Sri Kaleshwar
oder Kaleshwara Yoga
Sri Kaleshwar wurde 1973 als Kaleshwar Anupati in Madhavaram, Andhra Pradesh (Indien), geboren. Kaleshwar erzählte, dass er seine Schularbeiten jeweils in einem verlassenen Tempel erledigte, wo er einem Bettler begegnet sei, den er später als den verstorbenen Heiligen Shirdi Sai Baba wiedererkannte. Dieser soll als Lehrer, Yogi und Fakir gewirkt und versucht haben, Muslime und Hindus zu vereinigen. Kaleshwar war, wie andere Anhänger auch der Meinung, dass es sich bei Sai Baba um eine Inkarnation von Shiva handelt.
Er soll ihn immer wieder in seinen Träumen gesehen haben und seine Stimme gehört haben. Mit 14 Jahren soll er die Empfehlung erhalten haben, nach Shirdi, das Dorf Sai Babas, zu gehen. Kaleshwar begann sich daraufhin intensiv mit den hinduistischen Schriften auseinanderzusetzten und entwickelte daraus seine eigenen Lehren.
Er studierte Chemie, Biologie und Botanik und zog nach seinem Abschluss als Bettelmönch durch Indien. Zwischen 1993 und 1995 gründete er seinen Ashram im Penukonda mit dem Namen «Shiva Sai Mandir».
Kaleshwar verfasste mehrere Bücher und Manuskripte, die in verschiedenen Sprachen erschienen («Shirdi Sai Babas Wege zur Heilung», «Das wahre Leben und die Lehren von Jesus Christus», «Shirdi Sai Baba der universelle Meister» usw.).
Auch wenn Sri Kaleshwar 2012 gestorben ist, werden die von ihm entwickelte Praktiken, wie die Sai Shakti Heilung und Meditationen noch immer praktiziert. Insbesondere in Deutschland finden regelmässig Kurse zu unterschiedlichen Themen statt und auch in der Schweiz kann man an Sai-Shakti-Heilungen, Vorträgen, Satsangs und Meditationen teilnehmen.
Kaleshwars Glauben kann als synkretistisches Weltbild in hinduistischer Tradition beschrieben werden. Er integrierte verschiedene religiöse Sichten in eine hinduistische Form und schaffte dadurch eine neue Art des Glaubens, die auf alten hinduistischen Formen beruht. Dabei werden Begriffe sprachlich umgedeutet. Aus den «Sapta-Rishi-Kanälen» werden dadurch beispielsweise die «Jesus-Kanäle». Kaleshwar war überzeugt davon, dass man mit Mantras und Yantras (heiligen Formeln und Diagramme) spezielle Fähigkeiten erwecken und sich mit der kosmischen Energie verbinden könne. Dadurch sei es möglich, wie Shirdi Baba oder Jesus Wunder zu vollbringen und beispielsweise Lebewesen zu heilen. In Zentrum seines Glaubens stand die «Göttliche Mutter», welche keiner Religion angehöre, sondern universell sei.
Kaleshwar wollte das angeblich wahre Leben von Jesus in Indien und seine Lehren, wie sie angeblich auf Palmblatt-Bücher steht, verbreiten. Dieses Palmblatt, das zur Zeit Jesu entstanden sei, soll Hinweise auf dessen Leben und Mantra-Praktiken in Indien liefern und diente Kaleshwar als Beweis seines Glaubens. Er glaubte, dass er ein Seelenpartner von Jesus gewesen sei und ihm damals das Versprechen gegeben habe, das Wissen weiterzugeben, um neue Generationen von Heilern und spirituellen Meistern hervorzubringen – für den Frieden der Welt. «Ich kannte ihn persönlich. Er war ein Avadhut, eine unbändige, sanfte Seele von wunderschöner Gestalt […]» (Kaleshwar, Jesus, S. 37).
Die Annahme, dass Jesus nach seiner Kreuzigung in Indien gelebt habe, basiert auf populären Reiseberichten des 19. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit immer wieder zitiert wurden. Auch Personen wie Holger Kersen oder Elmar R. Gruber vertreten solche, als unhistorisch geltende, Thesen (als Gegenbeweis solcher Thesen ist beispielsweise das Werk des Tibetologen Günter Grönbold anzumerken).
Auch Kaleshwar beschreibt in seinem Buch «Das wahre Leben und die Lehren von Jesus Christus», dass Jesus von seiner Mutter Maria geheilt worden sei und 89 Jahre lange lebte. «Damals stiessen sie Jesus Christus bei der Kreuzigung zwei Elefanten-Stosszähne in den Bauch; sie trafen sein Schoss-Chakra. Das half Mutter Maria, ihn sehr leicht und schnell zu heilen […] Diese Stosszähne existieren noch immer […]» (Kaleshwar, Jesus, S. 6).
Insbesondere in der esoterischen Szene sind solche Indien-Thesen noch heute beliebt, da sie einen Synkretismus aufzeigen, der verschiedene Elemente des Hinduismus, Buddhismus, Islam und Gnostizismus verbindet.
Der Synkretismus zeigt sich auch bei Kaleshwar immer wieder. So erklärt er in seinem Buch beispielsweise, dass Buddha, Shirdi Baba und Jesus alle in Penukonda (Ort seines Ashrams) meditierten und sich mit der Göttlichen Mutter verbunden haben. Oder: «Jesus, Buddha, Mohammed, Guru Nanak, all diese hoch spirituellen Menschen kamen nach Indien, erhielten die übernatürlichen Kräfte und dingen wieder fort.» (Kaleshwar, Jesus, S. 91). Diese Tatsache stelle Indien über alle anderen Länder, mache es zu Vater und Mutter aller Länder.
Kaleshwar war der Meinung, dass für die Erleuchtung Liebe (Bhakti) und Kraft (Shakti) nötig sei. Die Kraft sah er in den übernatürlichen Fähigkeiten, die jeder Avatar besitze.
Schon als Jesus 20 bis 26 Jahre alt gewesen sei, soll er Indien bereist haben. Kaleshwar erklärte, dass Jesus erst in Indien seine übernatürlichen Kräfte erlangt habe (z.B. Heilkräfte). Diese werden als Parakaya Pravesh bezeichnet. Mit dem Parakaya Pravesh-Yoga soll es möglich sein, seine Seele in den toten Körper eines Lebewesens zu schicken und dieses zum Leben zu erwecken. Kaleshwar erklärt in seinem Buch über Jesus, dass die meisten Heiligen sich nur mit toten Körpern vereinigen können und nur Jesus und ein paar weitere fähige Seelen – wie er selbst – sich auch mit lebendigen Seelen vereinigen können. «[…] Ich habe Zugang dazu. Ich kann in jede Seele hineingehen und Handlungen ausführen». Für alle die zu Parakaya Pravesh in der Lage sein wollen, sei aber die Nähe zu einem Kraftplatz in Penukonda – wo sein Ashram steht – unausweichlich.
Kaleshwas Ashram in Penukonda kann man immer noch besuchen.
Kaleshwar lehrte auch über «Vaastu», was mit «wohnen» übersetzt werden kann und angeblich gemäss vedischen Schriften die richtige Platzierung von Grundstücken und Gebäuden sowie deren Gestaltung erklärt. Dadruch soll Harmonie entstehen. Kaleshwar scheibt in seinem gleichnamigen Buch «Vaastu. Ein glückliches Leben durch Bauen und Wohnen nach der vedischen Wissenschaft der Architektur», das dadurch achtzig Prozent der Lebensprobleme gelöst werden können.
Über «Kaleshwara Yoga», deren Sitz sich in Deutschland befindet, kann man diverse Angebote, die in der Tradition von Kaleshwar stehen, in Anspruch nehmen. Dazu zählen beispielsweise Schoss-Chakra-Reinigungen, Meditationen, Pujas oder Paramashiva Yoga. Die Anbietenden sind 13 Anhängerinnen und Anhänger, die selbst im Ashram Kaleshwars waren und nun in Europa (vorwiegend Deutschland) Kurse anbieten. Dazu wurde auch die sogenannte «Soul University» gegründet, in der man Einführungs- und Weiterbildungskurse buchen kann. Kaleshwar-Zentren befinden sich in Einhausen und Ries, Brünn (Tschechien). Dazu kommen regionale Kaleshwar Gruppen.
In der Schweiz bieten Andreas Hanuman und Kathrin Lakshmi Kaleshwars Angebot an.
Kaleshwar war überzeugt davon, dass die Seele durch sogenannte Sai Shakti Heilung geheilt werden könne. Zu den seelischen Leiden, die dadurch geheilt werden können zählen unter anderem Stress, Liebeskummer, Traumata, negative Emotionen usw. Diese Art der Heilung wird noch heute praktiziert. Dabei handelt es sich um Sitzungen, bei denen die «Sai Shakti Heiler» Mantras und Yantras (heiligen Formeln und Diagramme) verwenden, welche aus Palmblatt-Manuskripten überliefert worden seien. Dadurch soll eine Verbindung mit kosmischen Kräften hergestellt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.
Einführungskurse ca. 140 Euro
Fünf-Elemente-Meditation-Intensive – Jahresprogramm: 990 Euro
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Kaleshwara Yoga
Neuröder Weg 661
Einhausen, Deutschland
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Andreas Hanuman und Kathrin Lakshmi
Landpraxis Reinli
9450 Lüchingen