Liebe zur Bibel
andere Namen: Jasmin Friesen, ehemals Neubauer
Jasmin Friesen, geboren Neubauer, ist bekannt unter «Liebe der Bibel». Bei ihrer Hochzeit im Mai 2025 hat sie den Nachnamen «Friesen» angenommen.
Jasmin Friesen, geboren Neubauer im Jahr 1997, ist nach eigener Aussage liberal muslimisch in Hamburg aufgewachsen, ihre Mutter Iranerin und ihr Vater Deutscher. Ihre Mutter soll sich sieben Jahre vor ihr zum Christentum bekehrt haben, und sie ab und an gezwungen haben, in den Gottesdienst mitzukommen. Jasmin erklärt, sich selbst stark dagegengestellt zu haben, und die im Islam gängige Meinung vertreten zu haben, Jesus sei ein Prophet.
Als Jugendliche soll sie Mobbing erlebt haben und mit Essstörungen und Suizid-Gedanken gekämpft zu haben. Ihre Eltern trennten sich noch in ihrer Kindheit.
2018 bekehrte sie sich dann zum Christentum. Sie studierte nach dem Abitur Kommunikationsdesign und Theologie.
Im Mai 2025 heiratete sie Pala Friesen, welcher als Mitglied der christlichen Band «outbreakband» bekannt ist, und bereits Kinder aus seiner vorherigen Ehe mitbringt. Er selbst erklärte, dass die Scheidung von seiner Ex-Frau «unter biblischen Voraussetzungen & Maßstäben» stattgefunden habe.
Jasmin wohnt unterdessen im Schwarzwald und besucht dort eine Baptistengemeinde.
Jasmin vertritt ein rechtsevangelikales, fundamentalistisches und radikales Christentum, in welchem die Bibel wortwörtlich ausgelegt werden müsse und die höchste Autorität über das eigene Leben habe. Sie vertritt die konservative Auffassung, dass kein Sex vor der Ehe stattfinden sollte, und spricht sich gegen Homosexualität und Feminismus aus. Sie vertritt weiter die Auffassung, dass es auf gesellschaftliche Fragen nur eine richtige Antwort gäbe, und erklärt: «Ist es überhaupt Glaube, wenn er nicht radikal ist?».
Sie erklärt, selbst nach monatelangem Beten die Zungenrede als Geistesgabe erhalten zu haben, schliesst aber andere Strömungen, welche das Wirken der Geistesgaben heutzutage ablehnen, nicht aus. Zudem erklärt sie in einem Podcast, calvinistisch und charismatisch zu sein. Sie erklärte weiter in ihrem Podcast, dass sie «lieber Atheist als lauwarmer Christ» wäre.
Jasmin führt sowohl ein Instagram- als auch ein TikTok-Profil, die sie unterschiedlich bewirtschaftet. Auf Instagram postet sie oftmals Stories, welche keinen direkten Glaubensbezug haben, während ihre Posts sich um politische Aktualitäten oder Glaubensfragen handeln. Auf YouTube und TikTok veröffentlichte sie unter anderem Videos davon, wie sie am Christopher Street Day mit verschiedenen Personen über Gott und ihren Glauben spricht, und ihnen Gebet anbietet.
Sie hat einen Podcast mit Jana Hochhalter, «Jana und Jasmin – in Zeiten wie diesen» genannt, in welchem die beiden über das Leben als (konservativ-fundamentalistische) Christin sprechen, mit besonderem Fokus auf Liebe und Familie.
Jasmin hat einen eigenen Verlag, durch welchen sie Kinderbücher sowie eigene Bibeln verkauft. Sie gibt offen zu, dass einige der Illustrationen in ihren publizierten Büchern mittels KI erstellt wurden, während andere von ihr erstellt seien.
Jasmin arbeitet mit dem Influencer «Ketzer der Neuzeit», Leonhard Jäger, zusammen. Dieser gilt als Teil der Neuen Rechten und steht verschiedenen rechtsradikalen politisch aktiven und in ein Amt gewählten Personen, auch in den USA, nahe. Im Rahmen eines Interviews mit Alice Weidel schlug er ihr vor, sie mit Jasmin zu vernetzen, worüber Jasmin sich freudig zeigte. In einem Post kommentiert sie, dass man «jeder Person […] von Jesus erzählen» sollte, und betont, dass die Aussage Jägers, in welcher er Alice Weidel Wahlerfolg wünscht, nicht in Verbindung mit ihr oder «Liebe zur Bibel» stehe, und dass ihr Fokus «auf der Verbreitung des Evangeliums» läge.
Jasmin teilte ebenfalls ein Interview mit Alice Weidel auf ihrem Kanal. Auf die Nachfrage, weswegen sie Inhalte einer Partei teile, die als rechtsextrem eingestuft wurde, erklärt sie, dass es sie «ehrlich gesagt nicht besonders» interessiere, was der Verfassungsschutz über Parteien sage, und dass es ihr darum ginge, das Evangelium zu verkündigen.
Ein christlicher Verlag kündigte die Zusammenarbeit mit Jasmin, nachdem sie in einem Video des Ketzers mit dem Titel «Undercover bei LGBTQ-Kirche… (verstörend)» erklärte, dass Gott die Menschen «als weiblich und als männlich» schuf, und betonte, dass die «biologische Fortpflanzung ausschliesslich zwischen Mann und Frau» funktioniere. Eine weitere Medienstelle erkundigte sich, weswegen sie mit dem Ketzer zusammenarbeite, insbesondere in Betracht dessen, dass er queere Menschen auf seinem Kanal diffamiert, woraufhin sie die Rückfrage stellte: «Was genau meinen Sie mit ‘Diffamierung queerer Menschen’?»
Das von ihr vertretene Christentum wurde weiter als «reaktionär[es], antimodern[es] Christentum, das eben auch einen scharfen Drive in Richtung Rechtspopulismus hat und deswegen demokratieschädlich» bezeichnet. Auf den Vorwurf, dass ihre Inhalte «christlich fundamentalistisch, in Teilen rechtspopulistisch und biblizistisch» seien, antwortet sie: «Die Bibel ist mein Fundament. Richtig.»
Im Rahmen der Bundestagswahl in Deutschland listete sie verschiedene «Parameter» auf, nach welchen bibeltreue Christen die von ihnen gewählten KandidatInnen und Parteien aussuchen sollten. Sie listet als ersten Punkt «Schutz des Lebens», welcher sich insbesondere auf Abtreibung bezieht, wie sie in der zugehörigen Ausführung klar macht. Bei der nächsten Priorität geht es um «Religionsfreiheit», bei welcher gemäss ihrer Erläuterung zu fragen, ob es «Einschränkungen für christliche Gemeinden, Schulen oder Missionsarbeit» gäbe oder die «Meinungsfreiheit in Glaubensfragen geschützt» werde. «Hassrede»-Gesetze würden diese, so schreibt sie im selben Post, gefährden. Auch soll eine gewählte Partei «die klassische Familie als Einheit aus Vater, Mutter und Kindern» fördern. Besonders auffällig ist auch, dass sie «Umgang Israel» als einzelnen Punkt schreibt. Man solle sich fragen, ob die Partei Israel unterstütze, es eine klare Position gegen Antisemitismus gäbe, und das Existenzrecht Israels anerkannt und geschützt werde. Auch Asylpolitik, oder «eine kluge Balance zwischen Barmherzigkeit gegenüber Flüchtlingen und Verantwortung für die Gesellschaft», sowie «Christenverfolgung als Asylgrund» nennt sie als wichtigen Aspekt, der zu berücksichtigen sei. Gleichzeitig betont sie, dass keine Partei «ALL diese Kriterien» erfülle, und dass es sich bei ihren Empfehlungen nicht um Wahlwerbung handle.
Eines der Kinderbücher, welches sie über ihren Verlag verkauft, trägt zudem den Titel «Jesus und Gender». Jasmin begründet dies mit der Erklärung, dass «Transgender Ideologie […] anfängt die Gedanken und Anschauungen unserer Kinder zu pervertieren». Sie wurde dafür kritisiert, dass sie damit «voll in die Kerbe des rechtsextremen Narratives, dass die Akzeptanz queeren Lebens die Gesellschaft gefährde» schlage, sowie ihre Nähe zu rechtsradikaler Ideologie in weiteren Posts.
Weiter wurde Jasmin dafür kritisiert, dass sie durch ihren Shop und Einfluss von Feminismus profitiere, während sie sich in der Öffentlichkeit dagegenstellt.
Jasmin Friesen hat einen Podcast mit Jana Hochhalter, «Jana und Jasmin – in Zeiten wie diesen» genannt, in welchem die beiden über das Leben als Christin sprechen, mit besonderem Fokus auf Liebe und Familie.
Sie arbeitet zudem mit Leonhard Jäger, der auch als «Ketzer der Neuzeit» und Teil der Neuen Rechten bekannt ist, zusammen.
Follower von Jasmin und ihren Profilen auf den verschiedenen Plattformen
Instagram
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