Maria Magdalena Hefti
auch: M.M. Mara, Dendera Medicine
Maria Magdalena Hefti wurde am 24. April 1955 als Marlene Hefti in Ennenda, Glarus, als Tochter einer Diätköchin in einem Kurhaus geboren. Nach ihren Schilderungen war ihre wichtige Rolle bereits in der Kindheit erkennbar. Sie sei schon früh mit dem Reich der Natur und den Sternenwelten verbunden gewesen und habe in die Menschen hineinschauen können. Sie habe ihre Probleme erkennen und Lösungen aufzeigen können, für die sich die Menschen aber nicht interessiert hätten.
Später absolvierte sie eine Ausbildung in Haute Couture, heiratete und bekam 1990 eine Tochter, die sie nach der Scheidung alleinerziehend aufzog und wieder ihren Mädchennamen Hefti annahm. Nach ihrer Schilderung litt sie drei bis vier Jahre an einer schweren Erkrankung, in deren Verlauf sie sich vier Operationen wegen Löcher in der Speiseröhre, die durch Übersäuerung entstanden waren, unterziehen musste und längere Zeit arbeitslos war.
Sie soll sich zwischenzeitlich in einer Zürcher Bäckerei eingemietet haben und dort Brotsorten ohne Hefe hergestellt und an verschiedene hochkarätige Geschäfte, u.a. Globus Zürich verkauft haben.
1997 erlitt sie in Herrliberg einen Autounfall, bei dem sich ihr Auto wegen Glatteis mehrmals überschlug. In den folgenden zwölf Minuten sei sie körperlich tot gewesen und habe sich in einer höheren Bewusstseinsebene befunden. Dort habe sie von ihrer Berufung erfahren, als Botschafterin der Grossen Göttin, der Mutter Erde, zu wirken. Sie sei von Meistern, die in einem Ashram im Himalaya lebten, ausgebildet worden, um das Wissen der Grossen Mutter zurückzubringen, und bezeichne sich daher als «Rückkehrerin». Sie machte sich 1999 selbständig und baute ihr Geschäft auf. Später änderte sie ihren Vornamen von Marlene in Maria Magdalena Hefti.
M.M. Mara hat das Buch «Die Botschaft des Regenbogens in unserer vegetarischen Ernährung!» und das Buch «Wenn das Brot zum Leben erwacht» geschrieben, in dem sie in einem holprigen Sprachstil über das Erwachen des Körpers («Brot») schreibt. Dazu schreibt sie am Anfang des Buches, dass sie sich die Freiheit nimmt, sich über die «Rechtsschreibung» hinwegzusetzen. Das Buch soll verschlüsselt sein und unter anderem von der Schöpfung handeln.
Sie trat auch in der Sendung «Time ToDo» bei Norbert Brackenwagen auf, wo sie unter anderem über ihr Buch, ihren Autounfall und das Erlebte, aber auch über Essen sprach. So spricht sie darüber, dass man «ist, was man isst» und kommt zu dem Schluss, dass man, wenn man Schweine isst, auch (energetisch) zum Schwein wird.
2011 erwarb Maria Magdalena Hefti, von den Meiden auch «Uriella von Braunwald» genannt, mit ihrer Stiftung Ashahain Earth Ressources, deren Präsidentin und Geschäftsführerin sie ist, das ehemalige «Klösterli» auf dem Hüttenberg, baute es zu einem «Guest and Schoolhouse» mit zwölf Zimmern um und übernahm die Kapelle der Diakonissen, die sie als Meditationszentrum nutzte. Warum die Stiftung über so viel Geld verfügte, blieb lange unklar. Man wusste aber, dass der Kauf des «Klösterli» zwei Millionen Franken gekostet hatte.
Später kam eine Geschichte ans Licht, die in einem Prozess endete. Eine ehemalige Anhängerin erstattete Anzeige gegen Hefti. Die Anhängerin besuchte spirituelle Kurse und Privatstunden bei M.M. Mara und soll rund sieben Millionen Franken in die Stiftung und letztlich in M.M. Mara «investiert» haben. M.M. Mara musste sich 2021 vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten und wurde von diesem zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft und zur Rückzahlung von 1.5 Mio. Fr. verurteilt, wofür das Hotel versteigert werden sollte. Hefti legte Berufung ein, welche im Jahr 2022 vor dem Luzerner Kantonsgericht verhandelt wurde. Dessen Urteil ist unbekannt. Klar ist, dass das Hotel nach dem Prozess versteigert wurde.
M.M. Mara vertritt eine esoterische Weltanschauung. Sie glaubt, dass der Mensch zu einer höheren Seinsform aufsteigen muss und dazu Wesenheiten braucht, die diesen Weg bereits gegangen sind. Sie ordnet sich damit der sogenannten Lichtarbeit zu. Dieser Weg ist ein asketischer Weg, bei dem der Konsum von Alkohol, Koffein, Tabak und Drogen verboten ist. Für den spirituellen Fortschritt ist eine vegane Ernährung notwendig, verbunden mit speziellen Zubereitungsanleitungen, die sie in ihrem Buch beschreibt.
Sie sieht in ihrer Person eine heilsgeschichtliche Bedeutung. So schreibt sie in ihrem Buch «Wenn das Brot zum Leben erwacht», dass Mutter Erde ihr 2006 mitgeteilt habe, dass sie eines Tages vor der UN-Vollversammlung über die lichtgewollte Landwirtschaft sprechen werde.
M.M. Mara kann der Esoterik zugeordnet werden, wobei sie gängige Praktiken der Esoterik als unvollständig abwertet. So z.B. die Hildegard-Medizin, Aura-Soma, Aura-Sprays oder Reiki, von dem sie sagt, dass Reiki-Praktizierende von der Ausbildung in ihrer Dendera-Medizin ausgeschlossen würden. Auch die Anthroposophie sieht sie als Teil einer Verschwörung, die die Welt im Griff habe. Eine für das esoterische Milieu typische Ablehnung der Wissenschaft zeigt sich in ihrer Aussage zur Psychologie: «Das Schlimmste, was den Menschen heute passieren kann, sind die vielen Therapien, Psychotherapie oder gar Psychoanalyse» (Brot, 2007, S. 205), denn diese sei «der Tod jeder Seele», die sich entwickeln wolle.
Während M.M. Mara früher als selbsternannte spirituelle Meisterin Seminare und Ausbildungen anbot, so fokussiert sich ihr Angebot heute nur noch auf die vegane Ernährung und andere natürliche Produkte. Unter dem Namen «Dendera Medicin», welche nach einem Ort in Ägypten benannt ist, soll sie «Ancient Egypt Medicine» verkaufen. Auf ihrer Homepage «Aquarian path medicine online shop for Dendera medicine – the rich and sophisticated system of health ancient egypt medicine» kann man von Adaptogenen, über Gewürzmischungen, Kristalle bis zu Pflegeprodukte und Gewürzetee alles kaufen, was sie selbst herstellt.
Auch auf ihren Social-Media-Kanälen findet man alle möglichen Inhalte zu natürlichen Lebensmitteln. Sie ist eine Kochschulleiterin, Autorin und Produzentin von pflanzlichen Produkten, wobei die «Verjüngung» von Körper und Geist im Zentrum steht.
Maria Magdalena Mara tritt auf verschiedenen Messen auf. So zum Beispiel an der New Earth Expo 2024 in Will St. Gallen und auch an der Lebenskraft-Messe 2025 in der Umwelt Arena Zürich.
Problematisch sind ihre Ansichten zu Freiheit. So schreibt sie in ihrem Buch: «Es ist für dich, Menschenkind, noch unvorstellbar, dass der Gehorsam dem Schöpfer gegenüber deine Freiheit ist. Denn wenn du ihm vertraust, findest du automatisch vom Karma ins Dharma. Denn wenn du dein grösstes Geschenk – den Freien Willen – aufgibst, gibst du auch die Folgen davon auf, die dir der Freie Wille bringt. Dadurch wirst du wirklich frei. … Schliesse dich uns an – schliesse dich denen an, die frei durchs Erdental wandern.» (Brot, 2007, S. 480)
Solche Aussagen sind vor allem seit dem Prozess um ihre Person als problematisch anzusehen. Der Prozess steht am Ende einer Geschichte, in der eine Anhängerin erhebliche Vermögenswerte investiert hat und die schliesslich in einem Rechtsstreit endete.
Die Anhängerin, die sich in einer persönlichen Krise befand, besuchte im März 2010 eine Esoterikmesse in Zürich und buchte einen veganen Kochkurs bei der selbsternannten spirituellen Meisterin M.M. Mara. Mara propagierte eine spirituelle Transformation, die mit dem Loslassen irdischer Bindungen verbunden sei, und stellte sich als göttliche Botschafterin dar. Die von M.M. Mara stark beeinflusste Anhängerin bot während eines Seminars an, das Hotel «Klösterli» in Braunwald zu kaufen, was von M.M. Mara und anderen Teilnehmerinnen als Verpflichtung interpretiert wurde. M.M. Meier überwies Mara schliesslich rund 6,7 Millionen Franken in der Annahme, es handle sich um rückzahlbare Darlehen. Die Stiftung von M.M. Mara erwarb das Hotel, doch der Umbau erwies sich als finanzielles Desaster. M.M. Mara soll mit dem Geld einen luxuriösen Lebensstil geführt haben.
Die Anhängerin geriet zunehmend unter den Einfluss von M.M. Mara, was zu einer emotionalen und finanziellen Abhängigkeit geführt habe. M.M. Mara habe sie manipuliert, indem sie Druck auf sie ausgeübt und ihre Selbstzweifel ausgenutzt habe. Im Laufe der Zeit verlor die Anhängerin den Kontakt zu ihrer Familie und sah sich gezwungen, ihre Ehe zu beenden. Nachdem sie sich einer Therapie unterzogen und begonnen hatte, sich von M.M. Mara zu lösen, suchte sie rechtliche Unterstützung, um ihr Geld zurückzubekommen.
Dies führte zu einem Rechtsstreit, in dem die ehemalige Anhängerin argumentierte, sie habe im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit gehandelt, als sie die Verträge unterzeichnete, die Hefti das Geld und die Immobilien zusicherten. Die Polizei ermittelte gegen Hefti wegen möglichen Betrugs und Veruntreuung. Im Jahr 2021 kam es zum Prozess vor dem Luzerner Kriminalgericht, in dem sich M.M. Mara vor Gericht verantworten musste. Hefti wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, 10 Monate davon unbedingt, und zur Rückzahlung von 1,5 Mio. Fr. an die Geschädigte, wofür das Hotel versteigert werden sollte. Hefti zog das Urteil ans Luzerner Kantonsgericht weiter. Dessen Urteil ist unbekannt, klar ist nur, dass das Hotel nach dem Prozess zwangsversteigert wurde.
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