Shri Ram Chandra Mission und Sahaj Marg

Die Shri Ram Chandra Mission geht zurück auf den indischen Guru Shri Ram Chandra, (genannt Babuji), der diese Organisation bis 1983 leitete. Er lehrte den sog. Sahaj Marg («natürlicher Weg»), den er von seinem Meister Samarth Guru Mahatma Ram Chandraji Maharaj (genannt «Lalaji») gelernt hatte. 1971 gewann er die ersten Schüler aus Europa. 1972 entstand das erste Meditationszentrum in Europa, in Nizza. Im gleichen Jahr bereiste der Guru – 73jährig – Europa und die USA, 1976 noch einmal Europa. Babuji verschied 1983.

Der Kern der Lehre besteht in einer Meditationstechnik, die im Gegensatz zu andern, mit angestrengter Konzentration verbundenen Wegen, «mühelos», «natürlich» (sahaj) genannt wird. Das Bild von Körper und Seele richtet sich nach der Lehre des Kundalini-Yoga, in die naturwissenschaftlich-physiologisches Denken einfliesst.

Die sieben Energiezentren des Körpers, die sog. Chakras, müssen gereinigt werden, um so die schlummernde Energie der Zentren und Subzentren zu erwecken und die Verwirklichung des Selbst zu ermöglichen. Da das Herz durch den Kreislauf den gesamten Körper versorgt, bewirkt die Arbeit am Herz-Chakra auch Veränderungen der übrigen Chakras. Die Wirkung des göttlichen Lichtes wandert vom Herzen aus im gewissermassen «geladenen» Blut durch den ganzen Körper. Neben den eigenen Bemühungen ist die göttliche Gnade unerlässlich. Der Guru ist der Vermittler dieser Gnade, er wird im Sahaj Marg sehr hoch bewertet. Er ist wichtiger als die Praxis und Theorie. Um ihn soll das Denken kreisen. Von ihm soll ich nicht eine Methode erwarten, die mir weiterhilft, sondern ich soll mich fragen, wie ich ihm dienen kann. Der Meister ist der unabdingbare Katalysator. Er ist Gott in menschlicher Form. Damit löst sich der scheinbare Widerspruch in den Worten des jetzt lebenden Meisters Chariji auf, wonach sich nichts zwischen Gott und den Menschen stellen darf, dass aber der Kontakt zum Göttlichen nur über einen, über den Guru, zustande kommen kann.

Die Institution des Guru hat durch Chariji eindeutig eine Steigerung erfahren. Hier zeigt sich bei aller Rhetorik nicht mehr die liebevolle Partnerschaft auf dem spirituellen Weg, sondern die Hierarchie. Diese wird gefördert durch die organisatorisch bedingte Distanz und die Überhöhung Babujis zu einem Übermenschen, so dass dessen Einfachheit, Zugänglichkeit, Bescheidenheit, Menschlichkeit kaum noch spürbar ist. Es ist ganz natürlich, dass die dem verstorbenen Meister und Vorbild zugeschriebenen Qualitäten auf den lebenden Meister Chariji abstrahlen, und dass Aussagen, die Letzterer über das Verhältnis zu seinem Meister macht, wiederum von seinen eigenen Schü- lern auf ihn übertragen werden.

Martine Muller
Port-des-Champs 12
CH-1073 Savigny

Deutsches Sahaj Marg Zentrum
Friedel Marksteiner
Sudetenstr. 20
D-82166 Gräfelfingen
Tel.: +49 (0)898 54 38 65

Otto Kapfinger
Ölzeltgasse 1
A-1030 Wien

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