Igreja Pentecostal Deus é Amor (IPDA)
Der brasilianische Name «Igreja Pentecostal Deus é Amor» bedeutet «Pfingstkirche Gott ist Liebe».
Die Igreja Pentecostal Deus é Amor (IPDA) wurde am 3. Juni 1962 von David Martins de Miranda, seiner Mutter Anália Miranda und seiner Schwester Araci Miranda gegründet. Die Gründung erfolgte, weil die Gründer die ursprünglichen Lehren der Kirche, die sich gegen moderne Einflüsse wie Politik, Scheidung und Fernsehen stellte, unterstützten. Als diese Überzeugungen im Laufe der Zeit gelockert wurden, entschieden sich die Gründer, die IPDA ins Leben zu rufen, um ihre ursprünglichen Werte beizubehalten. Laut Miranda wurde der Name «Igreja Pentecostal Deus é Amor» von Gott selbst in einer morgendlichen Andacht offenbart.
Der Glaube der IPDA basiert auf einer konservativen, fundamentalistischen Theologie, die stark von den Prinzipien der neocharismatischen Bewegung geprägt ist. Die Gemeinschaft legt grossen Wert auf persönliche Bekehrung und Heiligung sowie auf die Bedeutung der Gemeinschaft und des missionarischen Engagements.
Die IPDA betont die Notwendigkeit einer persönlichen Beziehung zu Gott und fordert ihre Mitglieder auf, ein heiliges Leben zu führen, das im Einklang mit den Lehren der Bibel steht. Dies schliesst die Ablehnung moderner Einflüsse wie Politik, Scheidung, Fernsehen und Tätowierungen ein, was zu ihrer konservativen Haltung beiträgt.
Darüber hinaus ist die IPDA stark missionarisch ausgerichtet und engagiert sich intensiv in der Evangelisation, um ihre Botschaft zu verbreiten. Aufgrund ihrer radikalen Ansichten und strengen Regeln wird die Gemeinde von einigen als Sekte betrachtet. Insgesamt steht die IPDA für eine streng konservative Glaubensausübung, die auf persönlicher Transformation und einer tiefen Verpflichtung zur Verbreitung des christlichen Glaubens basiert.
Die IPDA bietet neben ihren Gottesdiensten verschiedene Projekte an. Die Escola Teológica Deus é Amor offeriert theologische und biblische Kurse sowie die Ausbildung für Gemeindearbeiter für Jugendliche und Erwachsene. Zudem betreibt die Gemeinde das Kinderministerium Pequeno Galileu. Die Jugendgruppe Mocidade Unforgettable Praise fördert spirituelle Lieder, religiöse Vorträge und Gebete als Teil ihrer Aktivitäten. Die Orquestra Filarmônica Sede Mundial besteht aus Jugendlichen, die regelmässig musizieren.
Die Radioprogramme der IPDA, bekannt als Voz da Libertação, werden hauptsächlich über das Internet in andere Länder ausgestrahlt. Die Organisation finanziert sich durch zehn Prozent des Einkommens, das jedes Mitglied beisteuert, sowie durch zusätzliche Spenden. Diese und viele andere Tätigkeiten verdeutlichen das umfassende Engagement der IPDA für die spirituelle und soziale Entwicklung ihrer Mitglieder.
Die katholische Kirche in Brasilien wirft der IPDA vor, dass David Martins de Miranda, fragwürdige Methoden angewendet habe, um Geld von den Anhängern zu erhalten. Eine der schwerwiegendsten Anschuldigungen betrifft eine angebliche Vorhersage von Miranda im Jahr 1999, in der er die Rückkehr von Jesus Christus prophezeite. Als diese Prophezeiung nicht eintrat, wird behauptet, Miranda sei mit 3’000’000 brasilianischen Real an Kirchengeldern nach England geflohen und habe seinen Rücktritt als Leiter der IPDA bekannt gegeben.
Zusätzlich wird die IPDA dafür kritisiert, ehemalige Schwerkriminelle als Laienprediger zu rekrutieren. Diese Prediger erzählen während ihrer Predigten von ihren gewalttätigen Taten und behaupten, unter dem Einfluss von Dämonen gehandelt zu haben. Sie berichten, durch den Kontakt mit der IPDA von ihren Dämonen befreit worden zu sein und eine Verbindung zu Gott gefunden zu haben. Kritiker bemängeln, dass diese Laienprediger ihre kriminellen Vergangenheiten nutzen, um nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Durch die Zuschreibung ihrer Verbrechen an den Teufel versuchen sie, ihre eigene Schuld und Verantwortung zu leugnen und sich als Opfer darzustellen.
In Uruguay hat der Kauf eines alten Kinos in Montevideo, des Teatro Cine Plaza, für 4 Millionen US-Dollar sowie hohe Investitionen an anderer Stelle zu einer intensiven Diskussion über mögliche Geldwäsche durch die IPDA und die Igreja Universal do Reino de Deus geführt. Beide Kirchen werden beschuldigt, grosse Mengen Schwarzgeld zu waschen. Diese Vorwürfe haben zur Vorbereitung eines neuen Gesetzes zur Kontrolle dieser mächtigen Organisationen geführt.
Die IPDA zählt heute etwa 900’000 Mitglieder und betreibt rund 17’600 Kirchen in Brasilien sowie weitere in 136 anderen Ländern. In Brasilien ist sie die zweitstärkste Pfingstgemeinde neben der Igreja Universal do Reino de Deus. In São Paulo verfügt die Kirche über einen Gemeindesaal, der 60’000 Besucher fasst.
In der Schweiz existieren Gemeinden in Basel, Genf (Carouge) und Zürich (Dietikon).
Igreja Pentecostal Deus é Amor Basel
3. Stock
Leimgrubenweg 6
4053 Basel
Igreja Pentecostal Deus é Amor Genève
Chemin du Faubourg-de-Cruseilles 14
1227 Carouge
Igreja Pentecostal Deus é Amor Zürich
City Plaza Dietikon
Untergeschoss
Lerzenstrasse 10
8953 Dietikon
Igreja Pentecostal Deus é Amor
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