Patricia Schirtz
Patricia Schierz ist Psychotherapeutin in Thalwil. Sie absolvierte ihre Studien in Freiburg im Breisgau und schloss die postgraduale Weiterbildung in Psychotherapie in Bad Grönebach (DE) ab. Seitdem hat sie mehrere alternative Weiterbildungen besucht, wie beispielsweise «Spirituelles Coaching» am Anna Gamma Institue Zen & Leadership in Luzern.
Sie bietet neben ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit Kurse an, z.B. zum Thema «Innere Permakultur – Wir Menschen im Jahreskreis der Kultur». Zusätzlich ist sie am Klosterprojekt «Comm-Care» beteiligt.
Auf ihrer Website ist die in der Ausbildung hervorstechende Kombination aus evidenzbasiertem mit esoterisch-alternativem reflektiert. Dort spricht sie ihr Interesse für «Hellfühligkeit» und die «Fähigkeit zur Kommunikation mit der geistigen Welt» aus und erwähnt gleichzeitig ihre «wissenschaftliche» Ausbildung. Diese sehe sie als «Basis» für ihre Arbeit an, beschreibt jedoch, dass die Ausbildung sie mit offenen Fragen zurückgelassen und «dem Geheimnis unseres Menschseins» nicht gerecht geworden sei. Psychotherapie sei für sie «letztlich ein Liebesdienst zur Selbstfindung». Hellfühligkeit und die Kommunikation mit der geistigen Welt seien für sie hingegen «eine weitere Form der Wirklichkeitserfahrung». Die Wahrnehmungen aus der geistigen Welt würden «unser Verständnis von ‹Realität› und ‹Normalität›, damit also auch von ‹Identität›, ‹Projektion› und ‹Krankheit›» hinterfragen.
Gemäss dem Psychologieberufegesetz (PsyG) sind Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verpflichtet, ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft auszuüben und sich an die im Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung erworbenen Kompetenzen zu halten. Obwohl das Gesetz nicht explizit vorschreibt, ausschliesslich wissenschaftlich fundierte Methoden anzuwenden, impliziert die Verpflichtung zur sorgfältigen Berufsausübung eine Orientierung an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Die Integration von spirituellen oder esoterischen Elementen wie Hellfühligkeit in die psychotherapeutische Praxis kann als problematisch angesehen werden, insbesondere wenn keine klare Trennung zwischen wissenschaftlich fundierter Therapie und ergänzenden spirituellen Ansätzen kommuniziert wird. Zum Problem wird dies, wenn so bei Patientinnen und Patienten der Eindruck entsteht, dass alternative Methoden Psychotherapie gleichwertig oder überlegen sind und so im Zweifel wirksame Behandlungsmethoden zu Gunsten esoterischer Präferenzen ablehnen.
Kontrovers diskutiert werden kann zudem die Darstellung von Psychotherapie als unvollständiges Heilverfahren, das durch übersinnliche Praktiken ergänzt oder vollendet werden könne. Psychotherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das auf überprüfbaren, methodisch gesicherten Grundlagen beruht.
Eine solche Darstellung kann aus kritischer Perspektive die Glaubwürdigkeit der Profession untergraben und das Vertrauen in ihre Wirksamkeit beeinträchtigen.
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