Heilsarmee

William Booth (1829–1912) war zuerst Prediger einer methodistischen Kirche. Mit Ausrichtung auf den praktisch-sozialen Einsatz entwickelte er die übernommenen Lehren weiter. Hinzu kamen insbesondere die Aussagen über die Heiligung. 1865 liess sich Booth zusammen mit seiner ebenso einsatzbereiten Gattin Catherine, geb. Mumford, in Ost-London nieder, um dort mitten im Grossstadtelend zuerst erwecklich, aber bald auch sozial zu wirken.

Um die vielen Aufgaben besser anpacken zu können, gab Booth seinem bereits ziemlich gewachsenen Werk 1878 eine «militärische» Organisation. Anfänglich stiess das bedeutende erwecklich-soziale Wirken der Heilsarmee auf Ablehnung. Bald aber überwog die Zustimmung.

1882 begann die Heilsarmee ihre Arbeit in Genf und von dort aus in der ganzen Schweiz.

In ihrer eigenen erwecklichen Art ruft die Heilsarmee zur Busse und zur Annahme der Heilstat Christi auf. Wiedergeburt, Heiligkeit des Lebenswandels und Fortschreiten im Stand der Gnade bestimmen das Leben des Christen. Der Heilssoldat kann, wenn er die im von William Booth 1878 verfassten «Handbook of Doctrine» aufgezeichneten Lehren der Heilsarmee ernst nimmt, «in den Zustand völliger Heiligung gelangen».

Zur Erfüllung ihres Auftrags hält sich die Heilsarmee an drei verschiedene Arten von Versammlungen, an die evangelistischen Heilsversammlungen, an die hauptsächlich die eigenen Mitglieder erfassenden Soldatenversammlungen und an die zur Vertiefung des geistlichen Lebens dienenden Heiligungsversammlungen. Die Heilsarmee tauft nicht und begeht auch kein Abendmahl. Die Kinder werden eingesegnet.

Die Heilsarmee versteht sich nicht so sehr als Kirche, sondern eher als militia Christi. Die oberste Leitung liegt in den Händen des Generals, dem seit 1947 ein die wichtigen Angelegenheiten vorbereitender Beirat zur Seite steht. Der General wird für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, seit August 2018 ist der Kanadier Brian Peddle General der Heilsarmee.

Das ganze Werk ist in Territorien aufgeteilt, an deren Spitze jeweils ein Nationales Hauptquartier steht. Dem Territorialleiter unterstehen die beiden Arbeitszweige: 1. die Evangelisationstätigkeit durch die Korps, von denen je 15 bis 25 in Divisionen zusammengefasst sind; 2. Die soziale Tätigkeit in Heimen und Institutionen.

Die lokalen Gemeinden heissen Korps und werden von Offizieren geleitet. Die einfachen Mitglieder werden Heilsarmee-Soldaten genannt.

1985 ist in Basel als Ausbildungszentrum für die europäischen Länder eine neue Heilsarmee-Offiziersschule eingeweiht worden, die heute in Biel domiziliert ist.

Die Heilsarmee war Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen. Seit 1978 ruht die Mitgliedschaft; abgelehnt wurde die Unterstützung von Befreiungsbewegungen in Südafrika durch den Ökumenischen Rat.

Die Heilsarmee Schweiz ist Mitglied im Verband VFG Freikirchen Schweiz.

Offiziere und Mitglieder der Heilsarmee arbeiten in der Evangelischen Allianz mit.

Dialog / dialogue

Weltweit ist die Heilsarmee in 128 Ländern tätig mit 14 527 Korps, 17 168 aktivn Offizieren und 1,77 Mio. Mitgliedern. 7051 soziale Einrichtungen werden von 111 859 Angestellten betreut.

In der Schweiz umfasst die Heilsarmee zurzeit 55 Korps mit 134 Offizieren und 3758 Mitgliedern. Die Heilsarmee unterhält in der Schweiz insgesamt 40 soziale Einrichtungen, die von 1954 Angestellten geführt werden.

Nationales Hauptquartier der Heilsarmee
Laupenstr. 5
Postfach 6575
3008 Bern
www.heilsarmee.ch

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