Reinhard Hirtler

Reinhard Hirtler wuchs in Österreich als eines von zehn Kindern eines freikirchlichen Pastors auf. Schon in jungen Jahren fühlte sich Hirtler selbst zum Pastor berufen. Mit 16 Jahren begann er zu predigen. Später besuchte Hirtler eine Bibelschule in England, wo er seine Frau Debi kennenlernte.

Wieder zurück in Österreich wirkte Hirtler während 18 Jahren als Pastor und gründete sieben Freikirchen.

Im Jahr 2004 zogen die Hirtlers in die USA um, wo Reinhard Hirtler Teil des Teams von MorningStar Ministries des neocharismatischen Propheten Rick Joyner wurde. Im Jahr 2013 wechselten die Hirtlers nach Brasilien, wo sie den Verein «Brazilian Kids Kare» begründeten, der sich zum Ziel gesetzt hat, 100 Waisenhäuser einzurichten.

Reinhard Hirtler trat in der Vergangenheit auch in der Schweiz auf, so im Jahr 2023 in Wettingen.

Reinhard Hirtler lehrt eine Form der Wort-des-Glaubens-Lehre. Mit dieser geht er davon aus, dass Christus am Kreuz nicht nur die Sünden der Menschheit getragen hat, sondern auch ihre Krankheiten und ihre Armut, sodass Gläubige in Gesundheit und Wohlstand leben können.

Kennzeichnend für Hirtler ist eine scharfe Unterscheidung zwischen Altem und neuem Bund. Der Alte Bund zwischen Gott und Israel gelte nur für die Kinder Israels, nicht für die Christinnen und Christen. Diese sollten im Neuen Bund leben, den Gott mit Jesus geschlossen hat und dem die Menschen durch Glauben beitreten können.

Prophetien spielen bei Hirtler eine grosse Rolle, er rühmt sich auch selbst prophetischer Aussagen, die später in Erfüllung gegangen seien: «Ich habe etwa zwei Monate vor der Weltmeisterschaft 2014 die Prophetie erhalten, dass Brasilien erschüttert wird und diese Erschütterung während der Weltmeisterschaft beginnen wird. Brasilien unterlag dann Deutschland mit 1:7 und dadurch ging ein echtes Beben durch die Nation.» (Reinhard Hirtler, In vollkommener Liebe Leben, Berlin 2019, s. 14).

Den Gläubigen des Neuen Bundes schlägt Reinhard Hirtler einen «nehmenden Glauben» vor: «Unter dem Neuen Bund müssen wir lernen, Worte wie bittenbeten und um etwas fragen zu ersetzen durch in Anspruch nehmen, deklarieren und danken. … wir müssen es kühn einfordern, es als unser Eigentum erklären und Gott dafür Dank sagen, um es zu erhalten.» (Reinhard Hirtler, Leben aus der Fülle des neuen Bundes, Berlin 2018, s. 166).

Reinhard Hirtler rät, das Abendmahl täglich zu feiern: «Ich empfehle sehr, dass jeder Gläubige des Neuen Bundes auf einer täglichen Basis das Abendmahl feiert.» Auch Hirtler selbst setzt dies um: «Wenn ich reise, habe ich ofr Brot und eine kleine Flasche Wein bei mir und am Abend, bevor ich zu Bett gehe, feiere ich das Abendmahl.» (Reinhard Hirtler, Leben aus der Fülle des neuen Bundes, Berlin 2018, s. 129).

Gemeinschaft ohne Grenzen: Die Mitglieder der «Gemeinschaft ohne Grenzen» erhalten von Reinhard Hirtler Mentoring. Jeden Dienstag und Freitag gibt es eine ca. 30-minütige Lektion, die allerdings voraufgezeichnet ist. Einmal im Monat findet sonntags ein Live-Mentoring über Zoom statt. Zudem existiert eine interne Telegram-Gruppe. Die Mitgliedschaft in der «Gemeinschaft ohne Grenzen» kostet € 189.- pro halbes Jahr.

Glaube, der Berge versetzt ist ein Glaubenskurs aus 30 Lektionen, die jeweils ca. 30 Minuten dauern. Dieser Kurs kostet € 299.- und soll den Teilnehmenden Werkzeuge an die Hand geben, «um in einem Glauben zu leben, der funktioniert, Wunder wirkt und Resultate bringt!» (https://reinhardhirtler.com/lp/glaube/#preco)

Intimität mit Jesus entwickeln: Im der bei YouTube angebotenen Reihe «Intimität mit Jesus entwickeln» geht es darum, eine «innige und intime Beziehung mit Jesus» aufzubauen.

Manche Aktivitäten von Reinhard Hirtler finanzieren sich über feste Preise.

Reinhard Hirtler ist im freikirchlichen Bereich hochumstritten, was auch mit scharfen, abwertenden Aussagen seinerseits gegenüber anderen Formen freikirchlichen Glaubens zu tun hat.

Hirtler wird vorgeworfen, dass er mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber anderen Auffassungen des Christentums in Verbindung mit seiner Online-Gemeinschaft Gläubige aus ihren Kirchen herausziehe und isoliere.

Hirtlers Abwertung des Alten Bundes wird weitherum kritisch gesehen, weil sie sich zu zahlreichen Aussagen des Neuen Testaments spannungsvoll verhält.

Manche von Hirtlers Auslegungen zu biblischen Texten in seinen Büchern sind hochspekulativ. Mitunter bringt er Bezüge zu angeblichen zeitgenössischen Phämonenen, die nicht nachvollziehbar sind.

Irritierend wirken auf viele Lesende Hirtlers schwärmerische Beschreibungen seiner «intimen» Beziehung mit Jesus.

Kritisch vermerkt werden auch homophobe Aussagen Hirtlers: «Natürlich gesprochen, ist Homosexualtät etwas, das mich total abstösst.» Homosexuelle Liebe bezeichnet Hirtler als «pervertierte menschliche Liebe». (Reinhard Hirtler, Leben aus der Fülle des neuen Bundes, Berlin 2018, s. 79).

Zur «Gemeinschaft ohne Grenzen» sollen im Jahr 2023 über 700 Menschen aus aller Welt gehört haben.

Zurück zu Wort-des-Glaubens-Bewegung