Neoschamanische Extraktion von Kraft-Eindringlingen
Da im schamanische Weltbild der Glauben an die Existenz von Geistern zentral ist, werden Geistwesen auch als Ursache von Krankheiten anerkannt. Ob schamanisch oder neoschamanisch, (Neo)schamanen, die eine Person aufgrund psychischer oder auch physischer Beschwerden untersuchen, versuchen herauszufinden, ob ein Geist hinter den Beschwerden steckt. Dabei können mehrere Situationen auftreten. Einerseits können die Beschwerden von einem Geist stammen, der in den Körper der kranken Person eingedrungen ist. Die schamanische Person muss diesen dann lokalisieren und durch verschiedenste Techniken wieder herausholen. Andererseits können Beschwerden auch auftauchen, wenn ein Geist bei den zu Behandelten im Haus wohnt und dort Unglück, Krankheit und negative Energien verbreitet. Für diese Art von Problemen muss die schamanische Person eine Hausreinigung durchführen und den Geist vertreiben. Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeit, dass die kranke Person aufgrund eines früheren Traumas Seelenanteile verloren hat. Diese muss die schamanische Person dann in der Welt der Geistwesen auffinden und zurückbringen.
Prof. Dr. Michael Harner
Prof. Dr. Michael Harner ist Pionier des Neoschamanismus und Gründer der «Foundation for Shamanic Studies» weltweit. Michael Harner wurde am 27. April 1929 in Washington geboren und starb am 3. Februar 2018. Er studierte zuerst Archäologie und danach Anthropologie. Zwischen 1956 und 1957 forschte er bei den Jivaro (heute bez. Shuar) in Ecuador und wurde dort in die lokalen schamanischen Praktiken aufgenommen. 1960 bis 1961 war er bei den Conibo in Peru. Zwei Jahre später schrieb er seine Dissertation zu den Shuar. Michael Harner entwickelte einen Fokus zum Schamanismus bei den Shuar und gründete 1979 «The Foundation for Shamanic Studies» (FSS), die sich auf die Bewahrung, Erforschung und Verbreitung seines Schamanismus-Konzeptes beruft. Michael Harner wurde durch seine Forschung und Initiation in den Shuar-Schamanismus selbst Schamane oder eher Neoschamane. Denn in Anlehnung an seine Forschung zum Schamanismus entwickelte er den Core-Schamanismus, der als Grundstein des Neoschamanismus dient. Der Core-Schamanismus ist eine Verflechtung von Harners Schamanismus-Forschungen und Erfahrungen und fokussiert sich vor allem auf Gemeinsamkeiten und Grundlagen des Schamanismus verschiedenster Ethnien. Dabei versucht der Core-Schamanismus eine Universalität des Schamanismus‘ herauszukristallisieren, wodurch auch eine Verallgemeinerung von Schamanen verschiedenster Kulturen entsteht, die Harner durch seinen Core-Schamanismus zu legitimieren versucht.
1980 schrieb Harner das Buch «Der Weg des Schamanen» in dem er diesen Core-Schamanismus beschreibt. Dieses Buch fungiert gleichzeitig als Wegleitung für westliche Neoschamanen. Auf der Webseite der «Foundation for Shamanic Studies Europe» wird auch betont, dass Michael Harner eine Renaissance des Schamanismus im Westen ermöglichte. Weiter schreiben sie, dass die Seminare zum Core-Schamanismus im passenden Format für westliche Kulturen geleitet werden, damit eben Menschen, die ohne kulturelle Verwurzelung in schamanische Traditionen aufgewachsen sind, auch Erfahrungen eines schamanischen «Stammes» haben könnten. Diese Punkte zeigen die Problematik des Neoschamanismus schön auf: Der Neoschamanismus bedient sich indigener Praktiken und Wissen, passt es jedoch an das westliche Milieu an. Das ist kulturelle Aneignung par excellence. Dennoch war sich Michael Harner der ungleichen Machtstrukturen des Westens gegenüber den indigenen Gruppen, deren Wissen er sich bediente, anscheinend bewusst, denn auf der Webseite wird offengelegt, dass es Harner wichtig war, keine Ausbeutung von Wissen zu generieren, sondern einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen. Diesen Austausch versuchte er aufrechtzuerhalten, indem er sich mit der Foundation für die indigenen Kulturen, welche unter Verfolgung durch Religion und totalitären Regime litten, einsetzte, indem er zusätzlich zu seinen Seminaren zum Core-Schamanismus auch Seminare zu den indigenen schamanischen Kulturen hielt. Inwieweit die indigenen Gruppen wirklich von diesen Seminaren profitieren konnten, scheint offen. Auch wenn Michael Harner seine Beziehungen mit den indigenen Gruppen pflegte, hat er doch einen westlichen Schamanismus geschaffen, der ohne diese Beziehung zu den Indigenen leben kann und dennoch allein vom Wissen der Indigenen generiert wurde.
Extraktion von «Eindringlingen»
Nach Harner ist das Extrahieren von «Eindringlingen» eine fortgeschrittenere und schwierigere Art der schamanischen Heilung. Um diese Aufgabe zu bewältigen, müsse der schamanische Heilende bereits die schamanische Reise und das Arbeiten mit Schutzgeistern oder Hilfsgeistern beherrschen. Beides setzt voraus, dass die heilende Person sich in Trance oder Ekstase versetzen kann.
«Kraft-Eindringlinge» können mannigfaltigste energetische Erscheinungen annehmen; von negativen energetischen Ausstrahlungen von anderen Personen bis zu schädlichen Hilfsgeistern, die sich in eine Person eingenistet haben. Diese Eindringlinge können bei der betroffenen Personen zu Symptome von Krankheiten führen. Dazu gehörten lokale Schmerzen oder Unbehagen oft in Zusammenhang mit erhöhter Temperatur. Harner behauptet weiter, dass schädliche Kraft-Eindringlinge nicht sehr verschieden von der westlichen medizinischen Vorstellung einer Infektion seien. So kommen Kraft-Eindringlinge, wie ansteckende Krankheiten, auch am häufigsten in städtischen Gebieten vor, wo die menschliche Besiedlung am dichtesten ist. Viele Menschen würden eben ohne es zu wissen andere durch Ausbrüche ihrer persönlichen Kraft verletzen, wenn sie in ein gefühlmässiges Ungleichgewicht kommen wie bei einem Zornausbruch.
«Die schamanische Beseitigung der schädlichen Kraft-Eindringlinge ist eine schwierige Arbeit», meint Harner. Denn die schamanische Person müsse den Eindringling sowohl physisch wie auch mental und emotional heraussaugen. Dies sei eine weit verbreitete Technik, die in Australien, Nord- und Südamerika wie auch in Sibirien aufzufinden sei. Diese Heraussauge-Technik sei gut im Film «Sucking Doctor» (1963) dargestellt. Harner erklärt, dass der Film die Heilerfolge einer berühmten kalifornischen «Indianerschamanin» namens Essie Parrish zeige. Weitere Recherchen zeigen, dass «Sucking Doctor» ein ethnographischer Film der Ethnologen David Wayne Peri und Robert Walter Wharton über die schamanische Heilung der Schamanin Piwóya (Esiie Parrish) von den Kashaya-Pomo-Natives in Kalifornien (USA) ist. Was dieser ethnographische Film aus den 60er Jahren auch sehr gut zeigt, ist, dass neben der Trance, dem Gesang und der Musik der Schamanin, auch die aktive Beteiligung der Dorfgemeinschaft an der Zeremonie einen zentralen Part bei schamanischen Ritualen innehat. Dieser Aspekt geht im Neoschamanismus oft verloren und wird von Harner auch nicht aufgegriffen.
Im Folgenden erklärt Harner auch auf höchst verallgemeinernde und somit neoschamanische Weise, wie so eine Beseitigung mithilfe der Saugetechnik erfolge. Er lässt dabei beispielsweise die kulturellen-basierten Gebete und Lieder weg, die oft von der Geschichte der Kultur erzählen, und meint, dass die schamanischen Personen ihre eigenen Kraftlieder haben: «Um die Saugetechnik erfolgreich durchzuführen, muss der Schamane seine Hilfsgeister wecken und sie anweisen, ihm bei dem Herausholen von Kraft-Eindringlingen aus dem Patienten zu helfen. Dazu benutzt der Schamane eines seiner Kraftlieder. […] das Verfahren beim Extrahieren oder Entfernen eines Kraft-Eindringlings ist dasselbe wie bei der Durchführung einer Reise für einen Patienten – bis auf einen Punkt. Dieser Punkt wird auf der Reise schon früh erreicht, bevor sich der Schamane sehr weit vom Eingang in die Erde entfernt hat und während er sich noch im Tunnel zur Unterwelt befindet. Wenn der Patient einen schädlichen Kraft-Eindringling hat, sieht der Schamane plötzlich eine der folgenden Tiergruppen: gierige oder gefährliche Insekten, scharfzähnige Schlangen oder andere Reptilien und Fische mit sichtbaren Hauern oder Zähnen. Er unterbricht seine Reise dann sofort, um mit diesen eingedrungenen Kräften fertig zu werden.» (Aus dem Buch «Der Weg des Schamanen: Ein praktischer Führer zu innerer Heilkaft» von Michael Harner 1994, S.164) Harner erschliesst weiter, dass die schamanische Person nun seine Hilfsgeister ruft, damit sie ihm beim Saugen helfen. Danach lokalisiert die schamanische Person die schädlichen Kräfte, dabei werde oft auch Ayahuasca, ein psychedelisch wirkender Pflanzentrunk, zur Hilfe genommen. Mit geschlossenen Augen untersucht die schamanische Person den Körper des Patienten, indem sie eine Hand oder eine Feder über den Körper bewegt, ohne ihn zu berühren, und besondere Energie abzufangen versucht. Dann zwingt sie ihre Hilfsgeister in ihren Mund und beginnt dort zu saugen, wo sie den Kraft-Eindringling lokalisiert hat. Dabei müsse die schamanische Person aufpassen. Die schamanische Person saugt immer wieder und erbricht trocken so oft wie nötig in den dafür vorgesehenen Behälter. Wichtig ist, dass sie den Kraft-Eindringling nicht in sich sauge, sondern im Mund dann seinen Hilfsgeistern abgebe. Wenn sie den Kraft-Eindringling herausgesogen hat, dann müsse nochmal eine Schamanenreise erfolgen, um dem Patienten ein Krafttier zu überreichen, so dass diese Person widerstandsfähiger gegen weitere Eindringlinge sei.
Falls eine schamanische Person noch nicht sehr sicher in der Saugetechnik sei, können schädliche Kraft-Eindringlinge auch mit Hilfe von Tabak-Fallen herausgelockt werden. Dafür wird ein Kranz aus Tabaksträngen um den auf der Erde liegenden Patienten gelegt. Die Eindringlinge werden vom Tabak angezogen und können auf diese Weise einfacher aus dem Körper extrahiert werden. Wenn der Kraft-Eindringling entfernt wurde, wird der Kranz zusammengerollt und an einem entfernten Ort über die Zweige um einen Baum gehängt, damit die Geister dort in die Natur entweichen können.
Im Neoschamanismus sind die Gefühle, etwas schwer im Magen liegen zu haben, oder dass jemand einem im Nacken sitze oder das Gefühl, in Besitz genommen zu werden, Symptome für eine tatsächliche Besetzung. Neoschamanische Personen erklären, dass «Eindringlinge» oder «Fremdenergien» nicht unbedingt böse sein müssen, sondern dass diese «Eindringlinge» auch einfach zufälligerweise am falschen Ort sein können. Dies geschehe, wenn man selbst auf irgendeiner energetischen Ebene ein Loch habe, das durch Müdigkeit oder Stress entstanden sei. Dieses Loch könne bei einer Besetzung von allen möglichen Fremdenergien besetzt werden. Diese Fremdenergien entstehen, so Lisa Biritz, eine Neoschamanin, die sich auch auf Harners Theorien stützt, in der Regel aus Gedanken und Gefühlen. Biritz erklärt dies durch ein Beispiel: «Du fährst mit der U-Bahn, und hinter dir sitzt eine Frau, die sich gerade über jemanden ärgert. Ein Teil ihrer Gedanken, mit denen du an sich nichts zu tun hast, kann durch dein energetisches Loch in dich eindringen.» Es können jedoch auch ganze Seelenanteile in jemanden eindringen. Eine Situation könnte sein, dass ein Mensch bei seinem Tod nicht ins «Licht der Quelle» sondern in das Licht einer Seele eines lebenden Menschen gehe. Zusätzlich zu menschliche Energien können dann eben auch Geistwesen ein energetisches Loch besetzen.
Lisa Biritz erklärt eine Methode, durch die jemand seine eigene Seele von fremden Eindringlingen reinigen kann. Für Personen, die sich das selbst nicht zutrauen, gibt es jedoch auch Neoschamanen, die eine Extraktion von Eindringlingen anbieten. Viele neoschamanische Personen orientierten sich dabei an Michael Harners «Energetische Extraktion von “Eindringlingen»» oder haben eigene Methoden. Auf ihren öffentlichen Plattformen bleiben die neoschamanischen Personen in ihren Methoden und Abläufen aber eher vage.
Ein Beispiel für die Extraktion einer Besetzung bietet Kuyay Lorena, eine Neoschamanin von Seesen Deutschland. Sie schreibt auf ihrer Webseite, dass sie durch ein Telefongespräch zuerst ermittle, ob überhaupt eine Besetzung vorliegt. Danach müsse eine Klientenvereinbarung ausgefüllt und unterschrieben werden, in der steht, dass die Arbeit mit der Neoschamanin die Behandlung durch einen Arzt/einer Ärztin oder Heilpraktiker/-in oder Psychotherapeut/-in nicht ersetzten würde. Zusätzlich erklärt sich die zu heilnde Person einverstanden, aktiv mitzuarbeiten und die vereinbarten Übungen und Aktionsschritte gewissenhaft auszuführen. Vor dem Termin dürfe während drei Wochen jedoch keine energetische Behandlung z.B von einem Heilpraktiker/einer Heilpraktikerin, Energetiker/Energetikerin oder Ähnlichem durchgeführt werden. Drei Tage vor der Extraktion sei nur noch vegane Ernährung zulässig und man solle mindestens drei Liter pro Tag trinken. Es steht, dass die Extraktion als OP zu betrachten sei und deswegen sei das Autofahren in den ersten 24h nach der Behandlung nicht zu empfehlen. Die Extraktion dauere zwischen drei und vier Stunden. Wie die Behandlung konkret aussieht, wird nicht beschrieben. Da man jedoch so viel trinken muss und vorher nur noch vegane Ernährung zu sich nehmen dürfe, lässt dies darauf schliessen, dass die Behandlung mit der Einnahme von Substanzen verbunden ist. Lorena Kuyay ist eine Neoschamanin aus Peru, was auch darauf schliessen lässt, dass die Substanz Ayahuasca sein könnte. Diese Substanz ist in Deutschland verboten und in der Schweiz in einer rechtlichen Grauzone. Da bei der Behandlung von Besetzungen jedoch nicht explizit von Ayahuasca gesprochen wird , kann natürlich nicht ermittelt werden, ob Ayahuasca tatsächlich Teil der Behandlung ist.
Sandra Ingerman, eine etablierte Neoschamanin, welche auch als Vorbild für weitere Neoschamanen fungiert, erklärt im Buch «Schamanische Zeremonien für die Seele» (2021), dass «Häuser und feste Strukturen unter Wertschätzung der verwendeten Materialien errichtet» werden. «Jeder Stein wird gesegnet. Bäume werden vor dem Fällen gesegnet. Lieder werden während des Bauens gesungen, um das Haus mit guter Energie zu füllen» (S. 225). Hier und heute, so Ingerman, würden manche Häuser, Gebäude oder das Land, auf dem wir leben, gar keine Lebenskraft mehr haben, weil sie keine spirituelle Wertschätzung mehr erfahren. Hausreinigungen können den Frieden und die Lebendigkeit dieser Energien wiederherstellen. Zu Hausreinigungen gehört auch das Segnen eines Hauses. Dies ist mit der Aufnahme von guten Energien verbunden. Das heisst, Hilfsgeister oder gute Energien werden im Haus platziert.
Hausreinigungen dienen in erster Linie jedoch dazu, ein Haus, eine Wohnung oder ein Zimmer von schlechten vergangenen Energien zu reinigen und mit neuen Energien und Wünschen zu füllen. Diese Zeremonie kann durchgeführt werden, wenn man neu in ein Haus oder in eine Wohnung zieht, die vorher von anderen Personen bewohnt war. Eine Hausreinigung kann jedoch immer wieder durchgeführt werden, um das Haus von schlechten Energien zu reinigen. Neoschamanen betonen jedoch, dass diese vergangenen Energien nicht immer einen schlechten Einfluss auf die Bewohnenden haben müssen, aber dass es besser sei, an einem neutralen Platz zu leben, der frei von Vergangenem sei. Begleitend bei der Hausreinigung sind Trommelschläge und Rauch von der Verbrennung von Kräutern. Beides soll eine reinigende Wirkung haben.
Im Neoschamanismus ist der Glaube verbreitet, dass Seelenanteile sich abspalten können, wenn eine Person eine schmerzhafte Erfahrung erlebt. Zu diesen Erfahrungen können jegliche schmerzlichen Erfahrungen zählen. Einzelne Unfälle, Operationen, Gewalterfahrungen, aber auch wiederkehrende Handlungen wie Mobbing oder Streitereien zählen zu diesen Erfahrungen. Einige Seelenanteile können sogar bei der eigenen Geburt verschwinden, wenn die Geburt beispielsweise schwierig war. Das heisst, auch Erlebnisse, an die man sich nicht erinnert, können für das Verschwinden von Seelenanteilen verantwortlich sein. Die Teile der Seele versuchen während dieser Erfahrung den Körper zu verlassen und an einen sicheren Ort zu gehen, wo ihnen kein Schmerz mehr zugefügt werden kann. Gleichzeitig sollen auch die Erinnerungen an diese Zeit mit den Seelenanteilen mitgehen, weshalb sich traumatisierte Menschen oft nicht gut an die schmerzhafte Erfahrung erinnern können. Diesen sogenannten Seelenverlust des Neoschamanismus vergleichen neoschamanische Personen mit dem in der Psychologie benutzten Phänomen der Dissoziation.
Diese Seelenanteile sind im Verständnis von neoschamanischen Personen Energie. Da Energie nie verschwindet existieren diese Seelenanteile weiter. Lisa Biritz erklärt, dass Seelenanteile nah sein können, sich also innerhalb des eigenen Energiefelds befinden können, oder ganz weit weg sein können, das heisst, sie können sich an entlegenen Orten der Erde, des Weltalls oder sogar in einem Paralleluniversum befinden.
Die Folgen von dem Verlust von Seelenanteilen beschreibt Lisa Biritz als fehlende essentielle Lebenskraft. Man fühle sich «stumpf» und unvollständig. Diese «Stumpfheit» könne jedoch auch in eine ständige Müdigkeit, zu Depressionen, chronischen Krankheiten, Süchten und wiederkehrenden Unfälle bis hin zu Persönlichkeitsstörungen übergehen. Diese können nicht geheilt werden, wenn die Seelenanteile fehlen. Deswegen sei es wichtig, diese Seelenanteile wieder zurückzuholen.
Die Seelenrückholung wird von Neoschamanen gerne als Jahrtausende alte Tradition beschrieben. Schamanen auf der ganzen Welt können durch eine Seelenreise, die verlorenen Seelenanteile finden und wieder zurückführen. Lisa Biritz erklärt, wie man selbst eine Seelenreise unternehmen kann, um die eigenen Seelenanteile zurückzuholen. Zuerst solle man sich bewusst werden, wofür man diese Reise unternehmen müsse. Dabei würden eigenen Schutzengeln oder andere Geistwesen eine wichtige Rolle spielen, denn diese würden auf der Seelenreise helfen, die Seelenanteile wiederzufinden. Andi Schild aus der Praxis «Spirit of Wilderness» erklärt, dass die Schwitzhütte eine gute Methode sei, um Seelenanteile zurückzuholen. Diese Methode für die Seelenrückholung wurde laut Schild von Sandra Ingerman etabliert.
Für Personen, die es sich nicht zutrauen selbst die Seelenanteile zu holen, bieten einige Neoschamanen an, diese Seelenreise durchzuführen, um die Seelenanteile zu finden und sie zurückzubringen. William Adcock, ein neoschamanischer Autor, erklärt wie man vorgehen solle. Bei der Seelenrückholung halten sich die zu behandelnde und die neoschamanische Person an den Händen. Die neoschamanische Person entspannt sich und geht mit ihrem Geistkörper zu ihrem heilen Ort, wo sie ihr Totemtier ruft und begrüsst. Zusammen gehen sie in die Oberwelt, wo sie die Hauptseele der Person untersuchen. Ist sie wund oder vernarbt? Danach soll sie den verlorenen Teil suchen und diesen zurückführen.
- Daniela Rupp (Dreiweltentanz): Hausreinigung, Seelenrückholung
- Kuyay Lorena: Besetzung und Extraktion, Seelenrückholungen
- Kokopelli (Elementum Center): Hausreinigung
- Thomas und Jeanette Vogel (Schule für Bewusstsein und Schamanismus – La côte): Seelenrückholung
- Andi Schild (Spirit of Wilderness): Seelenrückholung, Energetische Extraktion von “Eindringlingen» nach Prof. Michael Harner, Hausreinigungen
- Ladina Kindschi und Bea Ender (Star Fire Mountain College Davos): Hausreinigungen,
- Timoteo Mysterio: Lösen von Besetzungen, Fremdenergie, Fremdseelen; Seelenrückholung
- Christal Trachsler (Golden Trails): Hausreinigung, Seelenrückholung
- Schamanismus-schweiz.ch: Schamanische Extraktion und Seelenrückholung