Sabaoth Church

Die Gründerin der Sabaoth Church, Roselen Boerner Faccio, will eine Vision von Gott gehabt haben, dass sie «Krieger für den spirituellen Kampf» ausbilden soll. Mit der Begründung, dass Gott nach 1. Samuel 1, 3 als «Deus dos Exércitos», Herr der Heerscharen, Jahwe Zebaoth (יהוה צבאות) bezeichnet wird, hat sie sich für den Namen «Ministério Sabaoth» entschieden, der später zu «Sabaoth Church» anglisiert wurde.

Roselen Boerner Faccio, Gründerin der Gemeinde, wurde am 11. Mai 1969 in Campinas in Brasilien geboren. Sie begann nach eigenen Angaben mit 13 Jahren, für Jugendliche zu predigen und gründete verschiedene katholische Gruppen.

Auf einer Reise nach Italien will sie als 19-Jährige von Gott den Befehl erhalten haben, in Italien zu bleiben, um dort ihre Berufung zu erfüllen. Sie studierte dort Theologie und begann in Assisi ein Leben im Kloster.

Mit 23 kehrte sie in ihr Heimatland zurück und trat unter pastoraler Leitung in die Pfingstbewegung über. Schliesslich gründete sie im Jahr 1994 mit zwei weiteren Frauen in Milano das «Ministério Sabaoth».

Im Jahr 2009 gründete sie in Italien eine Missionsschule, die heute als «Hangar 28» bekannt ist.

Die Sabaoth Church vertritt einen pfingstlich-charismatischen Glauben und steht dem Wohlstandsevangelium nahe. Sie vertreten die Geistestaufe und betrachten die Zungenrede als Beweis dafür. Die Wassertaufe wird durch vollständiges Eintauchen in Wasser durchgeführt und erst ab 11 Jahren zugelassen. Das Abendmahl dient als Symbol der Erinnerung des Opfertodes Jesu, und es werden sowohl die jungfräuliche Geburt als auch die leibliche Auferstehung und Himmelfahrt Jesu vertreten. Die Prädestinationslehre wird abgelehnt. Wer nach der eigenen Bekehrung sündigt, beispielsweise durch Ehebruch, soll um Vergebung bitten und, in diesem Fall, das familiäre Leben regeln, bevor wieder in der Kirche gedient wird. Die Familie sowie konservative Rollenbilder, mit Ausnahme des Predigens der Frauen, haben einen hohen Stellenwert.

Weiter wird jenen, die den Zehnten nicht geben, angedroht, dass sie einen Fluch auf sich ziehen würden und entsprechend nicht gesegnet seien.

Sie lehnt Homosexualität ab und vertritt die Auffassung, dass Sex ausschliesslich innerhalb einer heterosexuellen Ehe stattfinden sollte. Abtreibungen werden abgelehnt. Zudem besteht ein starker Fokus auf die Evangelisation.

Wer sich dazu entscheidet, Mitglied zu werden, soll dann mit der Kirche durch gute wie schlechte Zeiten gehen, und bei Problemen gleich auch Lösungsvorschläge bringen. Zudem wird erwartet, dass Mitglieder mindestens das erste Jahr der dreijährigen Bibelschule machen, regelmässig eine Lifegroup (Hauskreis, Kleingruppe) besuchen und einen Mentor, oder eine Mentorin, haben; kurz, sich komplett der Kirche hingeben.

In Zürich findet jeden Freitag um 19 Uhr eine «Lifegroup» statt. Bei solchen Lifegroups handelt es sich um kleine Gruppen, die sich wöchentlich zuhause treffen, um sich auszutauschen.

In Lugano findet sonntags um 10:30 Uhr jeweils ein Gottesdienst statt.

Evangelisationsmassnahmen reichen vom Ansprechen auf offener Strasse zu artistischen Darbietungen, wie beispielsweise Tanz oder Jonglieren, auch mit Feuerstäben.

Sabaoth Church unterstützt diverse Projekte, die von humanitärer Hilfe über Konversionstherapien für Homosexuelle bis zum Unterstützen der genossenschaftseigenen Pro-Life-Bewegung reichen. Die humanitäre Hilfe dient in erster Linie der Evangelisation.

Auch eine christliche Privatschule für Kinder (die «Christian Bilingual School») wurde von der Sabaoth Church gegründet.

Gründerin Roselen Boerner Faccio ist heute «Senior Pastor», während es weitere Pastorinnen und Pastoren gibt, die gemeinsam das «Apostolische Team» bilden. Die Ehepaare haben jeweils eines oder mehrere der Projekte der Sabaoth Church gegründet, welches sowohl künstlerische als auch gesellschaftspolitische Projekte betrifft. Zudem unterstehen jedem Paar des Apostolischen Teams weitere Pastorinnen und Pastoren, die wiederum eigene Projekte, Bereiche oder Personen leiten. Zudem gibt es auch die Bereichsverantwortlichen, welche wiederum in ihrem Land ein Team in ihrem Bereich führen, und direkt oder indirekt dem Apostolischen Team unterstehen.

Jede Entscheidung wird vom Apostolischen Team besprochen, während Roselen Boerner Faccio die Schlussentscheidung trifft.

Innerhalb der Lifegroups gibt es einen «Lifeleader», welcher die Gruppe führt und innerhalb der eigenen Lifegroup Mentorinnen und Mentoren zuordnet.

Von Mitgliedern wird gefordert, den Zehnten zu geben, mit der Androhung, dass sie einen Fluch auf sich bringen, wenn sie dies nicht tun. Weiter besteht in der Gemeinschaft die Haltung, dass über den Zehnten hinaus weitere Zahlungen geleistet werden sollen.

Zudem werden in einer separaten Gruppe innerhalb der Kirche Ideen und Pläne ausgetauscht, wie die sozialen, humanitären und evangelistischen Aktivitäten der Genossenschaft Sabaoth finanziert werden können.

In der Sabaoth Church besteht eine «MDA» («metodo di discepolato apostolico») genannte Jüngerschafts-Methode. Hierbei handelt es sich um 1:1-Mentoring zwischen zwei Personen, von denen eine die andere führt und leitet. Solche 1:1-Mentoring-Methoden fielen in der Vergangenheit bei anderen Gemeinschaften immer wieder auf durch hochgradige Kontrolle der Mitglieder, massive Einschränkung der persönlichen Freiheit bis hin zur Partnervermittlung, sowie radikaler Missionierung.

Sabaoth Church bietet Kurse an für Personen, welche eine «ungewünschte Anziehung zum selben Geschlecht» hätten, damit diese ihre «wahre Identität» fänden.

Die Kirche umfasst über 50 Gemeinschaften in Italien. In der Schweiz finden sich eine Gemeinde in Lugano und eine Lifegroup in Zürich. Weitere Gemeinden und Lokalgruppen bestehen in Deutschland, Spanien, Albanien, Kolumbien, Peru und Brasilien.

Sabaoth Church Milano
Via Privata Rosalba Carriera, 11
20146 Milano MI
Italia
https://sabaothchurch.com/

Sabaoth Church Lugano
Via Trevano 63
6900 Lugano
https://www.facebook.com/sabaothlugano/

Sabaoth Zürich
Schaffhauserstrasse 345
8050 Zürich

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