Templerorden
Der Name des Templerordens, auch Templer genannt, geht auf seinen ersten Sitz beim Tempel von Jerusalem zurück, wo er 1120 gegründet wurde. Das rote Kreuz zeigt das Blut an, das Jesus am Kreuz verflossen hat.
Der Templerorden ist der älteste geistige Ritterorden, welcher während der Kreuzzüge entstand. Er wurde 1118 von Hugues de Payens und sieben anderen Rittern in Jerusalem als Orden für «arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem» oder auch «Templerorden» gegründet, welcher dem Papst unterstand. die Templer gelobten Keuschheit, Gehorsam und Armut und verbanden als erste die Ideale des Rittertums mit jenen des Mönchtums. In der Gründungszeit trugen die Templer einen weissen Mantel über dem braunen oder schwarzen Habit, wobei später ein rotes Kreuz auf den weissen Mantel dazukam. Die Einkünfte der Templer wurde für militärische Mittel und zur Unterstützung des Pilgerns verwendet. Sie erlangen grossen Reichtum und konnten Königen und Händlern Kredite geben, was diese in eine Abhängigkeit brachte und den Templern Macht verlieh. Der Orden verbreitete sich in ganz Europa. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts erlangten die Könige und Kaiser mehr Bedeutung. König Philip IV., welcher bei den Templern selbst hoch verschuldet war, setze Papst Clemens V unter Druck, der daraufhin gegen den Orden vorging. Die Templer wurden wegen angeblicher Ketzerei und homosexuellen Handlungen angeklagt. Ab 1307 begann die Verfolgung und Ermordung der Templer in Frankreich. Papst Clemes V löste den Orden 1312 offiziell auf. In anderen Ländern ausserhalb Frankreichs fand dabei keine Tötung der Templer statt. In einigen Ländern wie beispielsweise Spanien und Portugal wurden Nachfolgeorden gegründet, die heute von der katholischen Kirche jedoch nicht anerkannt werden. Jaques de Molay, der letzte Grossmeister wurde 1314 in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
In der Schweiz gab es zwei Komtureien, eine in La Chaux und eine in Genf. Diesen beiden Komtureien waren andere écarts (Ordenshäuser) unterstellt wie beispielsweise dasjenige in Cologny und Entremont, die alle zum burgundischen Amtsbezirk gehörten. Als der Orden 1312 aufgehoben wurde, kamen dessen Güter zum Johanniterorden.
Das Motto der Templer lautet «Non nobis Domine, non nobis, sed nomine tuo da gloriam» (deutsch: Nicht uns, oh Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre!) und ist dem Psalm 115 entnommen.
Heute existieren weltweit viele Vereinigungen, die sich auf das Erbe der Templer berufen. Einige dieser Orden sind ökumenisch, andere freimaurerisch oder konfessionslos. Von der Kirche sind keine dieser Orden als Nachfolger des Templerordens anerkannt. Der Papst hätte die Macht den alten Orden wiederzubeleben, da ein kanonisch errichteter Orden nicht ausgelöscht, sondern nur ruhig gestellt werden kann.
Eine solche selbsternannte Nachfolgervereinigung aus Spanien mit dem Namen Asociación Orden Soberana del Temple de Cristo («Souveräne Orden des Tempels von Christus») sieht sich als rechtmässige Nachfolgeorganisation des mittelalterlichen Templerordens und hat eine Klage gegen Papst Franziskus eingereicht. Sie fordern eine Rehabilitierung des aufgelösten Ordens und Schadenersatz für die Beschlagnahmung ihrer Güter, die grösstenteils dem Malteserorden übergeben wurden. Ausserdem wollen sie eine Anerkennung als Personalprälatur in der katholischen Kirche. Zudem will die Vereinigung Gotteshäuser errichten und Akten der vatikanischen Archive erhalten und die getöteten Tempelritter als Märtyrer erklären.