Agenda 2033
Der Titel «Agenda 2033» ist als Hommage an die in der Pandemie entstandene Verschwörungstheorie zur «Agenda 2030» zu verstehen. Hinter «Agenda 2030» stehen 17 Ziele der Vereinten Nationen (UNO) für globale Nachhaltigkeit, wie die Gescblechtergleichstellung oder das Beenden des Welthungers. Verschwörungstheoretiker gehen davon aus, dass diese Nachhaltigkeitsziele tatsächlich ein trojanisches Pferd für eine globale Diktatur seien.
Der YouTube-Kanal «Agenda 2033» entstand zum Jahreswechsel auf 2026 als Erweiterung des Kanals «Rudolf Steiner und die Anthroposophie».
Im Video «Vorstellung der Interviewer aus dem März 2026 erwähnt Birnthaler im Rahmen des Skandals um Jeffery-Epstein: «Wir behaupten, dass es auch in unserem Land (Deutschland) diese Pädophilen- und Schwarzmagierringe gibt. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns quasi bestätigt, dass wir mit der Agenda 2033 etwas ins Leben rufen wollen, das von vorneherein davon ausgeht, dass es wirksame Mächte gibt, die das Weltgeschehen entscheidend beeinflussen. (…) Dabei möchte ich nochmals betonen, dass es uns hier in keinster Weise um weitere Verschwörungsmythen geht, um Schwurbelei oder um Panikmache gewiss nicht. Stattdessen wollen wir in absolut konstruktiver, positiver, aufklärender Weise darstellen, welche Kräfte tatsächlich hinter der Weltgeschichte stehen, sodass wir wie im Falle Epstein nicht überrascht sein brauchen oder darauf hereinfallen müssen.» Daraufhin stellen sich die vier Hauptakteure der Agenda 2033 vor: Sowohl Birnthaler als auch Roswitha Merazzi stammen aus der Anthroposophie und arbeiten im dem Verein EOS Erlebnispädagogik e.V., einen Vermittler für Freiwilligendienste. Nada «Brahma» Breidenbach betreibt selbst einen spirituellen YouTube-Kanal, arbeitet und ist verheiratet mit Kurt Tepperwein und hat einst das Projekt «Akram Vignan» unterstützt. Christoff Heinritz-Bechtel ist ein Gynäkologe und möchte «die Frage beleuchten, wie bestimmte Mächte, bewusst oder unbewusst, versuchen, unsere Gesellschaft zu manipulieren und zu kontrollieren.»
Seitdem erscheint einmal pro Woche ein Interview auf dem YouTube-Kanal von Agenda 2033.
Laut Breidenbach geht Agenda 2033 primär von «Herz-Anthroposophen» aus, doch sollen alle möglichen Strömungen, auch aus verschiedensten Ländern, dabei sein. Offiziell bezeichnet sich Agenda 2033 selbst als «Verbunden fühlen wir uns christlich-humanistischen, ökologischen und spirituellen Werten – insbesondere der Anthroposophie und der Sozialen Dreigliederung als gesellschaftlichen Lösungsansatz für bestehende Probleme.»
Agenda 2033 wirft der UNO mit der «Agenda 2030» vor, dass Probleme nicht mit der gleichen Weise gelöst werden könnten, auf die sie entstanden seien. Es wird kritisiert, dass die Nachhaltigkeitsziele nur materialistisch seien, und ohne die spirituelle, nach ihnen die wichtigste Ebene, nicht funktionieren könnten.
Im Mittelpunkt der Agenda 2033 steht jedoch Deutschland oder auch «der deutschsprachige Raum», was im Gespräch stets angefügt wird. Dieser wird auch als «Mittelerde» bezeichnet und bekommt eine besondere spirituelle Bedeutung zugeschrieben.
Agenda 2033 behauptet sich die Frage zu stellen: «Wie können wir heute schon das entstehen lassen, was morgen gebraucht wird?» Ohne weiteren Kontext werden auf ihrer Website folgende «Projekte» oder Punkte aufgelistet: Regionalgruppen, Internationale Vernetzung, Verbindung der spirituellen Strömungen, Spirituelle Kunst, Neue Musikkultur, Doppelkuppelbau, Frieden, Soziale Dreigliederung, Kulturoasen, Online-Kongresse, Medien, Weltenwandler Shop, Wege zur spirituellen Medizin, Naturgeister und umgekehrter Kultus. Der Doppelkuppelbau sowie die soziale Dreigliederung sind anthroposophische Konzepte.
Mitglieder des Vereins treffen sich sowohl online als auch offline, meist auf Schloss Hohenfels.
Der Trägerverein Weltenwandler e.V. von Agenda 2033 sei gemeinnützig. Es besteht die Möglichkeit zu Spenden oder ein «Weltenwandler-Zimmer» zu sponsern für 500 oder 1000 Euro pro Jahr.
Das anthroposophische Konzept der sozialen Dreigliederung wird häufig dafür kritisiert, dass es bestehende Machtverhältnisse verstärken, an einen Ständestaat erinnern soll und mit modernen Demokratieideen nicht vereinbar sei. Angelehnt an den Geist der französischen Revolution soll der «menschliche Organismus» hier in drei funktionelle Systeme unterteilt werden, die sich nicht ineinander einmischen dürfen: Kultur (inklusive Wissenschaft und Sozialem), Recht (inklusive Politik) und Wirtschaft.
Die Agenda 2030 der UNO orientiert sich am Nachhaltigkeitsviereck, bestehend aus Wirtschaft, Sozialem, Umwelt und Politik. Nachhaltigkeit bedeutet genauer Intergenerationsgerechtigkeit. Die Kritik von Agenda 2033, dass keinerlei Spiritualität in den Zielen vorkommt, zeigt einfach, dass diese Ziele weltanschaulich neutral sind. Sie sind lediglich der Versuch sich einer grundlegenden globalen Gerechtigkeit zu nähren. Diesem globalen Projekt vorzuwerfen, die eigene Vorstellung von Spiritualität nicht zu integrieren, ist ein Exklusivitätsanspruch.
Agenda 2033 gehört dem Weltenwandler e.V. an. Dieser beschreibt sich selbst als «lose Gruppe von Menschen, die das Ziel hat, den grossen Wandel der Welt voranzubringen.» Ähnlich unkonkret sind auch die weiteren Angaben auf ihrer Website. So wird sich auf «100 Visionäre» berufen, die eine scheinbar wahllos erstellte Gruppe aus universell beliebten und international bekannten historischen Persönlichkeiten besteht, wie etwa Mutter Theresa, Mahatma Gandhi oder Nelly Sachs und natürlich auch Rudolph Steiner. Bei Schloss-Hohenfels handelt es sich um ein Veranstaltungsort für Tagungen, Hochzeiten und Weiteres, der dem gemeinnützigen Verein gehört. Es sei 2019 von Prinz Max von Baden und Kurt Hahn, dem Begründer der Erlebnis- und Friedenspädagogik erhalten worden. Ausserdem gehört zum Verein die Villa Mez in Freiburg, das Seminarhaus am Kaiserstuhl und das Seminarzentrum Kloster Allerheiligen. Der Weltenwandler e.V. soll zudem aus dem Verein EOS Erlebnispädagogik e.V. hervorgegangen sein, von welchem Michael Birnthaler und Roswitha Merazzi Geschäftsführer sind.
Von Agenda 2033 interviewt wurden unter anderen: SEOM, Kurt Tepperwein, Lex van Someren, André Stern, Dieter Broers, Pascal Voggenhuber, Gerald Hüther, Felix van Frieden, Maria Blumenkron, Christina von Dreien und Robin Kaiser.
Stand September 2026 hat der YouTube-Kanal von «Agenda 2033» 6370 Abonnenten.
YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@AGENDA_2033/
agenda2033.vision
Weltenwandler e.V.
Schloss Hohenfels 1
78355 Hohenfels