplizierten Lehrinhalte der Kagyü-Mystik zu eigen. Die Radikalität seines spirituellen Engagements veranlasste den 16.Karmapa, den jungen Dänen mit der Gründung der ersten Kagyü-Zentren in der westlichen Welt zu beauftragen. Lama Ole Nydahl kommt diesem Auftrag mit einem Engagement nach, das seinesgleichen sucht. Ständig unterwegs, einmal mit seiner Frau Hannah, ein andermal mit seiner Gefährtin Caty, gründet und besucht er Zentrum um Zentrum. 2007 verstarb seine Frau Hannah an Krebs.

Unverkennbar ist die vom Diamant-Weg selten lauthals verkündete aber immer wieder hörbare Absage an alle spirituellen Führungsansprüche des Dalai Lama. Diese Haltung hat Tradition. Schon der 16.Karmapa liess sich zwar vom geflohenen Dalai Lama mit anderen tibetischen Meistern in eine politische Allianz aller Tibeter im Exil einbinden, den spirituellen Führungsanspruch des Dalai Lama über alle tibetischen Schulen hat er aber immer von sich gewiesen. Der 16. Karmapa hat unter verschiedenen Nicht-Gelugpa-Autoritäten in dieser Hinsicht auch reichlich Unterstützung erhalten. Diesem Beispiel folgend sprechen Lama Ole Nydahl und der von ihm inspirierte Diamant-Weg von einer eigentlichen generationenlangen Unterdrückung der Karma Kagyüs durch den Dalai Lama. Neuerdings zeitigte dieser halb verdeckte, halb offene Gegensatz auch institutionelle Folgen. Der Tod des 16. Karmapa (1981 auf einer seiner Reisen in den USA) führte bald zu Gründung eines Komitees von vier Rinpoches, einschliesslich des 14. Sharmapa, der eine Neffe des 16. Karmapa war. Die vier sollten die Reinkarnation des 17. Karmapa aufsuchen. 1984 trat der Sharmapa, in der Auffindungsfrage sicher die bedeutendste Autorität, aus dem Komitee aus, weil er darin Macht-Missbrauch und Politisierung der Nachfolgefrage ortete. Er führte die Suche nach der Reinkarnation nun allein weiter und fand 1991 in Tibet Thaye Dorje, einen Sohn des 3. Mipham Rinpoche der Nyingma-Schule, 1983 in Lhasa geboren. 1994 floh Thaye Dorje mit seiner Familie nach Indien, wo er seither die ihm gebührende Schulung erhält. 1986 wurde er zum Mönch geweiht und erhielt den Namen «grenzenloser Diamant» (Thaye Dorje). Im Jahr 2000 kam der nun 17-Jährige zum ersten Mal nach Europa und wurde hier von seiner grossen Gemeinde mit grösster Ehrfurcht und Liebe umsorgt.

Diverse Kurse, Meditationen und andere Veranstaltungen werden angeboten.

Eintritt an Veranstaltungen und Spenden tragen die Kosten der Gemeinschaft.

Es gibt Gemeinschaften in über 60 Ländern, darunter 13 Zentren in der Schweiz. Diese sind alle auch miteinander im Kontakt.

Lama Ole wurde in den Medien mehrfach für einzelne Äusserungen kritisiert.

Buddistische Zentren der Karma Kagyü Linie – Schweiz
Hammerstrasse 9
CH-8008 Zürich
E-Mail: info@buddhismus.org

www.buddhismus.org

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