Nithyananda

andere Namen: Nithyananda Paramashivam, Sri Nithyananda, Paramashivam Nithyananda oder Bhagavan Sri Nithyananda Paramashivam

Nithyananda wurde zwischen 1977 und 1978 in Tiruvannamalai mit dem Namen Arunachalam Rajasekaran geboren. Im Alter von drei Jahren sei er von Yogiraj Yogananda Puri entdeckt worden. Gemäss seinen eigenen Angaben habe er schon im Alter von 12 Jahren spirituelle Erfahrungen gemacht und sei mit 22 Jahren vollständig erleuchtet gewesen.

Mit 24 nannte er sich Nithyananda und erklärte, dass ihm der Name von Mahavatar Babaji, einem mythologischen Sadhu, gegeben wurde.

2003 eröffnete er sein Ahsram Dhyanapeetam in Bidadi.

Nachdem er in Indien wegen Vergewaltigung und Entführung angeklagt wurde, floh er und blieb bis 2019 verschwunden. 2019 verkündete er die Gründung der selbsternannten Nation namens Kailasa. Kailasa wird als Nation und Bewegung beschrieben, die in den Vereinigten Staaten gegründet wurde und von Mitgliedern der hinduistischen Adishaivas, einer Unterkaste, angeführt wird. Nithyananda erklärt, dass er dafür eine Insel vor der Küste Ecuadors gekauft habe.

Während das Bildmaterial dieses angeblichen Staates fehlt, so hat Kailasa einige Social-Media-Kanäle, auf denen immer wieder Events in diesem angeblichen Land gezeigt werden.

Kailasa soll allen praktizierenden, angehenden oder verfolgten Hindus offenstehen. Nithyananda behauptet, dass Kailasa die einzige, souveräne Hindu-Nation weltweit sei. Andere Quellen sprechen im Zusammenhang mit Kailasa von einer NGO, während in den Medien Konsens besteht, dass es ein fiktives Land ist.

Die französische Regierung soll Nithyananda seit 2019 wegen Betrugsvorwürfen eines ehemaligen Anhängers suchen.

Nithyananda kann als selbsternannter indischer Guru betrachtet werden. Er wird von seiner Anhängerschaft als Papst des Hinduismus bezeichnet soll angeblich den «echten» Hinduismus vertreten.

Im Zentrum seiner Lehre stehen Satsangs, in denen er seine Sicht auf die Welt erklärt.

Er sieht sich als Avatar des Paramashiva, soll Wunder wirken, und durch seine Praxis eine Bewusstseinserweiterung hervorrufen, die sich beispielsweise in der Öffnung des dritten Auges zeigt.

Nithyananda bespricht verschiedene Texte wie die Brahma Sutras, Patanjali’s Yoga Sutras, Shiva Sutras und der Bhagavadgita.

Über seine Organisation Nithyananda Dhyanapeetam teilt er immer wieder Videos mit Antworten zu Fragen, beispielsweise wie man Reichtum erlangen kann, was Achtsamkeit ist usw. Weiter hält er Sasangs und spricht über diverse Themen.

Auch Kailasa hat eigene Kanäle, die über das Weltgeschehen aus einer angeblich «echten, hinduistischen» Perspektive für «echte Hindus» berichten. Insbesondere der Kanal «Kailasa TV» wird dabei als Hauptmedium Kailasas gesehen. Im Zentrum steht der Versuch, die angebliche Verfolgung des Hinduismus aufzuzeigen, die der Welt unbekannt sei und von den Mainstream-Medien übersehen werde. Darüber hinaus verfügt die Seite über ein eigenes Wikipedia mit dem Namen «Nithyanandapedia».

Nithyananda hat eine eigene Yoga-Richtung (Kailasa’s Nithyanandas Yoga) entwickelt.

Weiter gibt es die sogenannte «Nithyananda Hindu Universität», die über einen Campus in 150 Länder verfügen soll. Die Universität soll dabei hinduistische Quellentexte bewahren und entschlüsseln. Dabei befasst sich die Forschung mit Themen wie dem Anti-Aging, der zelluläre Verjüngung und dem Erwachen des dritten Auges.

Nithyananda erklärt von sich selbst, dass er über 400 Siddhis (übersinnliche Fähigkeiten) verfüge und so beispielsweise den Sonnenaufgang um 40 Minuten verzögere und Rinder dazu bringen kann, Tamil und Sanskrit zu sprechen.

Er sieht sich als Pontifex des Hinduismus, als göttliche Heiligkeit und Wiederbeleber von Kailasa, einer angeblich alten, erleuchteten Hindu-Nation. Zudem sei er ein Avatar Jagatguru Mahasannidhanam.

Nithyananda beansprucht für sich, den «echten» Hinduismus zu vertreten. Der angebliche Staat Kailasa gilt dabei als alte, aufgeklärte hinduistische Nation, welche von Nithyananda wiederbelebt worden sei. Der selbst gegründete Staat wurde 2023 als «Vereinigten Staaten von Kailasa» in Genf bei der Veranstaltung der Vereinigten Nationen von Vijayapriya Nithyananda die vertreten, wobei die Nationalstaatlichkeit bezweifelt wird.

Problematisch ist auch die angebliche Verfolgung der Hindus weltweit. Auf der Seite von Kailasa wird von «Hindu Holocaust» gesprochen. Dabei fand in den letzten 5000 Jahren angebliche ein Hindu-Völkermord statt. Dies sei eines der grössten Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Weltgeschichte. Die Mainstream-Medien würden jedoch nicht darüber berichten. Allgemein herrscht eine grosse Medienkritik bei Kailasa vor, weshalb sie auch ein eigenes TV-Format geschaffen haben, in dem sie über die aktuellen Weltgeschehen aus einer hinduistischen Perspektive berichten. Auf der Internetseite finden sich auch Kritik gegen die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Nithyananda.

Zurück zu Neuere aus dem Hinduismus stammende religiöse Bewegungen